Gurt war angeblich eingeklemmt

Wörishofer Polizei kontrolliert Schulwege - 75 Euro für Nicht-Anschnallen

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Thomas Rosentreter von der Polizeiinspektion Bad Wörishofen misst den Verkehr auf der Kaufbeurer Straße mit dem Laser.

Bad Wörishofen – Um die Sicherheit auf Schulwegen zu gewährleisten, kontrolliert die Polizei Bad Wörishofen in den ersten drei Wochen ab Schulbeginn verstärkt den Verkehr an den Schulen in ihrem Dienstbereich. Davon betroffen ist auch die Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule, an der die Beamten am Donnerstag vergangener Woche gelasert und auf die Anschnallpflicht geachtet haben.

Es ist morgens, 7.30 Uhr. Auf der Kaufbeurer Straße ist schon einiges los. Viele Eltern bringen ihre Kinder schnell zur Schule, bevor sie selbst in die Arbeit müssen. Das Chaos beginnt.

Ein Schulweghelfer sichert den Zebrastreifen, der zur Grund- und Mittelschule führt, mit einer Kelle, damit die Kinder sicher die Straße überqueren können. Kurz vor dem Zebrastreifen hält ein schwarzer Kleinwagen an, der zur Hälfte auf der Straße und zur Hälfte auf dem Gehweg parkt. Schnell das Schulkind aussteigen lassen und weiter geht‘s. Doch für Polizeioberkommissar Jürgen Stechele ist dies ein Dorn im Auge, denn ein paar Meter weiter befindet sich der Lehrerparkplatz, auf dem man kurz hineinfahren, sich vom Kind verabschieden und geradeaus, ohne zu wenden, weiterfahren kann. Diese Parkmöglichkeit kennen jedoch viele nicht, meint Stechele.

Die Gefahren beim Rangieren sind nicht zu unterschätzen. Eine Mutter fährt in eine der Parkbuchten hinein. Kurze Zeit später fährt sie rückwärts wieder heraus, dreht, korrigiert. Dabei kann man aber leicht die Kinder oder Radfahrer übersehen, die sich hinter dem Auto in Richtung Schuleingang bewegen.

"Kein Verständnis"

Doch auch auf die Sicherheit im Auto achtet der Polizeioberkommissar. Ist das Kind angeschnallt? Sitzt es auf einem Kindersitz? Während die Eltern ihre Sprösslinge absetzen, wirft Stechele einen Blick ins Auto – und wird fündig. Zuerst bestreitet ein Vater sein Vergehen, doch die Beweislast ist erdrückend. Eine seiner beiden Töchter war nicht angeschnallt, der Gurt hinterm Rücksitz eingeklemmt. „Dafür hab ich kein Verständnis. Es war offensichtlich, dass das Kind einfach nur hinten reingesetzt wurde, ohne auf den Gurt zu achten“, ärgert sich Stechele. Ob es zu einem Bußgeld oder zu einer Verwarnung kommt, ist vom Einzelfall abhängig. Der Vater bekommt ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro aufgebrummt sowie einen Punkt in Flensburg. Hinzu kommt, dass eines der beiden Kinder ohne Kindersitz im Fahrzeug saß, obwohl das Mädchen erst acht Jahre alt ist. Zu jung, um ohne Sitzvorrichtung mitzufahren.

Angemessenes Tempo

Während die Polizeibeamten die Personalien des Vaters aufnehmen, lasert Streifenpolizist Thomas Rosentreter an der Straße die Fahrzeuge. Mit einem Durchschnitt von 20 km/h fahren die meisten unter den vorgegebenen 30 Stundenkilometern. „Es gibt keine Gelegenheit, schnell zu fahren“, sagt Stechele. Und dann wird es wieder ruhiger auf der Kaufbeurer Straße, denn die Schule hat soeben um kurz nach acht Uhr begonnen.

Julia Böcken

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