Albert Ledermann - Nachruf

Für den Kurort gelebt

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Einer, der anpackte, der klare Worte sprach – und 42 Jahre lang als Mitglied des Bad Wörishofer Stadtrats fungierte: Mit 69 Jahren ist Albert Ledermann nach langer Krankheit verstorben. Bad Wörishofen trauert um eine verdiente, kommunalpolitische Persönlichkeit.

Bad Wörishofen – Große Trauer löste der Tod von Albert Ledermann in Bad Wörishofen aus. Mit ihm starb nicht nur ein langjähriger Vertreter der Kommunalpolitik und Träger der Bürgermedaille, sondern auch einer, dem das Wohle der Stadt immer sehr am Herzen lag.

Albert Ledermann kam am 27. August 1948 in der Kurstadt zur Welt. Als achtes von neun Kindern hatte er seinen angestammten Platz in der Großfamilie – und vielleicht half ihm gerade dieser Umstand dabei, sein Herz für das Allgemeinwohl zu öffnen, das ihn zu Lebzeiten zu Mitgliedschaften in unzähligen Vereinen verpflichtete. So gehörte er lange Jahre zur Kolpingsfamilie, zum Roten Kreuz oder dem FC Bad Wörishofen. Manches Mal war er gar der Wegbereiter, ein „Wiederbeleber“, wenn man so will. So geschehen beim Obst- und Gartenbauverein, der durch ihn wieder an Fahrt gewann und dem er 25 Jahre als Vorsitzender begleitete, später als Ehrenvorsitzender. 

Bereits mit 24 Jahren folgte Albert Ledermann dem Ruf der Lokalpolitik und nahm seinen Platz am Bad Wörishofer Ratstisch ein, als Stadtratsfraktionsmitglied der CSU. Hier fand er schnell seine Passion, die er sich wohl auch durch die vielen Jahre in der Vereinswelt zu eigen gemacht hatte: Zunächst als Sportreferent, später als Baureferent, zeigte er immer eine klare Linie, nicht immer frei von Konflikten. Er war eben einer, der den Mund aufmachte, der als durchaus streitbarer Ratskollege von sich reden machte. Sein wohl wichtigstes Anliegen in seiner langjährigen kommunalpolitischen Laufbahn galt der Gestaltung der Stadt. Sie müsse Kurort bleiben, dürfe niemals reiner Wohnort werden, lautete eine seiner Maximen, für die er sich auch wortstark im Gremium einsetzte. Als Kind in der nahen Umgebung des elterlichen Kurheimes „Albertus“ groß geworden, wusste er um die Bedeutung, die das Kurwesen für die Stadt hat – und wie eine positive Entwicklung in diesem Bereich allen in der Kurstadt zu Gute kommen könnte. 

Beruflich trat er in die Fußstapfen seines Vaters Konrad Ledermann, und absolvierte im elterlichen Betrieb eine Lehre zum Steinmetz. Wie schon sein Vater, der ein geschätzter Bildhauer werden sollte, konnte auch Albert diese Tradition fortführen – seine Arbeiten als Steinbildhauer sollten nicht im Schatten des Künstlervaters stehen. Und selbst die nächste Generation profitierte vom Gewerbe der Ledermanns: Bis zu seinem Tod unterstützte Albert seinen Sohn Florian bei der Arbeit im Familienbetrieb, der seit 1971 im Gewerbegebiet seinen Platz gefunden hatte. Neben Sohn Florian schenkte ihm seine Ehefrau Mary auch eine Tochter, Petra. Mittlerweile gehörten auch zwei quirlige Enkel zum Leben Albert Ledermanns. Frieden und Entspannung fand er selbst bei der Gartenarbeit. 

Bis 2014 gehörte er dem Stadtrat der Kneippstadt an, 42 Jahre kommunalpolitisches Wirken sollten damit auf sein Konto gehen. Für seine Verdienste erhielt Albert Ledermann im Rahmen der Jahresabschlusssitzung im Jahre 2014 die Bürgermedaille verliehen.

von Regine Pätz

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