Mit Zwischenstation in Bad Wörishofen?

Urallgäuer Udo: Wanderausstellung in Planung – Standort für Dauerausstellung gesucht

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Eine Rekonstruktion des Urallgäuers Udo steht im Eingangsbereich des Pforzener Gemeindeamts.

Pforzen/Bad Wörishofen – Derzeit begrüßt eine Rekonstruktion des Sensationsfundes Udo alle Besucher im Eingangsbereich vom Pforzener Gemeindeamt. Dabei stellt sich die Frage: Wie soll es mit Udo nun eigentlich weiter gehen? Geplant ist seitens der Gemeinde, eine Wanderausstellung zu entwickeln, um ihr anschließend eine dauerhafte Bleibe in Pforzen einzurichten. Vielleicht auch eine Chance für Bad Wörishofen, zu profitieren, denn Stefan Welzel hatte bereits Ende letzten Jahres sein Interesse am historischen Fund bekundet.

Obwohl es momentan wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Problemen und Beschränkungen, um den Urallgäuer aus der Pforzener Tongrube an der Hammerschmiede etwas ruhiger geworden ist, beschäftige man sich trotzdem recht intensiv mit ihm und wie es weitergehen soll. Das sagte Pforzens Bürgermeister Herbert Hofer nun.

Die unter dem Titel „Udo – der erste Fußgänger“ Ende Januar diesen Jahres in den Museumsräumen von Schloss Hohentübingen eröffnete Ausstellung musste wegen Corona unterbrochen werden, soll aber bis Sonntag, 1. November, verlängert werden. In diesem Zusammenhang war eine ähnlich konzipierte Ausstellung im zeitigen Frühjahr auch in Pforzen und anschließend im Raum Ostallgäu geplant. Auf Anfrage erklärte Pforzens Bürgermeister, dass nach wie vor in einem ersten Schritt überlegt werde, in Udos Heimatgemeinde eine Art Wanderausstellung zu installieren. Sie soll zunächst in Pforzen eröffnet und nach einiger Zeit im Landratsamt Ostallgäu in Markt­oberdorf sowie bei Interesse auch in weiteren Kommunen zu sehen sein. Am Ende würden dann die Exponate wieder nach Pforzen zurückkehren, um dort einen „festen“ Ausstellungsort zu bekommen. Ob „Udo“ dann auch Zwischenstation in Bad Wörishofen macht? Zumindest Interesse am Sensationsfund hatte Stefan Welzel Ende letzten Jahres bereits bekundet. „Wenn es einen runden Planungstisch geben wird, sollte sich Bad Wörishofen allein schon mit Blick auf das Besucherpotenzial unbedingt daran beteiligen“, hatte Welzel anlässlich eines Besucherzentrums gesagt, das Pforzens Bürgermeister Hofer angeregt hatte.

Die neue Ausstellung jedenfalls verspricht reichlich Interessantes: Basierend auf der von Professorin Madelaine Böhme – Udos Entdeckerin – aufgebauten Ausstellung in Tübingen, wolle man in enger Zusammenarbeit mit dem Team der dortigen Uni, auch in Pforzen das Ganze gestalten. Neben Informationen über Udo sollen auch Infos zu weiteren Ausgrabungsfunden aus der Tongrube Hammerschmiede vermittelt werden. Dabei bemühe man sich die Ausstellung vom Inhalt her etwas „breiter aufzustellen“ und dabei die Geheimnisse der Evolution in leicht verständlicher Form den Besuchern näher zu bringen.

Neben zeitgemäßen Darstellungen sei vor allem die Auswahl geeigneter Materialien wichtig. In enger Zusammenarbeit mit der Uni Tübingen solle die gesamte Präsentation mit aussagekräftigen Bildern, Videos, Schautafeln und Texten möglichst anschaulich und „lebensnah“ gestaltet werden. Dazu sind auch die entsprechenden Druckdaten der Knochen von Udo und der weiteren Funde notwendig, so Hofer. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang eine Reproduktion des Urallgäuers in Originalgröße und gegebenenfalls ein Skelett mit der Hervorhebung aller gefundenen Knochenteile.

Vonseiten des „Arbeitskreises Hammerschmiede“ war zu erfahren, dass man bezüglich „spannender“ Präsentation mit einem Fachmann Kontakt aufgenommen habe. Bezüglich der „Finanzen“ habe das Landratsamt Ostallgäu eine Beteiligung an den Kosten in Aussicht gestellt. Aus diesem Grund ist auch der Landkreis an der Gesamtplanung und -gestaltung in Kooperation mit der Gemeinde Pforzen und dem Freistaat Bayern unter Federführung von Staatsminister Bernd Sibler (Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) aktiv beteiligt.

kdk

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