40 Jahre Landkreis Unterallgäu

Bürger entdeckten ihre Heimat neu

Den eigenen Landkreis besser kennenlernen konnte man in diesem Jahr bei den zahlreichen Veranstaltungen zum Landkreis-Jubiläum. Unser Bild entstand bei einem Wallfahrtstag vor der Wallfahrtskirche Kirchsiebnach. Foto: Vögele

Unterallgäu (wk): Das Landkreisjubiläum sollte eine große Geburtstagsfeier für alle Unterallgäuer werden, mit vielen Angeboten für die ganze Bevölkerung.

Und das ist es laut Landrat Hans-Joachim Weirather auch geworden. »Zahlreiche Bürger haben die Gelegenheit genutzt und sich aufgemacht, den Landkreis neu zu entdecken – ob bei geschichtlichen Exkursionen oder Führungen zu den Naturschönheiten der Region«, sagt Weirather. Zum 40-jährigen Bestehen des Landkreises standen das ganze Jahr über verschiedene heimat- und naturkundliche Veranstaltungen auf dem Programm. »Auch so mancher alteingesessene Unterallgäuer bekam da einen neuen Blickwinkel auf die Heimat.«

Das Jubiläum erinnerte daran, dass der Landkreis vor 40 Jahren gegründet wurde. Am 1. Juli 1972 entstand das Unterallgäu im Zuge einer bayernweiten Landkreisreform aus den Altlandkreisen Mindelheim und Memmingen und Teilen der damaligen Landkreise Illertissen, Krumbach und Kaufbeuren. 

Zusammen mit den Kreisheimatpflegern, den Unterallgäuer Gästebegleitern und den Mitarbeitern des Landratsamts lud der Landkreis alle Unterallgäuer dazu ein, das Jubiläumsjahr zu einer Entdeckungsreise im Landkreis zu nutzen, ob bei verschiedenen Fahrten durch den Landkreis, als Wanderer oder Wallfahrer. Daneben präsentierten sich auch Gemeinden und Städte sowie die Unterallgäu Aktiv GmbH im Rahmen des Jubiläums und boten zahlreiche Veranstaltungen an.

»Wir haben ganz bewusst auf einen offiziellen Festakt verzichtet«, sagt Weirather. »Wir wollten, dass das Jahr ganz im Zeichen der Bürger steht.« So konnten sich diese zum Beispiel auf die Spuren der Kelten begeben oder Burgen und Schlösser im Unterallgäu näher kennenlernen. Kulinarisch Interessierte erfuhren im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren alles übers Kochen zu Großmutters Zeiten, Naturliebhaber wanderten zum Beispiel zum seltenen Gelben Lein bei Heimertingen oder holten sich im bei einer Führung im Unterallgäuer Kreislehrgarten Tipps. Andere spürten der Wallfahrtstradition nach, die es im Unterallgäu seit vielen Jahrhunderten gibt, und pilgerten zu den Wallfahrtskirchen Kirchsiebnach, Kirchhaslach und Maria Steinbach. 

Symbolträchtig war eine Wanderung auf den Kohlberg. Zusammen mit Kreisräten und Bürgermeistern begab sich Landrat Hans-Joachim Weirather zu dem Ort, der die Landkreisreform vor 40 Jahren wohl am besten versinnbildlicht. Der Kohlberg in der Mitte des Landkreises, zwischen Erkheim im ehemaligen Altlandkreis Memmingen und Kammlach im früheren Altlandkreis Mindelheim, steht für Trennung und Verbindung zugleich. In den meisten Bereichen sind die Altlandlandkreise inzwischen fest zusammengewachsen, ist sich Weirather sicher. »Wir sind in den vergangenen 40 Jahren ein Landkreis geworden.« Ihre eigene Identität hätten sich alle Regionen jedoch erhalten. Und so zeichne gerade diese Vielfalt das Unterallgäu aus. 

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