Das Leben lebenswerter machen

Umgehungsstraße B16, neue Sozialstelle, Baugebiete und Sportheim: Salgen packt einiges an

Salgens Bürgermeister Roland Hämmerle
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Salgens Bürgermeister Roland Hämmerle spricht über die Projekte, die demnächst in Salgen und seinen Ortschaften Bronnen und Hausen fertiggestellt werden sollen.

Salgen – Die Umgehungsstraße an Hausen vorbei wird konkreter, das neue Sportheim steht kurz vor der Fertigstellung und die neue Sozialstelle für die Verwaltungsgemeinschaft Pfaffenhausen ist bereits ausgeschrieben. Die Projekte in Salgen schreiten gut voran. Bürgermeister Roland Hämmerle klärt über die aktuelle Sachlage auf.

„Die Sozialstelle liegt uns sehr am Herzen“, sagt Hämmerle. Diese Anstellung sei bis jetzt einmalig und gebe es nirgendwo sonst. Die Idee dafür reicht bereits vier Jahre zurück, zu Zeiten, als noch Hans Egger Bürgermeister von Salgen war. Der Zusammenhalt auf dem Land sei nicht mehr so gegeben wie früher. Einige Menschen vereinsamen daher, kommen nicht mehr unter die Leute. Eine Vollzeitkraft, die ihr Büro in Salgen haben wird, soll diesen Menschen dabei helfen, ihre derzeitige Lebenslage zu ändern. Es ist ein Zusammenspiel aus den vier Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffenhausen plus Pfaffenhausen selbst, der Kirche und ferner den Vereinen. Angestellt ist die Person dann bei der Kirchenstiftung Pfaffenhausen, bzw. bei der Diözese Augsburg. Diese zahlt auch 45 Prozent des Gehalts, die anderen 55 Prozent stammen von den Gemeinden, wobei hier 75 Prozent vom Land für Ländliche Entwicklung übernommen werden. Die Stelle ist erst einmal auf vier Jahre befristet, weil nur für diesen Zeitraum die Zuschüsse gewährt wurden. „Wir schauen mal, wie es sich entwickelt und wie das funktioniert“, sagt Hämmerle.

Seit Jahren würden Gemeinden in Bauprojekte investieren, aber nicht in soziale Strukturen. Die menschlichen Bindungen seien in den letzten Jahren zurückgegangen. Dem entgegenwirken soll die neue Arbeitskraft. Sie kümmert sich um alleinstehende Bürger, die keinen Kontakt zu anderen haben, diesen aber dringend bräuchten. Der Referent für Gemeindeentwicklung hilft diejenigen, die im sozialen Gefüge vergessen werden, erklärt der Bürgermeister. Er ist der Vermittler zwischen Kirche, Kommune und Vereinen. Da sich vor allem in den Vereinen das soziale Leben abspielen würde, würde es Zugezogenen etwa helfen, einen Verein beizutreten, um dort Anschluss zu finden. Die Sozialstelle ist vor allem dafür da, das Leben der einsameren Bürger lebenswerter zu machen und den Bedarf der Betroffenen zu erkennen. Hämmerle ist aber froh, dass die Stelle noch nicht besetzt ist, denn derjenige hätte es in Zeiten von Corona schwer, Kontakte zu knüpfen und diese aufrechtzuerhalten. Wenn die Stelle vergeben ist, wird der Referent noch offiziell vorgestellt.

Ein weiteres Projekt, das demnächst anstehen wird, ist die B16. Eine Umgehungsstraße, die an Hausen vorbei führt, soll den Durchgangsverkehr mit den vielen Lkws reduzieren. Das Planfeststellungsverfahren ist bereits im Gange, der aktuelle Entwurf des staatlichen Bauamts Kempten wird momentan der Regierung von Schwaben vorgelegt. Die Genehmigung für dieses Bauprojekt, das schon seit zehn Jahren in Planung ist, erwartet Hämmerle für Ende dieses Jahres, bzw. Anfang 2022.

Die Umgehungsstraße soll westlich von Hausen entstehen. Sie beginnt von Mindelheim kommend kurz vor dem Bahnübergang und Ortseingang Hausens mit einem neu gebauten Kreisverkehr und endet im Kreisverkehr, der nach Pfaffenhausen und Salgen führt. Auf ihrer Strecke wird die Umgehungsstraße über die Bahnlinie und über die Straße nach Heinzenhof geführt. Die Grundstücksbesitzer sind bereits informiert, aber es gibt noch keine konkreten Gespräche über mögliche Grundstücksverhandlungen. Die Kosten für die Umgehungsstraße trägt übrigens der Bund, da es sich hierbei um eine Bundesstraße handelt.

In Eigenregie gebaut

Fast fertig ist dagegen schon das neue Sportheim zwischen Salgen und Bronnen. In Eigenregie hat der Verein SV Salgen/Bronnen das neue Gebäude, das direkt neben dem alten angrenzt, innerhalb von zwei Jahren gebaut. Im Sommer soll es bezugsfertig sein. Es fehlt nur noch der Innenausbau wie der Boden und Möbel. Das alte Gebäude von 1984, das bis jetzt als Sportheim diente, war renovierungsbedürftig. Also überlegte man sich, wie man dieses Vorhaben am besten anpacken könnte und entschied sich, das Bestandsgebäude komplett zu entkernen, damit aus den vielen kleinen Räumen eine große Halle entstehen kann. Die Umbauarbeiten wurden größtenteils in Eigenleistung vollbracht. Vom Baubeginn im August 2019 bis Ende letzten Jahres haben die Vereinsmitglieder bereits über 6.000 ehrenamtliche Helferstunden eingebracht. „Was sie selber machen konnten, wurde auch selber gemacht“, lobt Hämmerle. Die Kosten für das neue Sportheim mit verschiedenen Räumen und einer Sanitäranlage trägt der Verein. Die Gemeinde gibt nur einen Zuschuss.

Der SV Salgen/ Bronnen hat in Eigenregie ein neues Sportheim gebaut. Das alte Sportheim wird zur Turnhalle umgewandelt.

Die Gemeinde baut aber zwei Neubaugebiete selbst. Obwohl die Bauplätze in Bronnen schon alle vergeben sind, gibt es weiteren Bedarf nach Baugrund. Angedacht ist hier ein weiteres Baugebiet südlich von Salgen mit rund 20 Bauplätzen, um die Nachfrage zu stillen. Dieses ist bereits in Planung, einen Bebauungsplan gibt es allerdings noch nicht. Das Bauen könnte bald noch attraktiver werden, denn momentan wird in jedes Haus der Verwaltungsgemeinschaft Salgen Glasfaser verlegt.

jb

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