Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Kneippstadt

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lausurtagung des Bad Wörishofer Stadtrats im Kloster Irsee Irsee/Bad Wörishofen (wk): Der Bad Wörishofer Stadtrat war am 13. Oktober im Kloster Irsee zur Klausurtagung war zusammen gekommen. Zentrale Themen waren hierbei die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Kneippstadt. Thomas Munding, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim, referierte zum Einstieg zum Thema »Wirtschaftsraum Bad Wörishofen – Chancen und Potentiale«. Dabei betonte er, dass Bad Wörishofen ein attraktiver und dynamischer Standort für Unternehmen sei, in dem in letzten Jahren sehr viel passiert wäre. Trotzdem müsse weiter investiert werden, in diesem Zusammenhang appellierte er besonders an die Hoteliers und Unternehmer, die mit ihren Betrieben das Kerngeschäft von Bad Wörishofen ausmachten. Um die Betriebsinhaber zu informieren und diesen die Möglichkeiten der unterschiedlichen Finanzierungen bei Investitionen darzulegen, wird es bei einer Veranstaltung der Sparkasse gehen, die möglicherweise noch dieses Jahr, spätestens im kommenden Frühjahr stattfinden soll. Munding begrüßte ausdrücklich, dass sich die Stadt mit dem Gewerbegebiet, insbesondere auch der Ansiedlung von Tricor, ein zweites Standbein geschaffen habe. Er sehe darin keine Beeinträchtigung des Kurortes, da die Distanz zu Autobahn und Gewerbebetrieben groß genug sei. Zum Thema »Demographie« hielt Hubert Plepla von der Koordinationsstelle für das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Unterallgäu einen Vortrag, in dem er vor allem auf die besondere Entwicklung von Bad Wörishofen einging. Mit einem derzeitigen Altersdurchschnitt von 50,3 Jahren liegt Bad Wörishofen im Vergleich zum bayerischen Schnitt (42,7) deutlich über dem Durchschnitt – die demographische Entwicklung wird der Kneippstadt bereits vorweggenommen. Für das Jahr 2029 wird für Bad Wörishofen ein Schnitt von 53,8 Jahren prognostiziert (im Vergleich Bayern: 46,4 Jahre). Bedingt ist dies unter anderem durch den Fortzug junger Leute und den Zuzug von Menschen im Alter von 45 bis 75 Jahren, die Bad Wörishofen als interessanten Standort für ältere Menschen schätzen. Der Stadtrat war sich einig, dass diese Entwicklung gleichzeitig auch eine Chance in sich trage; in einem »Labor der Zukunft« sollte diese Tendenz zu untersucht und wissenschaftlich ausgewertet werden, um in einem nächsten Schritt die nötigen Schlussfolgerungen für ein tragfähiges Zukunftskonzept zu ziehen. Dazu soll eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten und eventuell der Bertelsmann-Stiftung angestrebt werden. Für die Zukunft gehe es darum, dem steigenden Anteil an Pflege und Betreuungsbedarf gerecht zu werden. Hierzu gehöre unter anderem bedarfsgerechte Wohnangebote, Dienstleistungen, Infrastruktur und Beratungsmöglichkeiten. Eine Übersicht über die wichtigsten Projekte der Zukunft gab abschließend Stadtkämmerin Beate Ullrich. Kinderkrippe und Kindergarten in der Gartenstadt, Dreifach-Turnhalle und Kneipp-Erlebniswelt sind dabei die finanziell herausragenden Maßnahmen, doch dürfen auch die »normalen« Investitionen, wie beispielsweise der Straßenbau nicht übersehen werden. »Wir haben dieses Jahr über neun Prozent unserer Schulden abgebaut und damit einen Beitrag zum Konsolidierungsprozess geleistet«, so Holetschek. Die Prognosen hinsichtlich der Gewerbesteuer seien positiv, allerdings werde die Zukunft zeigen, ob diese auch bis ins Detail haltbar seien. »Wir wollen und müssen in den nächsten Jahren weiter investieren«, bekräftigt Holetschek. »Allerdings sind die Prioritäten dabei durch oben aufgeführte Projekte, zum Beispiel in Bezug auf die staatliche Förderung schon vorgegeben.«

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