Mit Spitzenkandidat Christian Sedlmeir

AfD will erstmals in den Mindelheimer Stadtrat einziehen

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Mit Christian Sedlmeir als Spitzenkandidat möchte die AfD ab Mai im Mindelheimer Stadtrat vertreten sein.

Mindelheim – Bei den Landtagswahlen 2018 wählten über zwölf Prozent der Mindelheimer die AfD. Die Partei, die seither nicht nur im Bundes-, sondern auch im Landtag sitzt, möchte nun auch bei den Kommunalwahlen im März eine Rolle spielen. Nachdem die AfD-Liste für den Kreistag bereits vor wenigen Tagen auf der Homepage des Kreisverbandes veröffentlicht wurde, entschied sich ­Christian Sedlmeir dazu, auch für den Mindelheimer Stadtrat zu kandidieren – zusammen mit zwei Mitstreitern.

„Es geht uns um das Wohl der Bürger“, erklärt der 56-Jährige, der seit der Jahrtausendwende in Mindelheim wohnt und seither viele Ehrenämter bekleidet. Seit 1985 ist er aktiver Feuerwehrler, davon 17 Jahre als Kreisausbilder. Außerdem fährt er für den Rettungsdienst.

Den Schritt in die Politik will der Mindelheimer nun auch deshalb gehen, um sich für den Respekt gegenüber Ehrenamtlichen einzusetzen – und auch gegenüber der Polizei. „Die Polizei muss wieder den Stellenwert wie früher haben“, fordert er. Auf Bundesebene kritisiert er zudem die Steuerpolitik und die Altersarmut. „Wenn du das ganze Leben gearbeitet hast, darfst du später nicht in Armut leben.“

Auf lokaler Ebene gehe es vor allem darum, jungen Familien eine Perspektive zu bieten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Vor 20 Jahren, als er sich nach einem Haus in Mindelheim umgesehen habe, sei das noch leichter gewesen. Diese Themen nun im Namen der AfD im Stadtrat angehen zu wollen, rührt auch daher, dass Sedlmeir den Memminger Landtagsabgeordneten Christoph Maier aus seiner Zeit bei der Bundeswehr kennt. Mit dem Programm der Alternativen habe er sich zudem am besten identifizieren können, sagt der Grob-Projektleiter für „Neue Medien“.

Proteste bei Gauland-Besuch

Dass seine Partei polarisiert, ist dem 56-Jährigen freilich bewusst. Beim Besuch von AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzendem ­Alexander Gauland in Mindelheim im Vorfeld der Landtagswahl wurde beispielsweise vor dem Forum kräftig demonstriert. Insgesamt 100 Polizisten sorgten dafür, dass die Proteste friedlich blieben. 

Nun will Sedlmeir in seinem Kommunalwahlkampf auch einen Infostand organisieren – und ist gespannt, wie dieser angenommen wird. „Mit mir kann man über alles reden, vielleicht liegen unsere Meinungen ja gar nicht so weit auseinander. Nur, weil ich bei der AfD bin, bin ich kein anderer Mensch“, sagt der zweifache Familienvater.

Neben Sedlmeir kandidieren Mike Baunack und Johann Wesselak für ein AfD-Mandat im Stadtrat. Unterschriften mussten sie anders als Landratskandidat Jürgen Konrad und neue Fraktionen in Bad Wörishofen nur zehn Stück sammeln – Hintergrund ist, dass die AfD bereits im Landtag sitzt.

Marco Tobisch

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