Eindach-Häuser sollen die Zelte ersetzen

Feriencamp Sonnenbüchl bald als Erlebnisstation?

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Das Zeltlager im Feriencamp Sonnenbüchl soll bald durch Eindach-Häuser ersetzt werden. Vorbild dafür ist die Umweltstation in Legau. Die Jugendlichen selbst sollen diese Häuser bauen, wünscht sich Bürgermeister Paul Gruschka.

Bad Wörishofen – Robert Holzmann vom Kreisjugendring und Jugendbeauftragter der Stadt stellte sein Herzensprojekt im Ausschuss Bildung und Soziales vor: das Kinder- und Jugendübernachtungsdorf im Feriencamp Sonnenbüchl. Er will dort eine Natur- und Erlebnisstation errichten. Vorreiter und Vorbild ist die Umweltstation in Legau, die sehr gut besucht sei. Ein Ass im Ärmel hat Bad Wörishofen mit der Lage des neuen Ferienlagers, denn anders als in Legau kann die Stadt mit einem Freibad vor Ort trumpfen. „Es ist vieles in Bad Wörishofen umsetzbar“, meint Holzmann.

Allein 50 Kindern besuchten in der ersten Pfingstwoche das Zeltlager im Feriencamp Sonnenbüchl. Doch das ständige Auf- und Abbauen der Zelte ist sehr zeitaufwendig. Die Zelte werden zudem auch nicht mehr jünger und verschleißen immer mehr. Eindach-Häuser wie in Legau wären laut Holzmann auf Dauer besser geeignet. Auch der Standort direkt am Freibad sei ideal dafür. „Das wäre ein schöner Werbeeffekt für das Freibad“, schwärmt Holzmann.

Für die Eltern sei das Angebot optimal, denn so hätten sie einen Grund mehr, in das Freibad zu gehen, wenn die Kinder nicht nur schwimmen, sondern auch in der Natur vieles entdecken könnten. Die Kinder und Jugendlichen können die Biotope rund um das Freibad besuchen und pflegen.

Aber es gibt noch mehr Nutzungsmöglichkeiten: Holzmanns Vorstellungskraft für das Areal reicht vom grünen Klassenzimmer, über Oster-, Weihnachts- und Kunsthandwerkermärkte, bis hin zu Vereins- und Geburtstagsfeiern und grünen Hochzeiten. Kinder könnten auf dem Barfußpfad verschiedene Untergründe mit ihren Füßen ertasten. Auf dem Beobachtungsturm am See könnten sie Fledermäuse beobachten, wie sie trinken und jagen, sowie in der Naturausstellung Wissenswertes über Biber, Bienen und andere Tierarten aus der Region lernen. Außerdem sollen Mal- und Bastelaktionen für Kinder angeboten werden, wie zum Beispiel der Bau eines Insektenhauses.

Bürgermeister Paul Gruschka ist der Meinung, dass die Jugendlichen selber das Lager aufbauen sollen. „Hier entsteht etwas eigenes. Sie können selber entscheiden, wie das Feriencamp aussehen soll. Es wird nichts vorgegeben.“ Ein Versorgerhaus mit einer Küche sowie einen Aufenthaltsraum wird es auch geben.

Fraktionsvorsitzender Wolfgang Hützler (FWV) findet die Idee gut: „Jugendlichen sollen an das Handwerk und das Arbeiten mit Holz herangeführt werden.“ 15.000 bis 18.000 Euro soll das Projekt kosten. Auch Fraktionssprecherin Dr. Doris Hofer von den Grünen ist angetan von der Idee: „Endlich mal ein Bauprojekt, das nicht in den Millionenbereich geht.“ Die Finanz- und Zeitplanung fehlt noch, aber Holzmann solle an dem Projekt weiter arbeiten. Da sind sich die Ausschuss-Mitglieder einig.

Ein weiteres Anliegen von Holzmann ist eine Umfrage unter Jugendlichen. Es herrscht ein großer Wettbewerb, um die Jugendlichen im Ort zu halten. Viele wollen in Großstädte ziehen, weil sie dort bessere Zukunftsaussichten haben. Um die Jugendlichen in Bad Wörishofen zum Hierbleiben zu bewegen, sollen sie mehr aktiv in politische Prozesse integriert werden. „Jugendliche wollen sich sogar mehr einbringen und wahrgenommen werden“, erklärte Holzmann. „Sie wollen etwas bewegen, etwas erreichen und darauf stolz sein.“ Er will eine Umfrage an Jugendliche beziehungsweise jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren richten. Damit möchte er Beteiligungsprozesse untersuchen, die sich die Jugendlichen wünschen, wie zum Beispiel einen Jugendstammtisch. Die Themen, die sie bewegen, seien die der Erwachsenen sehr ähnlich. „Sie denken nur nicht so kompliziert wie wir“, sagte Holzmann. Er will durch die Umfrage herausfinden, wie sie die Stadt finden, was sie ändern würden und was sie schön finden. Holzmann forderte, dass ihnen mehr Verantwortung übertragen werden solle. „Sie wollen sich in das Stadtgeschehen mit einbringen“, meinte er.

Die Umfrage auswerten würden die Jugendlichen selbst auf ehrenamtlicher Basis. Das erspart auch Kosten. Familienreferentin Marion Böhmer-Kistler (CSU) und Kulturreferentin Sybille Dörner (SPD) unterstützten den Vorschlag. Auch die anderen Mitglieder des Ausschusses stimmten dafür. 

Julia Böcken

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