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Ortssprecher Andreas Bader erklärt Stärken und Handlungsbedarf in Unterauerbach

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Andreas Bader lebt gerne in Unterauerbach. Was den Ortsteil auszeichnet und wo es Handlungsbedarf gibt, hat der Ortssprecher nun im Gespräch mit dem Wochen KURIER erklärt. © privat

Unterauerbach – Westlich des Stadtwaldes, im Idyll zwischen Oberauerbach und Westernach, liegt das 156 Einwohner große Unterauerbach. Auch dort wurde vor der Sommerpause ein Ortssprecher gewählt – bzw. mit dem 50-jährigen Andreas Bader der Amtsinhaber für eine zweite Periode bestätigt. Warum er gerne in Unterauerbach lebt und wie er seinen Ortsteil auch für nachfolgende Generationen lebenswert erhalten will, erklärt der Familienvater und selbständige Schreinermeister im Gespräch mit dem Wochen KURIER.

Hallo, Herr Bader. Warum lohnt es sich Ihrer Meinung nach, hier in Unterauerbach zu leben?

Bader: „Das Ortsbild wird vom Auerbachtal her gesehen ist geprägt von der malerisch am Auerbach gelegenen Säge und dem Kirchturm der Sankt Michaelskirche. Der Zusammenhalt unter den Dorfbewohnern und ein intaktes Vereinsleben werden bei uns groß geschrieben.“

Woran machen Sie das fest?

Bader: „Bestes Beispiel hierfür ist unser Schützenverein, der seit 1920 besteht und eigentlich im Juni sein 100-jähriges Jubiläum hätte feiern wollen. Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte dieses aber leider nicht stattfinden und soll voraussichtlich im Juni 2021 nachgeholt werden.“

Das dürfte viele freuen! Womit kann Ihr Ortsteil außerdem noch punkten?

Bader: „Was die Strom- und Wasserversorgung angeht, könnte Unterauerbach ein Vorbild für andere Dörfer sein. Hier wird, dank der seit einigen Jahren bestehenden Biogasanlage sowie einiger in den letzten Jahren dazu gekommener PV-Anlagen, jährlich etwa das Siebenfache an Strom produziert, wie von den Bewohnern verbraucht wird. In Unterauerbach ist außerdem eine Metzgerei ansässig, die noch selbst schlachtet und auch weit über die Grenzen Mindelheims hinaus bekannt ist. Die Landwirtschaft ist bei uns ebenfalls noch stark vertreten. Und unsere Dorfwirtschaft mit ihrem urigen Charakter ist nach wie vor ein beliebter Treffpunkt.“

Sie kämen mit Ihrer Versorgung im Grunde also auch fast ohne die Kernstadt klar. Wie bewerten Sie die Anbindung dorthin?

Bader: „Die Anbindung an die Kernstadt ist gut. Die Busverbindung für unsere Schulkinder könnte allerdings etwas besser sein, außerdem ist vor ein paar Jahren leider der Kindergartenbus gestrichen worden. Meine Kinder konnten diesen Service noch genießen und gemeinsam mit Gleichaltrigen aus Ober- und Unterauerbach mit dem Bus zum Kindergarten fahren. Für die Kinder was das ein tägliches Highlight.“

Nun fährt der Bus zwar nicht mehr. Dafür ist auf der Durchfahrt durch Unterauerbach, wie man hört, ansonsten reichlich Verkehr unterwegs. Wie ist Ihr Eindruck?

Bader: „Durch die zunehmende Frequentierung durch LKW, PKW und andere Fahrzeuge, als Zubringer für den ‚Gewerbepark Unterallgäu‘ sowie zur Autobahn wurde unsere Durchfahrtsstraße in den letzten Jahren tatsächlich sehr in Mitleidenschaft gezogen und bedarf dringend einer Renovierung. Denn Jahr für Jahr entstehen große Schlaglöcher, die vor allem für Radfahrer und Motorradfahrer zur Gefahr werden. Da niemand möchte, dass jemand durch Straßenschäden verletzt wird, ist es dringend an der Zeit, hier zu handeln. Ich werde mich auch in den kommenden Jahren weiterhin dafür einsetzen.“

Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen: Wie sieht Ihre Vision vom Ortsteil aus?

Bader: „Unterauerbach soll auch in Zukunft ein Ort sein, wo Gemeinschaft und Zusammenhalt einen hohen Stellenwert haben. Ich lebe sehr gerne hier und möchte, dass auch meine Kinder und die nachfolgenden Generationen das von sich behaupten können.“

Interview: Marco Tobisch

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