Nach Neugründung

Bad Wörishofen: Elterninitiative will Betreuungslücke an der Schule schließen

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Grundschüler, die vor 14 Uhr Unterrichtsschluss haben, können von ihren Eltern zu Hause nicht betreut werden, wenn diese halbtags arbeiten. Eine neu gegründete Elterninitiative will sich dieses Problems nun annehmen.

Bad Wörishofen – Etliche Eltern von Kneippstädter Grundschülern haben oder bekommen ab September ein Problem: Wenn sie ihr Kind nicht in eine Ganztagesklasse geben wollen, aber auch nicht bei frühzeitigem Unterrichtsschluss abholen können, wird es schwierig. Eine verlässliche Betreuung nach der Schule bis 14 Uhr und die Möglichkeit zum Mittagessen sei nur eine Wunschvorstellung – das geht aus einer Pressemitteilung der neu gegründeten Elterninitiative Mittagsbetreuung hervor.

Schulleitung und Stadtverwaltung würden dem Problem gegenüber bisher zurückhaltend reagieren und auf „schwierige organisatorische Rahmenbedingungen“ verweisen. Dies wollte die eigens ins Leben gerufene Elterninitiative um Stefan und Milena Lindenau so nicht stehen lassen. „Viele Eltern wollen oder müssen halbtags arbeiten. Das geht aber nicht, wenn die Schulkinder schon um 11.30 Uhr Schulschluss haben.“

Der Weg der Elterninitiative habe zu bisher erfolglosen Gesprächen bei der Verwaltung geführt, heißt es in der Mitteilung. Dies, obwohl in Eigeninitiative in den Kindergärten eine Umfrage unter den Eltern der zukünftigen Grundschüler gemacht wurde. Die Umfrage zeige den vorhandenen Bedarf. „Bestimmt ist dieser Bedarf noch größer, da auch bei jetzigen Schülern das Problem besteht“, ist sich Stefan Lindenau sicher. Eine Umfrage an der Schule dazu sei bisher aber trotz einer Bitte nicht durchgeführt worden.

Deshalb setzte sich Lindenau mit mehreren Stadt- und Kreisräten in Verbindung. Heraus kam eine Gesprächsrunde mit den Ratsmitgliedern Marion Böhmer-Kistler und Stefan Welzel sowie Kreisrat Jürgen Bäurle. In einer gemeinsamen WhatsApp-Gruppe wurden fortan Daten und Informationen gesammelt und mit Nachbarkommunen verglichen. Ergebnis war: Eine offene Ganztagesklasse als sogenannte „Kurzgruppe“ bis 14 Uhr ist grundsätzlich machbar. „Das wäre eine sinnvolle Ergänzung zum Angebot der Ganztagesklassen und dem Hort“, findet Marion Böhmer-Kistler.

Soweit die bereits beengte Raumsituation an der Schule als Gegenargument ins Feld geführt wird, lässt die Arbeitsgruppe dies so nicht gelten. „Wir rechnen für die nächsten Jahre mit stark steigenden Schülerzahlen bei den Erstklässlern und brauchen daher ein gesamtschulisches Raumkonzept“, stellt Stefan Welzel den grundlegenden Bedarf dar. Einen entsprechenden Antrag wolle man im Rathaus einreichen. Im Namen der Arbeitsgruppe suchte Welzel auch gleich das Gespräch mit Pfarrer Andreas Hartmann. Dieser stellte in Aussicht, hier durchaus und soweit möglich, mit Räumlichkeiten aushelfen zu wollen.

Ein weiterer Punkt, der gelöst werden müsse, sei die Personalsituation. Hier würden zwar von offizieller Seite Gespräche zwischen den organisatorisch Beteiligten geführt. „Das Ganze zieht sich aber doch sehr in die Länge“, bemerkt Stefan Lindenau. „Mit einem guten Personalkonzept könnte man sicher schneller zu einer Lösung bei der Betreuungslücke kommen“, ergänzt Jürgen Bäurle.

Die Elterninitiative und die Arbeitsgruppe wünschen sich daher, dass alle Möglichkeiten der Problemlösung zeitnah ausgelotet werden. Kinder könne man nicht irgendwo „zwischenparken“ und es dürfte auch nicht so sein, dass Eltern bestraft werden, die sich nachmittags um ihr Kind selbst kümmern wollen. „Nachfrageorientierte Betreuungsangebote sind angesichts der demografischen Entwicklungen auch ein wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität unserer Stadt“, fasst Stefan Welzel auch das gesamtgesellschaftliche Interesse am Lückenschluss im Betreuungsangebot zusammen. Zudem ist Teilzeitarbeit auf Arbeitnehmerseite wie auch bei den Arbeitgebern gefragt.

wk

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