"Lesen ist wie Kino im Kopf"

61. Vorlesewettbewerb in Türkheim: Schülerin aus Ottobeuren gewinnt

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Marlene Fischer vom Ruppert-Ness-Gymnasium in Ottobeuren (Mitte) freut sich über ihren Sieg beim 61. Vorlesewettbewerb an der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule in Türkheim. Kreszentia Bersch von der Ruppert-Ness-Realschule (3. v. links) wurde Siegerin der Realschulen im Unterallgäu. Luzia Schmid von der Mittelschule Pfaffenhausen (3. v. rechts) wurde Siegerin der Mittelschulen. Es gratulierten den Schülerinnen (v. links): Schulamtsdirektorin Ursula Abt, Schulrektorin der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule Barbara Engel, Türkheims Bürgermeister Christian Kähler und stellvertretende Landrätin Marlene Preißinger.

Türkheim – Wer kann am besten vorlesen? Um das herauszufinden, duellierten sich die 18 Schüler aus dem Landkreis Unterallgäu beim Regionalentscheid des 61. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule. Sechstklässler von den Unterallgäuer Gymnasien, Real- und Mittelschulen lasen der Jury einen Wahl- und einen Fremdtext vor. Der Sieger, der alle drei Bewertungskriterien erfüllte, darf im nächsten Schritt beim Bezirks­entscheid antreten. Nach dem Landesentscheid im Mai wird vom 22. bis 24. Juni in Berlin der beste Vorleser Deutschlands gekürt.

Bundesweit lasen 600.000 Schüler der sechsten Klasse um die Wette; davon erreichten 7.000 von ihnen den Regionalentscheid der Städte und Landkreise. Einer davon fand im Landkreis Unterallgäu statt, wo nun 18 Schüler gegeneinander antraten.„Lesen ist wie Kino im Kopf“, sagte Schulrektorin der Ludwig-Aurbacher-Mittelschule Barbara Engel. Es sei eine individuelle, fantasievolle Reise, die Bilder im Kopf entstehen lässt. Anders bei einem Kinofilm, bei dem die Bilder vorgegeben werden. Bürgermeister Christian Kähler ist dennoch eher der „Schauer“. Ein Kino müsse es ja schließlich auch geben und blickte dabei auf Rudolf Huber, Inhaber vom Filmhaus Huber, der mit in der Jury saß.

Vor der Jury mussten die Schüler ihren Wahltext und einen Fremdtext vorlesen.

Stellvertretende Landrätin Marlene Preißinger habe sich schon richtig auf den Termin mit den „Leseratten“ gefreut. Im Gegensatz zu Kähler ist sie nämlich selbst ein Bücherwurm, denn wenn sie einmal mit einem Buch angefangen hat, liest sie die ganze Nacht durch und ärgert sich dann am nächsten Morgen, dass sie mit dem Buch schon durch ist. Da ihre Tochter selbst mal beim Wettbewerb teilgenommen hat, weiß sie, wie aufgeregt man als Elternteil ist. Sie seien sogar meistens aufgeregter als die Kinder selbst, bemerkte Kähler. Er kündigte zudem an, dass nicht nur der Gesamtsieger ein Geschenk bekomme, sondern jeder Schulsieger mit einer Urkunde und einem Buch belohnt werde. Während alle Teilnehmer das Buch „Die beste Bahn meines Lebens“ geschenkt bekamen, durfte sich der Sieger über ein weiteres Buch, „Das Abrakadabra der Fische“, freuen. „Ihr seid die besten Leser. Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein“, sagte Engel zu den Schülern. Doch man suche eben „den Besten der Besten“.

Zwei Stunden lang lasen die Schüler der Jury vor. Die erste Aufgabe bestand darin, das Buch, das sie sich selbst aussuchen durften, vorzustellen und danach eine Textstelle daraus vorzulesen. Bei der zweiten Aufgabe mussten sie zwei Minuten lang aus einem Fremdtext vorlesen, was eine besondere Herausforderung sei, weil sie sich darauf nicht vorbereiten konnten.

Die Schüler der Real- und Mittelschulen sowie der Gymnasien wurden alle unter gleichen Maßstäben bewertet. Dabei kommt es auf die Lesetechnik (flüssiges, fehlerfreies Lesen, Lautstärke, deutliche Aussprache, Lesetempo), auf die Interpretation (sinngemäße Betonung, eigene Ausdruckskraft, erkennbar wörtliche Reden) sowie zusätzlich beim Wahltext auf die Textstellenauswahl (Hinführung und Inhalt der Textstelle) an. Generell gelangten mehr Mädchen als Jungen in den Regional­entscheid, was daran liegt, so vermutet Lehrerin Sandra Röger, die den Vorlesewettbewerb mitorganisierte, dass Mädchen einfach mehr lesen.

Deutlicher Vorsprung

Es wurde auf einem „sehr hohen Niveau“ gelesen, so Engel bei der Siegerehrung. Auch Schulamtsdirektorin und Jurymitglied Ursula Abt war begeistert: „Ihr habt alle sagenhaft toll vorgelesen.“ Sie rief zuerst alle Teilnehmer nach oben, die nicht gewonnen hatten. Am Ende blieben die drei Namen übrig, die Schulsieger ihrer jeweiligen Schulart wurden: Kreszentia Bersch von der Ruppert-Ness-Realschule in Ottobeuren, Luzia Schmid von der Mittelschule Pfaffenhausen und Marlene Fischer vom Ruppert-Ness-Gymnasium in Ottobeuren. Besonders gestrahlt hat am Ende Marlene Fischer, die sich „mit einem deutlichen Vorsprung“, so Röger, den Gesamtsieg holte und sich damit für den Bezirks­entscheid qualifizierte. Ihr Wahlbuch war „Tapper Twins“ von Geoff Rodkey.

 Julia Böcken

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