Regine Glöckner stellt sich vor

Bad Wörishofer Bürgermeisteramt: Eine begehrte Sanierungskünstlerin tritt an

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Regine Glöckner (links, hier mit Reinhard Dörner von der SPD) möchte 2020 Bad Wörishofens Bürgermeisterin werden.

Bad Wörishofen – Nach einem ersten Auftritt im Bad Wörishofer Stadtrat als Laudatorin für eine Ehrung hat sich Regine Glöckner nun auch offiziell als Bewerberin um das Bürgermeisteramt der Kneippstadt präsentiert. Zusammen mit der SPD Wörishofens will die Parteilose die Kneippstadt auf Vordermann bringen, wie sie bei ihrer Vorstellung in Hartenthal meinte. Es brauche Input und Hirnschmalz vor Ort, anstatt auf ungewisse Hilfe von außen zu hoffen.

Sie habe sich Kneipp zum Vorbild genommen, erklärt Regine Glöckner. Als Erneuerer und Menschenfreund, als traditionsbewusster Humanist mit internationaler Strahlkraft, als Unternehmer, der zugleich der renommierteste Sozialarbeiter der Stadt sei. „Unternehmerisch denken – solidarisch handeln“, sei ihr Motto, so die gebürtige Heidelbergerin, die nach einem musikwissenschaftlichen Studium als Managerin, Hotel- und Akademiedirektorin und zeitweise sogar als Intendantin der Münchner Philharmoniker gearbeitet hat und nach einer familiär bedingten Auszeit nun wieder als Unternehmerin Kreativ- und Kulturprojekte angeht.

Unbelastet

Reinhard Dörner, der Vorsitzende der SPD Bad Wörishofens, stellte die 62-Jährige vor, die seit 22 Jahren ihren Hauptwohnsitz in der Kneippstadt hat. Man stelle nun die gemeinsame Kandidatin vor und werde den nicht ganz leichten Weg gehen, so Dörner. Wobei der Ortsvorsitzende unterstrich, dass Regine Glöckner ganz unbelastet von jeglicher Arbeit im Stadtrat an diese Herausforderung herangehen werde. Man wolle nach Prinzip von Johannes Rau agieren und versöhnen, anstatt zu spalten. Als gleichberechtigte Partner werden dabei die SPD und das Team Kneippstadt in den Wahlkampf ziehen, wobei man gemeinsam ein Programm aufbauen werde. Deshalb, so Glöckner, gehe es nun nur um sie und ihre Vorstellungen und Ideen. „Ich möchte gegen die Verdrossenheit, die spürbar ist, etwas unternehmen; ich will dem Unmut Zuversicht entgegensetzen und der Stagnation Schwung“. Sie sei verbindlich und verlässlich, betonte Glöckner vor gut zwei Dutzend Zuhörern aus allen politischen Lagern der Kneippstadt. „Kneipp hat an seine Sache geglaubt; ich glaube an die Zukunftsfähigkeit Bad Wörishofens.“ Vor allem ist sie sich sicher: „Darauf warten viele Bürgerinnen und Bürger in diesem Ort.“

Mehr noch als mit ihrem Lebenslauf und Titeln versteht es Glöckner aber, mit den Projekten zu beeindrucken, die sie vollendet hat. Sei es die Fusion der Risaer Symphoniker mit dem Rundfunkorchester Chemnitz oder, als sie mit ihrem Team das 35 Millionen Euro-Sanierungs,- Neubau- und Ausstattungsprojekt MusikAkademie Schloss Alteglofsheim stemmte und was ihr den Ruf als „begehrte Sanierungskünstlerin“, so der Titel in der Regensburger Zeitung, einbrachte. Als Direktorin des Hauses, als Geschäftsleiterin des zuständigen Zweckverbandes mit fünf Gebietskörperschaften, dem Freistaat Bayern und dem Musikrat sowie gemeinsam mit dem Universitätsbauamt Regensburg habe sie ein Schloss und einen Übernachtungsbetrieb an den Start gebracht mit mehr als 100 Betten, Vollgastronomie, französischer und englischer Parkanlage und jährlich 20.000 Übernachtungen. „Ich weiß, wovon die Rede ist, wenn man von Auslastungsquoten spricht“, sagt Glöckner. Sie habe nie tatenlos zugesehen, wenn Institutionen dicht gemacht werden sollten, sondern Fusionen eingefädelt. „Ich habe am Bau und Ausbau von Häusern und Unternehmen mitgewirkt. Ich war dabei, wenn es darum ging, wirklich Neues zu etablieren.“

Versteckt sich nicht

Vor allem aber habe man „mich um Rat gefragt und um meine Einschätzung zur Lage“ gebeten. Ob nun in der sächsischen Staatskanzlei, dem Münchner Rathaus oder im bayerischen Finanz–und Kultusministerium, wie die 62-Jährige stolz berichtet. Und meinte selbstbewusst: „Eines war allen klar: die Glöckner versteckt sich nicht hinter Aktenbergen auf ihrem Chefinnensessel. Die geht dahin, wo’s brennt und holt mal wieder die Kohlen aus dem Feuer.“ Wenn sie aus dem Geschäft des Vaters, einer Kohlen- und Brennstoffhandlung, habe lernen können, dann den Umgang mit Kohle. „Glauben Sie, ich bin von Ministerpräsident Biedenkopf, Kulturstaatsminister Zehetmaier oder Finanzminister Erwin Huber mit leeren Händen zurückgekommen?“, warf sie in die Runde, um ihr Verhandlungsgeschick, aber auch ihre Kompetenz zu unterstreichen. Was sie nun alles für die Kneippstadt in die Waagschale werfen will zugunsten der Stadt und ihrer Bürger.

So wäre sie „schon längst als Bürgermeisterin mit einer Kampagne für mehr Rücksichtnahme auf der Kurpromenade unterwegs“. Damit müsste nun jedem klar sein: „Sie spüren es bestimmt, warum ich 2020 die erste Servicekraft dieser Stadt werden möchte. Wir wissen doch, dass es Input, Feuer und Hirnschmalz hier vor Ort zuhauf gibt, um uns zu erneuern. Und um unser städtisches Selbstbewusstsein wieder aufzumöbeln, unsere Stadt wieder auf Vordermann und Vorderfrau zu bringen, anstatt sie klein zu reden und auf ungewisse Hilfe von außen zu hoffen.“ Sie habe sich vorgenommen: „Jetzt lege ich mich für die Ideen und Werte Kneipps sowie seine Haltung ins Zeug“, nachdem sie sieben Jahre lang ihre Mutter gepflegt hatte – rund um die Uhr. 

Oliver Sommer

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