Bad Wörishofer Stadtrat entscheidet sich für Standort „am Hallenbad“

Ein Verkehrsgarten im Grünen

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Oliver Schromm (rechts) bei seiner Vereidigung als neuer Stadtrat (Freie Wähler) durch Bürgermeister Paul Gruschka.

Bad Wörishofen – Seit vielen Jahren wird er hitzig und kontrovers diskutiert: der neue Verkehrserziehungsgarten in Bad Wörishofen. In der Sitzung vom 23. Januar einigten sich Stadtrat und Bürgermeister Paul Gruschka auf den Standort.

Nach dem Neubau der Dreifach-Sporthalle an der Grundschule musste der Verkehrserziehungsgarten weichen und seither wurde nach einem neuen Standort gesucht. Bereits am 29. Oktober 2014 fasste der Bad Wörishofer Stadtrat einen Grundsatzbeschluss, dass der Verkehrserziehungsgarten in der Kneippstadt geplant und realisiert werden soll. Bereits damals wurde als Standort der Park an der Hochstraße/Kaufbeurer Straße favorisiert - schon aufgrund der Nähe zur Grundschule. Stadtbauamtsleiter Roland Klier stellte im Rahmen der Stadtratssitzung drei mögliche Standorte vor: am alten Hallenbad, am P + R-Parkplatz und am Eisstadion. Nun ist, mehr als zwei Jahre später, die Entscheidung zu Gunsten des Standorts „am Hallenbad“ gefallen - mit zwei Gegenstimmen (Helmut Vater/SPD und Alwin Götzfried/Freie Wähler). Dabei soll die Grünfläche des Parks zu 93 Prozent erhalten bleiben und auch die Verkehrswacht sprach sich klar für diesen Standort aus. 

Großzügige Spende

Für teils hitzige Debatten sorgte hingegen die Zusage eines anonymen Spenders, da dieser seine seine Zusage vom Standort des Verkehrserziehungsgartens abhängig gemacht hatte. Die Mehrheit der Stadträtinnen und Stadträte befürchtete, sich durch die Annahme der Spende - vor allem, weil der Spender bisher nicht bekannt war - dem Vorwurf der Beeinflussung und Vorteilsnahme auszusetzen. Marion Böhmer-Kistler (CSU) bat Bürgermeister Paul Gruschka darum, nochmals mit dem Spender zu sprechen, ob es nicht sinnvoller wäre, das Geld der Grundschulsanierung zur Verfügung zu stellen. Auch Alwin Götzfried (Freie Wähler) befürchtete, durch die Annahme der Spende einen Präzedenzfall zu schaffen. Wenn er Spender wäre, so Bürgermeister Paul Gruschka sichtlich verärgert über die - mit Blick auf vergangene Ereignisse durchaus nachvollziehbaren - Befürchtungen, würde er sagen: „Nichts gibt‘s!“. Schließlich teilte Wolfgang Hützler (Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler), der scheinbar bereits über die Identität des anonymen Spenders informiert war, mit, dieser habe das OK zur Namensnennung gegeben. „Das Geheimnis ist gelüftet, der Spender ist Hans-Joachim Kania“, erklärte Bürgermeister Gruschka. „Damit sind jetzt wohl alle Verdachtsmomente vom Tisch.“ Für einen Laien sei es allerdings schwierig, einen Beschluss zu fassen, stellte Christiane Rapp (CSU-Fraktionsvorsitzende) klar, wenn er nicht alle Fakten kenne. Der Stadtrat folgt dem Vorschlag des Bürgermeisters den Bau des Verkehrserziehungsgartens am Park Hoch/Kaufbeurer Straße (östlich des früheren Hallenbades) und beauftragt die Verwaltung mit der Realisierung. Mit aufgenommen in den Beschluss wurden unter anderem folgende Punkt: die Verwendung von mobilen Verkehrsschildern, keine Umzäunung des Geländes. Auch forderte die Mehrheit des Stadtrats die Überprüfung der Spendenannahme durch die Rechtsaufsicht. „Mit dieser Entscheidung haben wir ein Zeichen gesetzt und machen mit dem neuen Verkehrserziehungsgarten den Schulstandort Bad Wörishofen attraktiver“, betonte Stadtrat Wilfried Schreiber (Freie Wähler). Die vorläufigen Gesamtkosten für den neuen Verkehrserziehungsgarten (einschließlich einem Gebäude mit Abstellraum für Fahrräder, WC sowie Unterstellmöglichkeiten bei schlechtem Wetter und den Anschluss von Kanal, Wasser und Strom) schätzt der Leiter des städtischen Bauamtes, Roland Klier, auf circa 150.000 Euro. „Jedoch kann es sein, dass im Zuge der Haushaltskonsolidierung der Verkehrserziehungsgarten rausfällt“, so Klier. Derzeit nutzen die Bad Wörishofer Kinder den Verkehrserziehungsgarten in Pfaffenhausen. 

von Michaela Breuninger

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