Bad Wörishofer Neujahrsempfang

Dorschhausen: Ein Beispiel, was die Dorfgemeinschaft schaffen kann

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Beim Bad Wörishofer Neujahrsempfang in Dorschhausen herrschte nach Gruschkas Ansprache noch ein reger Austausch.

Bad Wörishofen – Gemeinsam mit den beiden christlichen Kirchen hat die Stadt Bad Wörishofen zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen, heuer nach Dorschhausen. Beinahe wäre der Empfang den Wetterwidrigkeiten zum Opfer gefallen. Es habe sich aber gelohnt, durchzuhalten, so Bürgermeister Paul Gruschka in seiner Rede, in der er auch darauf einging, was eine Gemeinschaft schaffen könne.

Traditionell findet der Neujahrsempfang immer in einem der Wörishofer Ortsteile statt, heuer nun also Dorschhausen, mit dem Paul Gruschka angenehme Erinnerungen verbindet, erhielt er doch hier vor mittlerweile 52 Jahren die Erste Heilige Kommunion, wie er sich erinnerte. Doch nicht nur in der Vergangenheit war der Ort schön, noch heute hat der Ortsteil viele schöne Seiten: Man treffe sich hier im Dorfgemeinschaftshaus, so Gruschka, das, und hier wich der Bürgermeister absichtlich von seinem Skript ab, ein Beispiel dafür sei, was Dorfgemeinschaft schaffen kann. Das Haus sei „durch die Hände Arbeit vieler Dorschhausener“ entstanden, so Gruschka. Er danke aber nicht nur den Bürgern des Ortsteils, sondern im speziellen auch den beiden Pfarrern für den wunderbaren ökumenischen Gottesdienst, dem Gruschka zusammen mit den Stadträten, einem Fraktionskollegen der Freien Wähler aus dem Landtag und nicht zuletzt mit Würdenträgern und Bürgern Wörishofens beigewohnt hatte.

Hatte Pfarrer Hartmann den Gottesdienst gemeinsam mit seiner evangelischen Kollegin Ohr zelebriert, war es an der Protestantin, zu den Gästen im Dorfgemeinschaftshaus zu sprechen. Sie berichtete von einigen Vorkommnissen rund um den Jahresbeginn, ehe Bürgermeister Paul Gruschka zum traditionellen Jahresrückblick ansetzte. Man frage sich ja immer, was das Jahr bringen werde, so Gruschka, allein die Dorschhausener Vereine wüssten da schon mehr, hatten sie doch schon die Feiern und Feste für das kommende Jahr geplant. Da stehen unter anderem ein Faschingsball im Februar (16.2.) an und im kommenden Jahr sogar das 100-jährige Jubiläum der Sportschützen.

Persönlich wünsche er sich, neben Gesundheit, Ausdauer und Gelassenheit vor allem ein faires, wahrhaftiges Miteinander in Diskussionen. Und was die Kommune angeht, könne man sich über einen Bevölkerungszuwachs von 230 neuen Einwohnern freuen.

Teures Bauland

Was aber auch mit einem Bauboom und steigenden Baulandpreisen einhergehe. Man sei bemüht, neuen und preiswerten Wohnraum zu schaffen und demnächst werde es gegenüber der Öffentlichkeit hierzu auch weitere Informationen geben.

Dann kam Gruschka auf Bad Wörishofens Wirtschaft und was diese attraktiv mache zu sprechen: Er erinnerte an die Investitionen, die etwa mit dem Projekt Löwenbräu-Arkaden oder dem Sonnenhof getätigt würden. Auch weitere Investoren hätten Pläne, im Gewerbegebiet von Bad Wörishofen bauen zu wollen. Daher sei es umso schmerzlicher, dass man die Chance vergeben habe, den Gewerbesteuersatz anzuheben. Gruschka erinnerte, welcher Schock es gewesen sei, als man von der neuen Schätzung für Mindelheim gehört habe, wo die Gewerbesteuer auf weniger als ein Drittel der ursprünglichen Summe eingebrochen ist. Ein Schock sei auch der Weggang der letzten vier Mallersdorfer Schwestern im Kneippianum vor fast einem Jahr und schließlich auch die Schließung des Kneippianums durch den Orden der Barmherzigen Brüder.

Ein Lob hatte Gruschka vor allem für die Vereine und die zahlreichen Ehrenamtlichen in der Stadt parat. Durch ihre Arbeit würde das Leben in der Stadt bunter und vielfältiger. Dabei stellte Gruschka auch eine Lösung für das Rössle in Schlingen in Aussicht und erinnerte daran, dass man die Probleme beim Tierheim Beckstetten gelöst habe. „Auch bei der Kreisverkehrswacht und beim Reitverein können wir nun wieder nach vorne sehen.“ Für ihn beeindruckend sei das 25-jährige Jubiläum der Bürgerinitiative Kirchdorf gewesen, gestand Gruschka. Angesichts dieser Leistungen sei es für ihn umso schmerzlicher, wenn man aus Haushaltsgründen Investitionszuschüsse von knapp 200.000 Euro, wie im vergangenen Februar, ablehnen müsse. Doch Vorsitzende wie Hannes Weber, oder aber Hans-Joachim Kania, die die Bürger- beziehungsweise Verdienstmedaille erhalten, hätten diese mehr als verdient.

Besondere Leistung

Auch personell habe sich viel getan; Gruschka nannte den Weggang des Kurseelsorgers Pater Rüdiger und auch die monatelang unbesetzte Stelle des Geschäftsleiters im Rathaus. Es gäbe noch viel zu sagen, merkte Gruschka an. Wichtig war ihm aber eine besondere menschliche Leistung zu würdigen:„ Respekt für Florian Ledermann und Sebastian Schneid, die einen 60-Jährigen nachts aus dem alten eiskalten Wörthbach retteten.“

Das alles seien gute Entwicklungen für die Bürger und unsere Unternehmen, schloss Gruschka. „Den eingeschlagenen Weg wollen wir weiter gehen und Bad Wörishofen zu einer Stadt ausbauen, in der man gerne wohnen, arbeiten, lernen und seine Freizeit verbringen will.“ Wir wollen eine bestmögliche Lebensqualität bieten, so Gruschka. Dafür biete Bad Wörishofen die besten Bedingungen.

Umrahmt von Musikstücken gesungen von der Liedertafel Dorschhausen, die mit einem Stück über die Kirchner, die die Mutter backt, zum Fasching überleiteten, klang der Abend mit Gesprächen und gutem Essen aus.

Oliver Sommer

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