"Wohnungen fehlen!"

Lautenwirtswiese: ÖDP-Stadtrat Peter Miller steht hinter Bebauung

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Die geplante Bebauung der Lautenwirtswiese mit einem großen Anteil bezahlbarer Wohnungen biete die Chance für sozial Schwächere, in der Stadt leben zu können.

Mindelheim – Wie der Großteil des Stadtrates stellt sich auch ÖDP-Stadtrat Peter Miller klar hinter die Bebauung der Lautenwirtswiese.

Außer der Kindertagesstätte sei ein weiterer Gemeinbedarf mittelfristig nicht absehbar, alle denkbaren Nutzungen seien geprüft worden, so Miller. „Die Idee der Bürgerinitiative, hier Flächen für irgendeine spätere Nutzung zu aufzuheben, klingt auf den ersten Blick ja gut, aber hält keinem zweiten Blick stand“, meint er.

Sämtliche heutigen Gemeinbedarfsflächen bringen Probleme mit der Verkehrsbelastung mit. Es gäbe jetzt schon Stimmen, die das Verkehrsaufkommen durch die geplante Kindertagesstätte fürchten, wie solle dann in Zukunft irgendeine andere Gemeinbedarfs-Nutzung verträglich für die Anwohner stattfinden? Die gut gemeinte Idee von Gemeinbedarf aus den siebziger Jahren sei heute so nicht mehr umsetzbar. Deshalb sei eine moderate und bezahlbare Wohnbebauung eine sinnvolle Nutzung vor allem vor dem Hintergrund, dass bezahlbare Mietwohnungen dringend fehlen.

Daran besteht für Miller auch kein Zweifel: „Wer die Mietpreisentwicklung oder einschlägige Anzeigen der letzten Jahre verfolgt, sieht, dass Wohnungen fehlen. Jetzt nicht zu bauen, wäre da ja gerade widersinnig, denn Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und die Nachfrage ist ungebrochen.“ Es sei auch keine Alternative, das Wohngebiet an die nördliche Stadtgrenze zu verlegen, weil es mehr Verkehrsaufkommen erzeuge, je weiträumiger die Stadt wird. Es nutze auch der Umwelt nicht, die Lautenwirtswiese zu schonen und dafür eine andere Grünfläche zu verbauen. Zwar werde das auf lange Sicht ohnehin passieren, müsse aber jetzt nicht schon massiv beschleunigt werden.

Die geplante Bebauung der Lautenwirtswiese mit einem großen Anteil bezahlbarer Wohnungen biete die Chance für sozial Schwächere, in der Stadt leben zu können. Auch Menschen, denen im Alter ein eigenes Haus mit Garten zu beschwerlich wird und das Autofahren nicht mehr möglich, bräuchten Wohnungen im Zentrum. Miller ist froh, dass das Kloster zu einer solche Bebauung bereit war: „Ein wirklich gewinnorientierter Unternehmer hätte sich nicht ansatzweise auf so viel Nachbarschutz und Mietpreisgrenzen eingelassen und wir reden hier ja immerhin nicht über eine öffentliche Fläche, sondern Privatbesitz“.

Es sei auch bedauerlich, dass auch zum zweiten Informationsabend der Stadt keine Vertreter der Bürgerinitiative gekommen sind. Wer nicht erscheine, könne auch schwerlich von fehlender Chancengleichheit sprechen.

von wk

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