Lernen mal anders

White Horse Theatre: Maristenschüler sehen Stück von Shakespeare

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Mindelheim – Zum wiederholten Mal trat das White Horse Theatre in der Aula des Maristenkollegs auf und präsentierte der Oberstufe die englischsprachige Komödie von Shakespeare „The Taming of the Shrew“. Die Schüler sind jedes Mal von den sich wechselnden Stücken begeistert und bekommen dadurch die schwierige, alte Sprache von Shakespeare nähergebracht.

Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Schüler hat das Maristenkolleg heuer wieder das White Horse Theatre zu sich geholt. Dabei hat das Theater immer andere Stücke mit wechselnden Schauspielern in petto, die extra auf die Schüler zugeschnitten worden sind. Die Schwierigkeit eines Stückes wird dem Alter angepasst. Am Beispiel von Shakespeares Komödie „The Taming of the Shrew“, auf deutsch „Der Widerspenstigen Zähmung“, ist die Handlung vereinfacht dargestellt, ohne aber dabei die alte Sprache, dessen Wortwitz und Humor zu verlieren.

Das White Horse Theatre ist ein englisches, pädagogisches Theater, das an deutschen Schulen auf Tournee geht und deren Stücke sich jährlich circa 400.000 Schüler aller Altersstufen ansehen. Hauptsächlich sind die Schauspieler an Gymnasien, Haupt- und Realschulen zu Gast, aber mittlerweile buchen auch einige Grundschulen die Theatergruppe, die europaweit die größte ihrer Art ist. Die englischsprachigen Aufführungen, basierend auf literarischen Werken von bekannten Schriftstellern wie Shakespeare, führen Muttersprachler aus Großbritannien auf. 

Schüler sind begeistert

Die Schüler Pauline May und Merlin Rabit vom Maristenkolleg kennen das White Horse Theatre bereits, denn die Briten traten letztes Jahr auch schon in der Aula auf. So haben die Jugendlichen die Möglichkeit, die Handlung eines englischsprachigen Stückes von Shakespeare besser zu begreifen. Der Lyriker und Dramatiker verfasste seine Texte nämlich in alter Sprache, die beim Lesen nicht so leicht zu entziffern ist. Mit Gestik und Mimik vereinfachen die Schauspieler die Geschichte und machen sie so besser für die Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe zugänglich. „Anfangs hat man Schwierigkeiten da reinzukommen“, gab Merlin Rabit zu. Doch der 17-jährige Schüler ist auch begeistert: „Es ist toll, einen Klassiker zu sehen. Es ist mal was anderes und lustig. Sonst lesen wir die Stücke nur.“ Auch die 16-jährige Pauline May hat das Stück „grundsätzlich schon verstanden, aber nicht jedes Wort“.

In dem Stück „The Taming of the Shrew“ geht es um die rebellische, emanzipierte, reiche Katharina, die jeden potentiellen Bräutigam in die Flucht schlägt. Ihre jüngere Schwester Bianca darf aber erst heiraten, wenn Katharina schon unter der Haube ist – so will es ihr Vater Baptista. Bianca hat bereits einen Verehrer Lucentio, der sie heiraten will. So muss er aber erst noch Katharina mit einem Mann verkuppeln, damit er um die Hand von Bianca anhalten darf. Gut, dass in dem Moment Petruchio auftaucht und um Katharina wirbt. Diese hat zwar kein Interesse an ihm, muss ihn dennoch heiraten. Am Ende schafft es Petruchio, die schlagfertige Katharina zu zähmen. Merlin Rabit war nach dem Monolog von Katharina, in der sie die Unterwürfigkeit der Frauen lobpries, irritiert, denn mit dem Ausgang haben die Schüler nicht gerechnet.

Nach den Herbstferien schreiben die Schüler der Oberstufe einen Test darüber, berichtet Merlin Rabit, der das Stück weiterempfehlen kann. Im Lehrplan ist Shakespeare zwar als Unterrichtseinheit vorgesehen, doch, da das Theater auf Tournee ist, konnte sich das Maristenkolleg den Termin nicht aussuchen und verlegte die Theateraufführung vor, denn erst im Frühjahr kommt Shakespeare in die Klassenzimmer.

Nach der Inszenierung konnten die Schüler Fragen an die Schauspieler stellen. Ein Schüler wollte wissen, ob die Akteure lieber böse oder gute Charaktere spielen – vor allem die widerspenstige Katharina musste sich von ihrer aggressiven, trotzigen Seite zeigen. Alle vier Schauspieler bevorzugen die bösen Charaktere, wie es hieß, denn es mache mehr Spaß, diese zu spielen und die Entwicklung zum Bösen mitzuerleben. Und obwohl es auch ab und zu echt wild mit kleinen Kämpfen zuging, hatten die Schüler viel zu lachen. Lernen soll ja auch Spaß machen. 

Julia Böcken

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