"Josef Jäger und ich trennen uns"

ASM im Zeichen der Veränderung

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Das neue Präsidium des ASM (v. links): Rainer Lohner, Rainer Schaller, Centa Theobald, Franz Josef ­Pschierer, Monika Fleschhut und Theo Keller.
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Seit 15 jahren Präsident des ASM: Franz Josef Pschierer.
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Seit 15 jahren Präsident des ASM: Franz Josef Pschierer.
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Seit 15 jahren Präsident des ASM: Franz Josef Pschierer.
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Josef Jäger war knapp 20 Jahre Geschäftsführer des ASM. Am Sonntag nahm er Abschied.
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Josef Jäger (vorne) war knapp 20 Jahre Geschäftsführer des ASM. Am Sonntag nahm er Abschied.
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Josef Jäger war knapp 20 Jahre Geschäftsführer des ASM. Am Sonntag nahm er Abschied.

Unterallgäu – Die diesjährige Delegiertenversammlung des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) stand im Zeichen der Veränderung. Neben den fälligen Neuwahlen des Präsidiums, bei dem nach 15 Jahren erneut Franz Josef Pschierer an die Spitze gewählt wurde, galt es Abschied zu nehmen vom langjährigen Verbandsjugendsprecher Franco Hänle und dem Geschäftsführer des ASM, Josef Jäger. Bei diesem eigenen Tagesordnungspunkt übermannten die Emotionen den sonst eher sachlichen ASM-Präsidenten.

Am Ende wurde Franz Josef Pschierer doch von den Emotionen gepackt. Dabei hatte der Präsident des ASM den Punkt „Personal der Geschäftsstelle“ gleich nach dem seinem Gesamtbericht erst nachträglich der Tagesordnung hinzugefügt. Ohnehin machten die Personalangelegenheiten die diesjährige Delegiertenversammlung zu einer besonderen Zusammenkunft in den Räumen des Wörishofer Kurhauses. Es sei, so Pschierer vor den Delegierten, der deutschen Rentenpolitik geschuldet, was nun komme. Noch ernst und ein wenig staatstragend, verkündete er: „Josef Jäger und ich trennen uns.“ Und auch wenn Pschierer glücklich verheiratet ist: diese „Trennung“ ist mehr als nur eine Scheidung, ist Jäger doch der Geschäftsführer des ASM seit knapp 20 Jahren und mehr noch so etwas wie das Rückgrat des Verbundes, wandelnde Auskunftei in Fragen rund um den Verbund und auf eine gewisse Art auch Vater der Kompanie.

Vor allem aber war er für Pschierer Ansprechpartner, mehr als nur einmal die Woche. Man habe sich seinerzeit im Festzelt getroffen, erinnerte sich der Wirtschaftsstaatssekretär, wo Jäger ihn dazu brachte, das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Ein Amt, bei dem es nicht so viel zu tun gebe und er, Jäger, werde Pschierer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Tatsächlich habe er sein Versprechen, Jäger nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit anzurufen, wöchentlich mindestens einmal gebrochen. Und seine ehrenamtliche Präsidentschaft habe auch nur funktionieren können, weil er mit Jäger einen Ansprechpartner gehabt habe, der sein Aufgabengebiet nicht nur als Job sondern als Lebensaufgabe wahrnehme. Jäger sei nicht nur hauptamtlich Geschäftsführer des ASM gewesen sondern obendrein auch noch ehrenamtlich – ein geldwerter Vorteil, den man nicht anrechnen könne. „Du warst mir immer eine treue und zuverlässige rechte Hand“ bedankte sich Pschierer bei seinem Freund. Gemeinsam sei man durch schwierige Phasen gegangen – seinerzeit, als Edmund Stoiber sein Sparpaket durchgesetzt hatte, aber vor allem erinnerte Pschierer an die schönen Zeiten, etwa an die Feier zum Glaubenstag in Augsburg, die Feiern zum 80- und 90-jährigen Bestehen des ASM. Jäger habe den Musikbund geprägt und seine Spuren hinterlassen: „Du warst ein Glücksfall für uns“, schloss Pschierer mit einer unterdrückten Träne seine Dankesworte, die von einer Umarmung des gesamten Präsidiums gefolgt waren.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so emotional, ging es doch nur um eine Ehrung und nicht um eine Verabschiedung, hatte Centa Theobald, Pschierers Stellvertreterin, diesen zuvor eine Ehrung zukommen lassen. Vor 15 Jahren hatte Pschierer das Amt als Präsident des ASM übernommen. Und es gelte, Danke zu sagen, so Theobald, habe man doch eine gute Zeit mit diesem vierten Präsident erlebt. Musik sei eine starke Säule der Kultur und Pschierer habe mit seinem Wirken die Musik im Allgäu-schwäbischen Raum vorangebracht. In dieser Zeit, musste Theobald nicht ohne Schmunzeln anmerken, seien die Kapellen weiblicher (mehr Dirigentinnen und weibliche Vorstände der Musikkapellen) geworden, vor allem charmanter. Deshalb überreichte sie ihrem Chef die silberne Anstecknadel des ASM in Verbindung mit einer Ehrenurkunde.

Eine Ehrung gab es auch für die Teilnehmer am Lehrgang zum staatlich anerkannten Dirigenten in der Laienmusik. So konnte Bundesdirigent Thomas Hartmann der 30-jährigen Sonja Maria Rau, die zweite Dirigentin bei der Musikkapelle der Feuerwehr Lauingen ist, die Urkunde sowie die Anstecknadel überreichen. Mittlerweile fest in weiblicher Hand ist die Verbandsjugend, nachdem Franco Hänle nach sechs Jahren als Verbandsjugendsprecher, auf eigenen Wunsch hin, heuer ausgeschieden ist. Seine Nachfolgerin heißt Barbara Batzer.

Und für Josef Jäger, der das Amt noch bis Juni führt, wurde Joachim Graf von der Musikkapelle Biberach gewählt. In den Neuwahlen, die auf Antrag geheim durchgeführt wurden, wurde Franz Josef Pschierer erneut zum Präsidenten gewählt, seine Stellvertreter sind Monika Fleschhut, Theo Keller, Rainer Lohner, Rainer Schaller sowie Centa Theobald. Thomas Hartmann bleibt Bundesdirigent und Markus Schubert Bundesjugendleiter. Die Verbandsjugendsprecherin wurde schon eine Woche zuvor bei der Verbandsjugendversammlung gewählt. Der alte und neue Schatzmeister heißt Helmut Traut. Man habe, so Pschierer in seinem Bericht, wieder Persönlichkeiten gefunden, die sich bereit erklärt hatten, für die Wahl zu kandidieren und für die es selbstverständlich ist, dass der ASM für sie etwas Besonderes sei und ein Herzstück heimatlicher Kultur vom Ries bis ins Allgäu.

Der ASM vertritt als Musikbund 192 Jugendkapellen und 812 Mitgliedskapellen mit knapp 40.000 aktiven Musikerinnen und Musikern sowie 48.000 Fördermitglieder in 17 Musikbezirken zwischen Lech, Donau und Bodensee und vom Ries bis zum Alpenrand.

Oliver Sommer

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