Betriebsleiterwohnung kann gebaut werden

Zum Teil mit Auflagen: Wörishofer Bauausschuss gibt drei Antragstellern grünes Licht

Zugspitzstraße Bad Wörishofen
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Bei den Wohnblöcke in der Zugspitzstraße wurde beim Bau das Dachgeschoss ausgebaut, nun muss die Wohnung baurechtlich noch genehmigt werden. Problem dabei: die Stellplatzsatzung.
  • Marco Tobisch
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Bad Wörishofen – Zumeist sind Betriebsleiterwohnungen Teil eines Gewerbekomplexes und sind entweder für den Betriebsinhaber oder aber den Leiter der Produktion bzw. des Gewerbes gedacht, damit dieser im Mehrschichtbetrieb oder bei sensiblen Anlagen vor Ort sein kann. In Kirchdorf darf nun ein Einfamilienhaus als Betriebsleiterwohnung gebaut werden. Auch zu zwei anderen Vorhaben äußerte die Bauverwaltung ihre Gedanken.

Die Firma Strobel Fensterbau hat am Haldenbach 26 ihren Firmensitz. Schon im Frühjahr 2020 hatte sich der Bauausschuss mit der Errichtung eines Wohnhauses als Betriebsleiterwohnhaus befasst. Auch fand mittlerweile ein entsprechender Ortstermin mit dem Landratsamt statt. Geplant ist, wie im Bauausschuss vor einem Jahr und nun wieder diskutiert wurde, die Errichtung eines Betriebsleiterwohnhauses im südwestlichen Bereich des gewerblichen Lagerplatzes. Im Flächennutzungsplan ist die Fläche weitgehend als gewerbliche Baufläche dargestellt. Man könne den Bereich noch dem Innenbereich zuordnen, so die Bauverwaltung. Das Wohngebäude bzw. Betriebsleiterwohnhaus soll ohne Keller errichtet werden, auf der Seite zum Lagerplatz hin sind die Garagen, Bad, Küche etc. angeordnet, um den Wohnbereich vom Gewerbelärm der Produktionsanlagen abzuschirmen. Ein kleiner Wall, der seinerzeit aus Hochwasserschutzgründen angelegt wurde, soll im Zuge der Baumaßnahmen verlegt werden. Vier Ahornbäume im Bereich des Walles müssen dazu aber gefällt werden. Im Zuge der Neuanlage des Hochwasserschutzwalls sind aber umfangreiche Eingrünungsmaßnahmen vorgesehen, wie den Anträgen zu entnehmen ist. So konnten die Stadträte den vorgelegten Pläne schließlich zustimmen.

Bauvoranfrage in Schlingen

Mit einer formlosen Bauvoranfrage wollte ein Bauwerber klären, ob eine Reihe von Befreiungen für sein Vorhaben in Aussicht gestellt werden können. Er möchte in der Allgäuer Straße ein Mehrfamilien-, ein Doppel- sowie ein Einfamilienhaus errichten. Zu klären galt es unter anderem, ob es Befreiungen von der Gestaltungssatzung gibt, um die Bestandsbauten durch den Neubau nicht zu sehr zu beinträchtigen. Weiterhin stand die Frage im Raum, ob für das in zweiter Reihe geplante Doppelhaus eine Befreiung von der Gestaltungssatzung hinsichtlich der Dachneigung in Aussicht gestellt werden könnte. Durch den Dachausbau sollen die Bestandsbauten nicht beeinträchtigt werden. Ähnliches gilt auch für das in zweiter Reihe befindliche Einfamilienhaus: Grundsätzlich, so das Bauamt, bestehe mit dem geplanten Mehrfamilienhaus Einverständnis. Allerdings sollte auf die Park- und Stellplätze unmittelbar an der Allgäuer Straße verzichtet werden. Man könne aber die Abweichungen hinsichtlich der Kniestockhöhe und der Dachneigung für das Doppelhaus und das Einfamilienhaus so nicht in Aussicht stellen. Die Gestaltung, so die Bauverwaltung, solle der Bauwerber dem ländlichen Baustil anpassen. Dabei sollte beispielsweise auf die Gliederung der Fassaden durch Holzverkleidungen geachtet werden, Flachdächer auf Garagen vermieden und die geplante Fensterfront im Doppelhaus gegliedert werden. Bei der Garage muss der Bauwerber eine andere Lösung finden.

Das Mehrfamilienhaus an der Allgäuer Straße halte die Regelungen der Gestaltungssatzung derweil ein. Allerdings sollten die Stellplätze nicht unmittelbar an der Allgäuer Straße angeordnet werden, sagte Manfred Pistel. Dieser Bereich sei als Vorgarten zu nutzen. Entlang der Allgäuer Straße befinden sich noch viele Hofstellen mit langgestreckten Baukörpern. Aus diesem Grund sei auf die Gestaltung der Gebäude besonderer Wert zu legen.

Dachwohnung gegen Ablöse

Um eine bestehende Dachwohnung baurechtlich genehmigen lassen, muss ein Antragsteller zwei Parkplätze mit Geld ablösen. Der Antragssteller möchte die dritte Wohnung im Dachgeschoss in der Zugspitzstraße, die schon seit vielen Jahren vorhanden ist, baurechtlich genehmigen lassen, erklärte Manfred Pistel. Das Grundstück liegt in einem Wohngebiet, in dem maximal drei Vollgeschosse erlaubt sind. An der Kubatur des Gebäudes werde nichts verändert, die Genehmigung der dritten Wohneinheit im Dachgeschoss löse jedoch eine Stellplatzpflicht aus, so die Bauverwaltung. Für diese zusätzliche Wohneinheit sind laut Stellplatzsatzung 1,5 Stellplätze, also zwei Stellplätze erforderlich. Der Antragssteller biete an, sagte Pistel, die Stellplätze im Gartenbereich des Grundstücks unterzubringen.

Die Geschichte des Hauses bzw. die Anträge auf Genehmigung des Dachausbaus waren schon 1966 gestellt worden, waren aber seinerzeit wegen der Stellplatzproblematik abgelehnt worden. Im Jahr 2003 wurde auf dem Nachbargrundstück eine Wohnung im Dachgeschoss genehmigt. Weiterhin erklärte Pistel den Stadträten, dass aufgrund der Breite des beschränkt öffentlichen Weges und seiner Funktion als Zugang zu den gegenüberliegenden Wohnhäusern das Fahraufkommen möglichst niedrig gehalten werden sollte. Durch die Anlage der Stellplätze auf der Gartenfläche gehe Grün­fläche verloren. Entsprechend der Stellplatzsatzung können fehlende Stellplätze könnten aber abgelöst werden. Der Ablösebetrag beträgt je Stellplatz 6.000 Euro, insgesamt somit 12.000 Euro.

Oliver Sommer

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