Kunst, Krempel und Live-Musik

Zufriedene, entspannte Schatzsucher beim zweiten Flohmarkt in Mindelheims Kulturfabrik

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Beim zweiten Flohmarkt der Kulturfabrik waren wieder einige Besucher auf Schätzejagd. Im Laufe des Tages sorgten viele Musiker im Garten für die passende musikalische Untermalung.

Mindelheim – Besser hätte das Wetter am vergangenen Samstag für den zweiten Flohmarkt auf der Insel rund um die Kulturfabrik nicht sein können: Bei rund 25 Grad und blauem Himmel schlenderten die Besucher an den Ständen vorbei, begutachteten die vielen Schätze, die von den Verkäufern vom Dachboden oder aus dem Keller geholt wurden. Nach erfolgreicher Schnäppchenjagd konnten die Gäste bei einem Stück Kuchen, einer Tasse Kaffee oder vielleicht doch lieber bei einem kühlen Bier im Schatten der Bäume im Garten der Kulturfabrik den Bands und Künstlern auf der Bühne lauschen.

Der Flohmarkt war ideal für alle Spätaufsteher, fing er doch erst um 11 Uhr an. Während die 40 Flohmarktverkäufer an ihren Ständen schon ordentlich Kundschaft hatten, klangen von der Bühne volkstümliche Lieder aus der Steirischen Harmonika des Mindelheimer Musikers Andreas Gsöllpointner. Max (21) aus Mindelheim und seine beiden Kumpels verkauften alte Fahrräder aus den 30er bis 60er Jahren. Dafür kauften sie zunächst alte heruntergekommene Drahtesel, richteten sie originalgetreu und stilvoll aufgepimpt wieder her und verdienten sich so ein paar Euro dazu. „Wir haben schon so gut wie sicher zwei Fahrräder verkauft. Was aber viel wichtiger ist: Wir verteilen sehr viele Visitenkarten an Interessenten und man hat uns auch schon alte Fahrräder versprochen, aus denen wir dann wieder tolle Räder machen können”, freute sich Max.

Während es im Hof der Kulturfabrik nur so vor Schnäppchenjägern wimmelte, schaute sich eine 59-jährige Bad Wörishoferin im ersten Stock des Hauses die Ausstellung mit Bildern von HongHua Mutterlose aus Ottobeuren an: „Die Künstlerin hat einen ganz eigenen Stil, sehr lebensecht. Gerade das Portrait ihres Mannes ist der Wahnsinn.” Tom (29), der sich mit seiner Freundin die Ausstellung ebenfalls ansah, nickte zustimmend und ergänzte: „Sie malt sehr abwechslungsreich, zum Teil wie Illustrationen aus Büchern. Das passt gut hier rein.”

Beim zweiten Flohmarkt der Kulturfabrik waren wieder einige Besucher auf Schätzejagd. Im Laufe des Tages sorgten viele Musiker im Garten für die passende musikalische Untermalung.

In der Musik- und Chill-Area gab der Mindelheimer Liedermacher Raphael Steber seine selbst komponierten Songs mit verspielten Texten zum Besten. An einem der Tische im Biergarten saß Angie (25) mit ihrer Clique bei Bier und Prosecco. „Es ist super schön und chillig hier, sehr liebevoll dekoriert. Wir sind zum ersten Mal hier, werden aber sicherlich auch zu weiteren Events herkommen.” Sichtlich zufrieden ist auch Timo (46) aus Buchloe. Er hat zum ersten Mal auf einem Flohmarkt verkauft: „Ich habe rund 250 Euro eingenommen und bin super happy. Ich habe viel Kleinzeug verkauft, das nur sinnlos im Keller stand.” Währenddessen verwöhnte die Living Room Jazz Band rund um den Mindelheimer Musiker Tizian Hartmann die Zuhörer im Garten der Kulturfabrik mit feinstem Jazz. „Das ist einfach geiler Sound”, schwärmte Gabi (35) aus Pfaffenhausen. „Ich freue mich jetzt aber schon sehr auf Skinny Phil. Das ist ein Lehrer an der Schule meiner Tochter. Den habe ich hier auf dem Weihnachtsmarkt letztes Jahr gehört. Ein unfassbar schräger und witziger Typ.”

Das Lachen ist der Lohn

Gegen 19 Uhr war zwar der Flohmarkt wieder vorbei, was aber nicht heißt, dass die Tore zur Insel geschlossen wurden. Im Gegenteil: Ontherun und der Mindelheimer Musiker Florian “Geesi” Schiegg betraten die Bühne und spielten einen Mix aus gecoverten Indie-, Charts- und Klassiker-Stücken. „Wir sind rundum zufrieden, die Leute haben Spaß an der Musik, haben untertags schöne Schnäppchen gemacht und lassen den Abend jetzt noch bei einem Glas Wein oder Bier ausklingen“, sagte Markus Putz aus dem Orga-Team. Seine Kollegin Sheila Richiger ergänzte: „Das ist das, was unser ehrenamtlich arbeitendes Team belohnt: Das tolle Feedback, das wir bislang bekommen haben, und die vielen, fröhlichen und gut gelaunten Gesichter.” Und davon gab es jede Menge, als DJ LostAndSound alias Sebastian Rothe aus Mindelau die Gäste mit Techno und Chill­out in die Nacht schickte. 

pum

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