Knoten Bad Wörishofen und Türkheim-Ettringen gehen dieses Jahr in Betrieb

Der Flexibus fährt bald in 32 Unterallgäuer Gemeinden

Flexibus-Schild im Unterallgäu
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Der Flexibus fährt bald in insgesamt 32 Unterallgäuer Gemeinden. Das Angebot soll nach und nach im gesamten Unterallgäu eingeführt werden.

Unterallgäu – Der Flexibus fährt in immer mehr Gemeinden: Ab April gibt es diesen auch in Bad Wörishofen, ab Juli zudem in Türkheim, Ettringen, Amberg und Wiedergeltingen. Insgesamt verkehrt der Bus dann in sechs Knoten mit 32 Gemeinden – und steht damit knapp 100.000 Einwohnern zur Verfügung.

In allen Orten ist der Flexibus ab April bis 20 Uhr unterwegs und somit eine Stunde länger als bisher. Eine Änderung ist auch für den Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen geplant. So wird geprüft, ob auch Thannhausen im Landkreis Günzburg mit angefahren werden kann. Verschiedene Neuerungen beim Flexibus beschlossen hat jetzt der Ausschuss für Mobilität, Nahverkehr und Verkehrsvernetzung des Unterallgäuer Kreistags.

Dass der Flexibus ab diesem Frühjahr auch in Bad Wörishofen eingeführt wird, war bereits im vergangenen Jahr entschieden worden. Jetzt beschlossen hat der Mobilitätsausschuss, dass am 1. Juli der Knoten Türkheim-Ettringen in Betrieb genommen wird.

Zwei Haltestellen in Buchloe

Landrat Alex Eder freute sich, dass es gelungen ist, auch zwei Haltestellen in Buchloe im Landkreis Ostallgäu anzubieten. Von Seiten der Gemeinden war die Bitte ans Landratsamt herangetragen worden, den Flexibus auch nach Buchloe fahren zu lassen. „Wenn wir merken, wir können nachsteuern, lassen wir uns auch von Landkreisgrenzen nicht aufhalten“, sagte Eder.

Auch die Bürger aus dem Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen sollen künftig mit dem Flexibus in den Nachbarlandkreis gelangen. Der Mobilitätsausschuss beauftragte die Kreisverwaltung, hierzu Gespräche mit dem Landratsamt Günzburg zu führen und die Gebietserweiterung so bald wie möglich umzusetzen. Viele Bürger aus dem Bereich Kirchheim-Pfaffenhausen würden sich nach Thannhausen orientieren, erläuterte Landrat Alex Eder. Deshalb wolle man auch hier die tatsächlichen Verkehrsbeziehungen berücksichtigen.

Zuschüsse werden erhöht

Der Flexibus Kirchheim-Pfaffenhausen war 2018 als erster Knoten in Betrieb gegangen. Damals habe man mit 6.000 bis 11.000 Fahrgästen pro Jahr gerechnet, informierte Helmut Höld, Beauftragter für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) am Landratsamt. Diese Prognose sei aber nicht eingetreten. 2019 seien rund 3.500 Personen befördert worden, 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nur 2.500. Aufgrund der geringen Fahrgastzahlen ist dem Betreiber laut Höld ein deutliches Defizit entstanden. Der Mobilitätsausschuss beschloss deshalb, die Zuschüsse pro Fahrschein ab April um ein Viertel zu erhöhen. Für den Flexibus-Nutzer wird die Fahrt nicht teurer.

Sehr gut läuft Höld zufolge der Knoten Mindelheim mit rund 8.600 Fahrgästen im vergangenen Jahr. „Auch der Knoten Babenhausen-Boos war auf einem richtig guten Weg“, zog der ÖPNV-Beauftragte Bilanz. Rund 3.200 Passagiere seien dort im vergangenen Jahr befördert worden. Allerdings seien die Zahlen aufgrund der Corona-Pandemie zurückgegangen. Wenig sagen könne man dagegen noch zum Knoten Ottobeuren-Markt Rettenbach. Dieser ist im Oktober vergangenen Jahres gestartet und hatte mit 400 Fahrgästen bisher noch wenig Nutzer. Das Angebot sei aber noch zu frisch, um grundsätzliche Aussagen machen zu können, betonte Höld.

In allen Knoten fährt der Flexibus künftig unter der Woche bis 20 Uhr. Der Mobilitätsausschuss verlängerte die Betriebszeit um eine Stunde und schaffte damit die Voraussetzung dafür, dass die Knoten langfristig gefördert werden. Ab dem fünften Betriebsjahr erhalten diese vom Freistaat Bayern nun eine Dauerförderung in Höhe von 35 Prozent des Defizits.

Thema in der Sitzung war neben dem Flexibus auch der Haushalt im Bereich Schülerbeförderung und ÖPNV. Wie Sachgebietsleiterin Christine Heim erläuterte, sind hierfür heuer Ausgaben in Höhe von 5,17 Millionen Euro eingeplant. Der größte Teil davon entfällt mit 3,88 Millionen Euro auf die Schülerbeförderung. 4.519 Schüler hätten im Unterallgäu einen Anspruch auf eine Beförderung zur Schule, so Heim. Der Mobilitätsausschuss empfahl dem Kreistag, den Haushaltsansatz wie vorgestellt zu genehmigen.

wk

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