Zu viele Mängel

Viele Corona-Testanbieter in Deutschland müssen dicht machen - auch im Unterallgäu?

Einige private Anbieter von Schnellteststationen mussten in Deutschland bereits schließen.
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Einige private Anbieter von Schnellteststationen mussten in Deutschland bereits schließen. Im Unterallgäu haben bislang alle Teststationen den Kontrollen standgehalten.
  • Marco Tobisch
    VonMarco Tobisch
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Unterallgäu – Deutschlandweit lassen die Behörden in den letzten Tagen zahlreiche Corona-Schnellteststationen privater Anbieter schließen – nicht, weil die Inzidenzzahlen sinken, sondern weil die Mängelliste bei den Stationen schlichtweg zu lang ist. Im Landkreis Unterallgäu hat das Gesundheitsamt noch keinen Grund gehabt, einzuschreiten.

Die Nachrichten zu Teststationen, die bundesweit von Zwangsschließungen betroffen sind, häufen sich in den letzten Tagen und sind zum Teil erschreckend: Datenpannen in Leipzig, bei denen plötzlich tausende von Testergebnissen im Internet frei abrufbar waren. Unzureichende Testdurchführungen und strukturelle Defizite, die mehrere Berliner Testzentren in die Knie zwangen. Teststationen in München, die nie Getesteten nach deren Terminabsage einen Negativnachweis zugeschickt haben sollen und daraufhin die Zulassung verloren. Das sind nur drei Beispiele von vielen.

Auch im benachbarten Landsberg am Lech hat das Gesundheitsamt nun drei Teststationen schließen lassen, nachdem Kontrolleure der Behörde Mängel festgestellt hatten – unter anderem sei man bei den Kontrollen auf nicht wirksames beziehungsweise zugelassenes Desinfektionsmittel gestoßen, heißt es.

Im Unterallgäu scheint die Welt dagegen in Ordnung. Wie Landratsamt-Pressesprecherin Sylvia Rustler auf Nachfrage des Wochen KURIERS sagte, sei hier noch keine der inzwischen 47 Schnellteststationen im Landkreis geschlossen worden. Auch von selbst habe bislang keiner der Anbieter – überwiegend Apotheken, zum Teil auch Gemeinden – das Handtuch geworfen, nachdem die Inzidenz endlich gesunken und für viele öffentliche Angebote sowie den Einzelhandel inzwischen gar kein Negativnachweis mehr notwendig ist. Nur bei den Öffnungszeiten wurde zum Teil nachjustiert.

Wer ein Corona-Testzentrum betreibt, muss den Behörden nicht nur ein Hygienekonzept vorlegen und konsequent einhalten, auch die Mitarbeiter müssen geschult sein. Ob bei der Umsetzung alles seine Richtigkeit hat, müsse das Unterallgäuer Gesundheitsamt regelmäßig stichprobenartig kontrollieren, erklärt Sylvia Rustler. Konkret werde dabei etwa überprüft, ob die Tests korrekt durchgeführt werden, ob das Personal die richtige Schutzkleidung trägt und ob das Testzentrum gemäß der Vorgaben ausgestattet ist. Bislang habe es allerdings erst neun solcher Kontrollen im Landkreis gegeben, sagt Rustler. Weitere sollen deshalb bald folgen.

Ein Überblick mit allen Schnelltest-Angeboten im Unterallgäu ist auf der Homepage des Landratsamtes in einer Karte zu finden, die regelmäßig aktualisiert wird.

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