Dienstleiter Markus Böhm blickt auf 2018 zurück

BRK Bad Wörishofen: Seit 125 Jahren eilen sie Menschen in Not zu Hilfe

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Beim Bad Wörishofer BRK-Bereitschaftsdienst ist heuer einiges geboten: Neben Jubiläums- und Familienfest dürfte auch die Hilfe der zahlreichen Ehrenamtlichen rund um Bereitschaftsleiter Markus Böhm (kleines Bild, rechts) wieder häufig gefragt sein.

Bad Wörishofen – „Vade et fac ipsum. Geht hin und tut Gutes. Menschen in Not helfen“, das war das Motto des BRK-Bereitschaftsdiensts Bad Wörishofen, der zur Jahreshauptversammlung eingeladen hatte und auf die Einsätze in 2018 zurückblickte. Zahlen, Daten, Fakten, 125-jähriges Jubiläum, Ehrungen und das Thema Bereitschaftsjugend standen auf der Agenda. 14 Ehrengäste, darunter Mindelheims Bürgermeister Dr. Stephan Winter – stellvertretender Vorsitzender der BRK-Bereitschaft – und Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka und Stefan Welzel, setzten klare Zeichen.

Nach der Begrüßung, einer stillen Gedenkminute zu Ehren der verstorbenen Mitglieder und dem gemeinsamen Abendessen, breitete der Leiter der Bereitschaft, Markus Böhm, zuerst die Statistiken aus. 82 Mitglieder habe man derzeit insgesamt, wovon sich 68 aktiv einbrächten, und die im vergangenen Jahr zusammen 10.425 ehrenamtliche Stunden geleistet hätten. Egal, ob als Arzt, Sanitäter oder in anderer Funktion: Fast kein Tag verginge, ohne einen oder gar mehrere Einsätze, das bedeute Verzicht auf viel Freizeit, auch an Wochenenden, so Böhm. Von Rettungseinsätzen, über Präsenz bei Veranstaltungen bis hin zu Blutspendediensten. Dazu die notwendige Aus- und Weiterbildung. Viele Stunden ehrenamtliche Einsätze kamen zusammen. Allein der Kurhausdienst in Wörishofen habe mit 86 Diensten und 594 dabei angefallenen Stunden zu Buche geschlagen – dabei kam es zu 21 Versorgungen. In diesem Zusammenhang dankten Böhm und seine Mannschaft Bürgermeister Gruschka dafür, „dass nach Jahren des Wartens endlich ein Raum im Kurhaus zur Verfügung gestellt wurde, und nun die Patienten abseits des Publikums behandelt werden könnten, statt wie zuvor auf dem Boden“. Die Bitte nach einem Behandlungsraum „sei bei ihm gleich auf fruchtbaren Boden gefallen“, sagte Gruschka, „es wäre nötig gewesen, einen Behandlungsraum zu besorgen“. Unabhängig davon meinte Gruschka, dass „die BRK riesigen Erfahrungsschatz und sich hundertfach bewährt habe“ und „er glaube, ihre Einsätze verdienen eine ganz hohe Anerkennung.“

1894 gegründet, in die Zeit und auf das Wirken Sebastian Kneipps zurückreichend, feiert die BRK Bereitschaft ihr 125-jähriges Jubiläum. Schon jetzt freue man sich auf die zwei Feste: Den Festakt „125 Jahre Bereitschaft Bad Wörishofen“, am 11. Mai um 18.30 Uhr, und das BRK-Familienfest, am 19. Mai um 10 Uhr.

Aber auch ohne diese Zahlen, Daten, Fakten und anerkennenden Worte konnte jeder Gast an dem Abend ein Gefühl dafür bekommen, wie sehr die Bürger die Bereitschaft brauchen: Gleich zwei Mal ertönte Alarm und riss Kollegen in Bereitschaft aus der Runde. Sie eilten aus dem Saal – um Gutes zu tun. Normaler Alltag jener, die so viele Stunden im Jahr auf Abruf oder im geplanten Einsatz bereitstehen, zum Wohle der Mitmenschen.

Soziales Engagement

Gelebte Werte betonte auch Mindelheims Bürgermeister Dr. Stephan Winter und bezog sich dabei auf einen der Leitsätze des Roten Kreuz: „Durch Menschlichkeit zum Frieden“. Winter betonte die „notwendige Hilfe, die sozialbedürftige Menschen bräuchten und durch die Ehrenamtlichen bekämen“. Er erinnerte in dem Zusammenhang an den unlängst in Bad Wörishofen eröffneten Rot-Kreuz-Laden. Der BRK brächte großes soziales Engagement – davon zeugten zahlreiche Folien der PowerPoint-Präsentation, die Markus Böhm mit dem Beamer an die Wand warf.

„Einen eigenen Beamer“ beispielsweise, „hatte sich die Bereitschaftsjugend schon lange gewünscht“, so Franziska Böhm, die die Bereitschaftsjugend betreut. Dass die vielen notwendigen Dinge reichlich Geld kosten, alles irgendwie finanziert werden muss, ist klar. Markus Böhm hatte zuvor die größeren Investitionen des Jahres aufgelistet. Voran der kürzlich neu angeschaffte Krankentransportwagen, der den inzwischen 25 Jahre alten Vorgänger abgelöst hatte. Froh sei man auch um neu angeschaffte Digital-Funkgeräte und einige andere sinnvolle und notwendige Anschaffungen.

Die Jugendarbeit zu forcieren, das sei ein Schwerpunkt, da waren sich alle Funktionäre einig. Die Jugend setze neuerdings verstärkt auf die Öffentlichkeitsarbeit, um zu zeigen, was sie alles kann, sagte Franziska Böhm. Sogar ein eigenes Bereitschaftsjugend-Logo habe man nun. Bürgermeister Paul Gruschka unterstrich diesen Aspekt in seiner Rede. Er hob die 25 Jugendlichen heraus, die „die Zukunft der Bereitschaft seien“ und dankte Böhm für ihre Arbeit mit den jungen Menschen. Gruschka dankte in seiner Rede auch den älteren Mitgliedern, den „festen Größen“ der Bereitschaft, und gratulierte den Geehrten.

Das Thema Generationen hing ohnehin im Raum, sei es bei den Reden, in den Pausen oder am Rande der Veranstaltung. Georg Stürzel, seit über 50 Jahren Mitglied der BRK Bereitschaft Bad Wörishofen, erhielt die Ehrennadel für Ausbilder. Er ist eine dieser „festen Größen“, war 24 Jahre lang Leiter, bevor er vor ein paar Jahren sein Amt Markus Böhm zu Verfügung stellte. „Es ist gut, dass die Jungen nun vorne stehen“, so Stürzel. Mit Böhm, den Kreisbereitschaftsleiter Josef Fink aufgrund zehnjähriger Mitgliedschaft ehrte, habe sich der passende Nachfolger gefunden.

Kreisbereitschaftsleiter Fink und Markus Böhm verliehen über den Abend zahlreiche weitere Ehrungen: Gratulationen zu langjährigen Mitgliedschaften gingen an Werner Weikel zur 55-jährigen Mitgliedschaft. Edwin Grüllmayr und Thomas Rosenberg erhielten die goldene Ehrennadel für 40-jährige und Waltraud Marz die silberne für 25-jährige Mitgliedschaft. Weiter ehrte man folgende Mitglieder: Markus Wexel (20 Jahre), Anette Bader, Lisa Eichler, Matthias Eichler und Michael Müller (15 Jahre), Markus Drexl (fünf Jahre).

Zu den Ehrengästen des Abends zählten außer den Bürgermeistern: Die Stellvertretende BRK-Vorsitzende Erika Freuding, Chefarzt Dr. Ralf Schnabel, Kreisgeschäftsführer Wilhelm Lehner, Bereitschaftsleiter MN Julian Leichtle, der technischer Leiter Wasserwacht UA Stephan Lang, der stellvertretende Vorsitzende der Wasserwacht UA Reinhard Güthler, der 1. Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Bad Wörishofen Peter Eichler, die Vorstände der freiwilligen Feuerwehr Bad Wörishofen Hans-Peter Rosier und Thomas Schwaier, vom Malteser Hilfsdienst Peter Schmidt und die Stadträte Wolfgang Hützler und Helmut Vater.

Begeisterte Jugend

Und der ganz junge Nachwuchs? Der war an dem Abend ebenfalls zahlreich vertreten. Voller Begeisterung erzählten Kinder und Jugendliche von ihren Erlebnissen beim BRK und davon, was sie schon alles lernen durften. „Ich habe schon an Erste-Hilfe-Kursen mit Fallbeispielen teilgenommen“, so der zwölf Jahre alte Finn voller Stolz. „Die Rettungshundestaffel kennenzulernen, war toll“, so der zehnjährige Bastian. Und die achtjährige Lena berichtete begeistert von erlebnisreichen Ausflügen, die sie mit den anderen unternahm, und von „der Anatomie des menschlichen Körpers“, die sie erklärt bekämen.

Bei diesem Nachwuchs dürfte es kein Problem geben, dass der BRK Bereitschaftsdienst Bad Wörishofen auch in den kommenden 125 Jahren dem Motto „Geht hin und tut Gutes“ folgen und den Menschen helfen wird.

Thorsten Oliver Rehm

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