"Impulsgeber und Motor"

Bad Wörishofer Bürgermeisteramt: So will CSU-Kandidat Stefan Welzel punkten

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Auch CSU-Kreisverbandsvorsitzender Franz Josef Pschierer (rechts) freute sich mit dem Bürgermeisterkandidaten der CSU in Bad Wörishofen. Im Team dabei: Michaela Bahle-Schmidt (links) und Welzels Gattin Martina Echteler-Welzel.

Bad Wörishofen – Mit Stefan Welzel ist nun auch die Bad Wörishofer CSU in den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt eingestiegen. In der Nominierungsversammlung votierten über 98 Prozent der Mitglieder für den Rechtsanwalt. Es gehe darum, etwas voranzubringen, so Stefan Welzel, um ein aktives Gestalten der Politik in und für die Stadt. „Es braucht Gestaltungswillen und Zusammenhalt“, so Welzel. Unter diesem Motto steht auch der Wahlkampf der CSU-Ortsgruppe.

„Was braucht Bad Wörishofen?“ – diese Frage habe man an den Anfang der Überlegungen gestellt, so Welzel vor den Mitgliedern der Ortsgruppe und Interessierten. Man beobachte gewisse Entwicklungen, so der derzeitige zweite Bürgermeister der Kneippstadt. Und es gehe darum, etwas zu bewegen für die Zukunft. Damit die Kneippstadt wieder ein besseres, ein positives Image bekomme. „Es geht um den Ruf der Stadt“, so Welzel in seiner leidenschaftlichen Rede. „Wir müssen an einem Strick und in eine Richtung ziehen.“ Mit Blick auf das Ortsbild etwa brauche es ein aktives Eingreifen und einen Plan für die Zukunft: „Es muss wieder Spaß machen“, so Welzel, sich zu engagieren.

Sachpolitik für Menschen

Mit Blick auf die Anwesenden, auf die Bürger ebenso wie auf die vertretenen Mitglieder des Stadtrates und deren Expertise, meinte Welzel, dass es um die Menschen gehen müsse und um das Miteinander in der Politik. „Jeder hat seine Fähigkeiten, sein Wissen und sein Know-how.“ Und er wünsche sich, dass zukünftig wieder diese Erfahrungen miteinander eingebracht werden sollen. Man müsse miteinander „reden und Tagung machen. Und gemeinsam in Klausur gehen und überlegen: welche Möglichkeiten der Entwicklung der Ortspolitik können wir gestalten?“ Dazu lade er alle ein, so Welzel – nicht nur die Mitglieder – an diesem Willenbildungsprozess teilzunehmen. Diese Politik „näher am Menschen“ liege ihm und der Ortsgruppe am Herzen. Deshalb habe man den Slogan schon vor längerer Zeit angelegt, Themen die bewegen, in die Politik einzuspeisen, um die Ortspolitik ein bisschen besser zu machen. Deshalb auch sei das Credo ganz klar die Sachpolitik. „Wir werden immer an der Sache orientiert agieren und nicht die erstbeste Lösung akzeptieren“. Um die beste Lösung zu erzielen, brauche es, hier zitierte Welzel den früheren Bundesminister Theo Waigel, der am Vortag in Bad Wörishofen gesprochen hatte, Fakten. Das gelte für jede Entscheidung, die man am Ort treffen müsse. Dabei stellte der Familienvater klar, dass er sich der Verantwortung bewusst sei und auch seine Frau mit in die Entscheidung einbezogen habe.

"Ich kann Bürgermeister"

Keinen Zweifel ließ Welzel aufkommen, dass er das Amt ausfüllen könne: „Ich kann Bürgermeister.“ Und er sei ja bereits Bürgermeister. Zumindest führte Welzel in Vertretung als Zweiter Bürgermeister neun Monate lang die Amtsgeschäfte. Und betonte, dass man als Bürgermeister nicht nur reagieren und prüfen dürfe, sondern „auch Impulsgeber und Motor“ sei.

Dabei gab Welzel den gut 100 Anwesenden einen Einblick in seine bisherigen Tätigkeiten, etwa beim Kneipp-Bund und auf der politischen Ebene, wo er viele wichtige Kontakte habe knüpfen können. Und erinnerte an seine Arbeit und die Erfahrung als Rechtsanwalt, Schlichter und Verwaltungsfachmann. Und machte deutlich, dass es mittlerweile ohne das juristische Know-how in einer Stadt von der Größe Bad Wörishofens nicht mehr gehe.

Wie sich Welzel die Arbeit in Bad Wörishofen vorstellt, fasste er die Kernfragen in fünf Themenblöcken zusammen. So brauche es ein Konzept für Kur- und Tourismus – zwar keinen neuen Masterplan, beruhigte er, dafür aber eine Bestandsaufnahme, um vor Überraschungen wie beim Kneippianum gefeit zu sein – „um gegensteuern und frühzeitig die Weichen stellen zu können.“ Und man habe mit dem Baurecht ein Mittel an der Hand, um entsprechenden Entwicklungen entgegensteuern zu können.

Wirtschaft ist Chefsache

Angesichts der Schlagzeilen, mit denen Bad Wörishofen immer wieder auf sich aufmerksam gemacht hat, möchte Welzel als Bürgermeister aktiver auf die Unternehmer am Ort zugehen und eine für sie verlässlichere Politik (und entsprechende Einnahmen) machen. Aus Gesprächen wisse man, dass der Geduldsfaden vieler Unternehmer am Ort mittlerweile sehr dünn geworden sei und sich das Thema Steuersätze sich zum roten Tuch entwickelt habe. Hier möchte Welzel den Kontakt zu den Unternehmern wieder intensivieren und sich auch persönlich um die Ansiedlung neuer Unternehmen bemühen. Nicht zuletzt sei das Festival der Nationen ein Treffpunkt, um mit Unternehmern in Kontakt zu kommen.

Ferner stellte Welzel die demografische Entwicklung in den Fokus, ging auf Projekte für Kinder (Kitas, Schulen) und junge Familien (bezahlbarer Wohnraum) ebenso ein wie für ältere Mitbürger. Dabei griff er Stichworte wie Mobilität und auch die Landwirtschaft auf und schaute auf die Ortsteile und deren Entwicklung. Mit Blick auf das Alleinstellungsmerkmal Bad Wörishofens, Pfarrer Kneipp und dessen traditionelle europäische Medizin bzw. Heilkunde, forderte er, dass man 2021 (das Jubiläumsjahr) aktiv angehen und auch bewerben müsse, wie etwa eine Sportveranstaltung. In Oberstdorf etwa stünden jetzt schon die Plakate für die WM 2021, in Wörishofen würde das Konterfei Kneipps langsam vergilben.

Als letzten Themenblock ging Welzel dann auf die Verwaltung und deren Mitarbeiter ein. Diese sollten genügend Raum erhalten, um sich selbst einbringen und kreativ werden zu können. Es gehe um ein Miteinander, hier sollten die Mitarbeiter unbürokratisch den Bürgern helfen können, wobei Welzel noch diverse weitere Stichpunkte nannte. In Summe sollte sich die Verwaltung wie auch die Stadtwerke der Sorgen und Nöte der Bürger annehmen und durchaus auch einmal über den Tellerrand hinausschauen dürfen.

Stillstand angehen

Es gelte, befand der 49-Jährige, den Stillstand im Rathaus anzugehen und gemeinsam, fraktionsübergreifend, Politik für den Ort und für die Bürger zu machen.

Oliver Sommer

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