Effiziente Verwaltung erspart der VG viel Geld

Verwaltungsgemeinschaft Türkheim beschließt den Haushalt 2021

Die Kläranlage in Türkheim.
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An Türkheims Kläranlage kam es im Frühjahr zu einem Problem mit einem Umbau, der weniger Schaden als vielmehr Kosten verursacht hat.
  • VonOliver Sommer
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Türkheim – In ihrer jüngsten Sitzung hat die Verwaltungsgemeinschaft Türkheim den Verwaltungshaushalt für heuer mit einem Volumen von 2,6 Millionen Euro und gut 600.000 Euro im Vermögenshaushalt genehmigt. Daneben ging es in der Sitzung um die Jahresrechnung 2020 und um eine Eilentscheidung des VG-Vorsitzenden, Bürgermeister ­Christian Kähler.

In der Verwaltungsgemeinschaft Türkheim sind neben der namensgebenden Marktgemeinde Türkheim auch die Gemeinden Amberg, Rammingen und Wiedergeltingen zusammengeschlossen. Die vier Kommunen teilen sich dabei wichtige Aufgaben der Verwaltung wie etwa das Bau- oder das Ordnungsamt, sodass nicht jeder Ort diese Einrichtungen für seine Bürger vorhalten muss und dabei Geld einsparen kann. Für diese Verwaltungsaufgaben benötigt die VG aber ebenfalls einen Haushalt wie auch die Kommunen. So mussten die vier anwesenden Bürgermeister bzw. Gemeindevertreter in der jüngsten VG-Sitzung über den Haushalt entscheiden.

Das Zahlenwerk hat heuer ein Volumen von 2,6 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt, aus dem Investitionen wie auch die Personalkosten bestritten werden. Diese sind zugleich auch der größte Einzelposten, fast zwei Drittel des Verwaltungshaushaltes, gut 1, 5 Millionen Euro sind Personalkosten. Ebenfalls zum Verwaltungshaushalt gehört der Abwasserzweckverband bzw. die Kläranlage, die in diesem Jahr aufgrund einer Betriebsstörung mehr Kosten als in den vergangenen Jahren verursacht hat.

Abwasserbiologie gestört

Auf Anraten einer Fachfirma hatten die Mitarbeiter der Kläranlage diese umgebaut. Dabei war ein sogenannter Tropfkörper umgesetzt worden, was zunächst keine Probleme verursacht hatte. Erst mit sinkenden Temperaturen sorgte dieser Umbau für Probleme, übersäuerte das Abwasser zunächst, woraufhin die Biologie in den Klärbecken kippte bzw. nicht mehr funktionierte. Wie die Anwesenden erfuhren, hatte dieser Vorfall keinerlei Auswirkungen außerhalb der Kläranlage selbst, allerdings musste Filtratwasser mit Hilfe einer externen Entsorgungsfirma beseitigt werden, solange die Anlage selbst dazu nicht in der Lage war. Kämmerer Claus-Dieter Hiemer versuchte den Bürgermeistern das Problem so gut wie möglich zu erklären, das für Mehrkosten von gut

50.000 Euro gesorgt hatte. Erst Mitte Mai sei die Störung behoben gewesen, so Hiemer. Daneben sorgten auch hier die gestiegenen Entsorgungskosten für Klärschlamm für steigende Betriebskosten, in Summe 60.000 Euro.

Nachdem die Verwaltungsgemeinschaft keine eigenen Steuern erhebt, decken die Mitgliedskommunen die Kosten. So erhält die VG Türkheim vom Freistaat Bayern eine sogenannte Finanzzuweisung in Höhe von 18,42 Euro je Einwohner. Bezogen auf die knapp 12.000 Einwohner innerhalb der VG ergibt sich daraus eine Zuweisung von 217.000 Euro bzw. einen ungedeckten Bedarf. Dieser wird von den Mitgliedsgemeinden gedeckt, heuer müssen diese 103 Euro je Einwohner zahlen. Damit ist die Umlage um vier Euro je Einwohner im Vergleich zum vergangenen Jahr angestiegen. Geschuldet ist dies neben den gestiegenen Personalkosten und den unerwarteten Ausgaben für die Kläranlage vor allem auch den ebenfalls gestiegenen EDV-Kosten – rund 100.000 Euro mehr als 2020, erklärte Hiemer.

Besser als der Soll

Kurz bevor der Haushalt genehmigt wurde, mussten die VG-Mitglieder auch die Jahresrechnung 2020 genehmigen und das sei besser gelaufen als erwartet. So habe man 100.000 Euro weniger ausgegeben als geplant, sagte der Kämmerer. Angesichts der Volumina beim Haushalt ist die VG Türkheim im Vergleich der Verwaltungsgemeinschaften im unteren Bereich angesiedelt. Ein Hinweis auf die schlanke und effiziente Verwaltung , so Hiemer.

Bei der Eilentscheidung ging es darum, dass Bürgermeister Christian Kähler als Vorsitzender der VG in Abstimmung mit seinen Bürgermeisterkollegen Anfang März die Teilnahme der VG an der Bündelausschreibung Strom beschlossen hatte. Nachdem das Thema Kubus (der Wochen KURIER berichtete) in der vorangegangenen Sitzung im Dezember noch nicht bekannt gewesen sei, hatte man beschlossen, Kähler zu der Eilentscheidung zu ermächtigen. Ansonsten hätte kurzfristig eine VG-Sitzung, nur für dieses Thema, anberaumt werden müssen. Auch um das Thema Verkehrsüberwachung war es in der Sitzung gegangen. Hier bildet die VG quasi einen Mantel für die Mitgliedskommunen. So müssen sich die Gemeinden selbst darum kümmern, wofür sie einen Dienst, etwa Überwachung des ruhenden Verkehrs (Parken) oder Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzungen wie im Bereich der Mindelheimer Straße vor der Schule (dort gilt Tempo 30) nutzen wollen. Bezahlen müssen die Mitgliedskommunen die Dienste, dafür erhalten sie auch die Bußgelder, die VG sorgt aber für den rechtlichen Rahmen; mit einem formellen Beschluss wurde die Zweckvereinbarung geschlossen.

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