Nach Bürgerdialogen in Mindelheim

Verkehrskonzept Maristenareal: Noch nicht umgesetzt, aber "im Zeitplan"

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Rund ums Maristenareal kommt es zu den Spitzenzeiten immer wieder zu Verkehrs­chaos. Um Lösungen hatte sich letztes Jahr die Stadt zusammen mit Bürgern und Städteplanern bemüht. Bis alle beschlossenen Maßnahmen umgesetzt sind, werden aber noch einige Monate vergehen.

Mindelheim – Zwei Bürgerdia­loge hatte die Stadt vor gut einem Jahr abgehalten, um die Verkehrskonflikte rund um das Mindelheimer Maristenareal zu lösen. Und schon wenige Wochen später hatte der Stadtrat beschlossen, einen Teil der erarbeiteten Vorschläge umzusetzen. Erste Maßnahmen sind bereits erkennbar, andere stehen in den Startlöchern bzw. lassen noch auf sich warten. Der Wochen KURIER hat bei der Stadt nachgefragt.

„Nichts ist schlimmer im Bürgerdialog, als nur zu reden. Das Umsetzen ist ganz wichtig“, hatte Ingegerd Schäuble vom Schäuble-Institut für Sozialforschung aus München erklärt, als sie im Juli letzten Jahres die Ergebnisse der beiden Gesprächsrunden im Mindelheimer Stadtrat vorgestellt hatte. An diesem Abend hatten die Räte mit 20:2 Stimmen beschlossen: Champagnatplatz, Mühlweg und Georgenstraße werden bald zu Fahrradstraßen erklärt – nicht zu verwechseln mit einem Radweg, denn Anlieger dürfen hier auch weiterhin mit dem Auto hinein fahren. Damit einhergehen werden auch einige Bauarbeiten, unter anderem – zumindest zum Teil – breitere Gehsteige.

Bald im Zick-Zack

Die größte Veränderung durch das neue Verkehrskonzept wird jedoch auf der Schwabenwiese sichtbar: Dort soll die Fahrbahn asphaltiert werden, damit nicht mehr so viel Staub aufgewirbelt wird. An der Kindertagesstätte gibt es künftig eine sogenannte „Kiss & Go-Zone“ bzw. Kurzzeitparkplätze. Eine weitere „Kiss & Go-Zone“ für die Mama-Taxis (kurz dem Kind Tschüss sagen und weiterfahren) ist südlich vom Maristenkolleg geplant. Die Durchfahrt über die Schwabenwiese soll in beide Richtungen möglich sein. Und um ein schnelles Durchkommen zu verhindern, müssen Autos im Zick-Zack-Kurs fahren. Nicht zuletzt sollten auch die Straßenbeleuchtungen verbessert und zwei Brücken zwischen Schwabenwiese und Internatsgebäude über die Mindel gebaut werden.

Weil bislang lediglich die beiden Brücken zu sehen sind, hatten auch beim Wochen KURIER zuletzt bereits einige Bürger angefragt, wann denn nun weitere Maßnahmen des neuen Verkehrskonzeptes umgesetzt werden. Die Antwort der Stadt auf diese Frage: „Für alle weiteren Maßnahmen waren die Haushaltsverabschiedungen, die im März stattfanden, notwendig. Der städtebauliche Planungsauftrag wurde am 28. Februar diesen Jahres vergeben und nach Abschluss der Planungen wird im Stadtrat über die weitere Umsetzung entschieden“, heißt es auf die jüngste Nachfrage hin. Die baulichen Umsetzungen seien fürs Jahr 2021 vorgesehen, aber wegen der Corona-Pandemie seien die „Maßnahmen derzeit aber generell schwer planbar“ – auch das mögliche Budget könne man aktuell noch nicht abschätzen. Klare Aussage aber: „Derzeit liegen wir im Zeitplan“, so Pressesprecherin Julia Beck.

Marco Tobisch

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