Sahara-Staub über dem Landkreis

Warum der Unterallgäuer Himmel am Wochenende braun-gelb gefärbt war

Türkheim Sahara-Staub
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Auch über Türkheim färbte sich der Himmel am Samstag bräunlich-orange. Dafür gesorgt hatte der Sahara-Staub, der aus Nordafrika über Südeuropa nach Deutschland gezogen war.
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Türkheim/Unterallgäu – Geradezu unheimlich wirkte der Himmel in der Region am Samstag – als hätte jemand einen bräunlich-gelben Filter vors Wolkenbild gelegt. Für die ungewöhnliche Farbe sorgte derweil Sahara-Staub, der aus Nordafrika auch ins Unterallgäu gezogen war. 

Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) gingen am Wochenende sogar Anrufe ein mit der Frage, ob denn nun der Weltuntergang bevorstehe. Dass Sahara-Staub über der Bundesrepublik zu sehen ist, dafür gibt es jedoch eine Erklärung. Der Türkheimer Dominic Hildebrandt, Masterstudent im Bereich Geowissenschaften in Heidelberg, klärt auf: „Über den Wüstengebieten Nordafrikas werden mineralische Feinstpartikel aufgewirbelt und durch vertikale Luftbewegungen in höhere Luftschichten transportiert.“ Über Winde gelange der Staub dann nach Zentraleuropa und dank eines Föhns auch über die Alpen. „Die Staubpartikel führen dann zu verstärkter Wolkenbildung und färben diese bräunlich-orange, wie am Wochenende auch im Unterallgäu“, erklärt Hildebrandt.

Seltenes Ereignis

Auch für den Türkheimer war das Phänomen ein außergewöhnliches: „Einen Staubtransport in diesem Ausmaße gab es schon länger nicht mehr.“ Auf geologischen Zeitskalen sei dieser aber durchaus häufig: So konnten Hildebrandt zufolge in Eisbohrkernen in den Schweizer Hochalpen in den letzten 170 Jahren sechs Ereignisse mit besonders starkem Eintrag von Sahara-Staub nachgewiesen werden. „Der Staub lagerte sich auf dem Gletscher ab, wo er heute die Skipisten einfärbt.“

Auch im Unterallgäu hatten viele Bürger spektakuläre Fotos mit dem natürlichen Staub-Filter in den Sozialen Medien veröffentlicht. Die nächste Chance dazu bietet sich wohl nicht allzu schnell wieder.

Marco Tobisch

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