Die ersten Mieter sind schon eingezogen

Vom Wirtshaus zur WG: Neue Senioren-Wohngemeinschaft in Salgen

Senioren-Wohngemeinschaft in Salgen
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Früher fand man hier in Salgen das Gasthaus „Zum Löwen“. Nun befindet sich in dem Gebäude eine ambulant betreute Senioren-WG.
  • VonAnna Müller
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Früher Wirtshaus, jetzt WG: Im Januar sind in Salgen die ersten Mieter in die ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren eingezogen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr allein leben können, aber nicht in stationäre Betreuung möchten.

Angestoßen hatte das Projekt Roman Ohneberg. Dessen Eltern führten bis Anfang 2011 das Gasthaus „Zum Löwen“ an der Hauptstraße in Salgen. Nachdem die Weiterführung des Betriebs nicht mehr möglich war, suchte Ohneberg nach einer neuen, sinnvollen Verwendung für das Gebäude. Nach langen Überlegungen und vielen Diskussionen war schließlich die Idee geboren, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren einzurichten. 2013 wurde zu diesem Zweck dann der gemeinnützige Trägerverein „Freunde neuer Wege zum Wohnen wie zu Hause e.V.“ gegründet.

Bis alle Pläne standen und der Umbau fertig war, sollte es dann noch einige Jahre dauern. Finanziert wurde das Projekt zum Teil durch staatliche und kommunale Fördermittel; neben der Gemeinde Salgen und dem Landkreis Unterallgäu unterstützten zum Beispiel auch das Amt für Ländliche Entwicklung, das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und die Bayerische Landesstiftung die geplante Wohngemeinschaft. Aber auch private Spenden und Sammelaktionen haben einen wichtigen Teil zur Finanzierung beigetragen. Zudem haben viele ehrenamtliche Helfer ihre Zeit und Arbeit für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Im Januar dieses Jahres war es dann so weit: Die ersten Mieter sind eingezogen. Mittlerweile leben dort fünf Senioren, drei weitere haben sich schon angemeldet. Die Betreuung übernimmt der Pflegedienst Pfaffenhausen. Das klappt ähnlich wie die ambulante Versorgung daheim – mit dem Vorteil, dass bei Bedarf immer jemand in der Nähe ist. So soll die Wohngemeinschaft die Lücke zwischen ambulanter und stationärer Betreuung überbrücken.

Ein wichtiger Teil des Zusammenlebens in der Wohngemeinschaft ist das „Gremium der Selbstbestimmung“. Dieses setzt sich aus den Mietern beziehungsweise deren Angehörigen zusammen und entscheidet über verschiedene Aspekte des alltäglichen Zusammenlebens. Damit hat jeder und jede ein gleichwertiges Mitspracherecht in der WG.

Wie Herbert Lochbrunner vom Pflegedienst Pfaffenhausen erklärt, soll hier in Salgen eben bewusst keine „Heim-Atmosphäre“ entstehen – dementsprechend wurde das barrierefreie Gebäude auch gestaltet. Neben den elf privaten Zimmern der Mieter stehen ihnen eine große Wohnküche, ein separates Wohnzimmer und ein Garten zur Verfügung.

Im Gegensatz zur stationären Betreuung sind die Mieter laut Lochbrunner frei in ihrem Tagesablauf. So wird zum Beispiel gemeinsam gegessen oder Gymnastik gemacht, aber wer einfach mal seine Ruhe haben möchte, kann sich jederzeit zurückziehen. So sind die Senioren nicht allein und behalten gleichzeitig ihre Privatsphäre. Ihre Zimmer richten sich die Mieter selbst ein, ganz nach ihrem eigenen Geschmack. Die Wohngemeinschaft soll schließlich ein echtes Zuhause für die Senioren sein, in dem sie sich so viel Selbstständigkeit wie möglich bewahren.

Anna Müller

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