Vollmond im Perigäum

Vollmond im Mai ist der letzte Supermond des Jahres 2020

Der Begriff stammt aus der Astrologie - mit dem Supermond ist aber ein astronomisches Phänomen gemeint: Der Vollmond kommt der Erde sehr nah.

  • Kommt der Vollmond der Erde auf seiner Bahn besonders nahe, handelt es sich um einen Supermond
  • Der Vollmond am 6. Mai ist der nächste Supermond - wie man ihn beobachten kann
  • Der Supermond hat reale Auswirkungen auf die Erde - welche das sind

Update vom 5. Mai 2020: Der Vollmond im Mai ist der vierte und letzte so genannte „Supermond“ des Jahres 2020. Am frühen Morgen des 6. Mai 2020 nähert sich der Vollmond der Erde bis auf 359.654 Kilometer an, einige Zeit später, am 7. Mai 2020 um 12.45 Uhr wird der Mond zum Vollmond.

Der Supermond am 6./7. Mai 2020 ist der vierte Supermond innerhalb von vier Monaten: Auch die Vollmonde im Februar, März und April 2020 galten bereits als „Supermond“. Wie ein Supermond entsteht, wie er definiert wird und wer für diese Definition - die nicht aus der Astronomie stammt - verantwortlich ist, lesen Sie weiter unten im Artikel.

Supermond im April und Mai 2020: Was hinter dem Phänomen steckt

Erstmeldung vom 2. April 2020: Der Mond umkreist die Erde ein Mal innerhalb von 27 Tagen, 7 Stunden und 43 Minuten. Dabei schwankt der Abstand zwischen Erde und Mond, denn der Erdtrabant bewegt sich nicht auf einer kreisrunden Bahn um die Erde, sondern etwas elliptisch. Bei jedem Umlauf um die Erde erreicht der Mond einen Punkt, der Erdnähe (Perigäum) genannt wird und einen Punkt, der Erdferne (Apogäum) heißt. Erreicht der Mond die Erdnähe, während er in der Vollmondphase ist, nennt man dieses Phänomen umgangssprachlich „Supermond“. In der Wissenschaft wird dieser Begriff nicht verwendet, trotzdem ist er mittlerweile recht weit verbreitet.

Der Begriff „Supermond“ wurde 1979 vom Astrologen Richard Nolle geprägt. Laut dessen Definition muss sich der Vollmond der Erde auf mindestens 367.600 Kilometer nähern, um als Supermond zu gelten. Der Mond schafft das mindestens vier Mal im Jahr, das nächste Mal um den 8. April 2020 herum.

Supermond im April und Mai 2020: Vollmond erreicht die Erdnähe

Der Mond erreicht die Vollmondphase am 8. April 2020 um 4.35 Uhr. Am Abend zuvor – also in der Nacht vom 7. auf den 8. April 2020 – erreicht der Mond den Punkt der Erdnähe. Er kommt der Erde dann kurzzeitig bis auf 356.910 Kilometer nahe und ist demnach ein Supermond.

Das kann man auch sehen: Der Supermond erscheint etwas größer am Nachthimmel als der durchschnittliche Mond. Der Supermond kann laut der US-Raumfahrtorganisation Nasa bis zu 14 Prozent größer wirken als der Mond an seinem erdfernsten Punkt (Apogäum). Außerdem erscheint der Supermond deutlich heller als ein „normaler“ Vollmond. Zwar wird die Mondoberfläche nicht heller, sie erscheint jedoch aus der Perspektive der Erde größer und die Erde erreicht mehr Mondlicht. Der Supermond kann bis zu 30 Prozent heller strahlen als der Mond in Erdferne.

Wie man den Supermond im April und Mai 2020 beobachten kann

Der Mond geht am 7. April gegen 19 Uhr (die Aufgangszeit kann je nach Beobachtungsstandort um einige Minuten abweichen) im Osten auf und steigt im Laufe der Nacht in Richtung Süden am Himmel nach oben. Am 8. April 2020 um 4.35 Uhr wird er offiziell zum Vollmond - zu diesem Zeitpunkt steht er etwa im Südwesten am Himmel. Kurz nach 7 Uhr morgens (auch hier kann die Zeit je nach Beobachtungsstandort etwas variieren) geht der Mond im Westen unter.

Der Supermond ist auch immer ein beliebtes Fotomotiv. Hier zu sehen: der Supermond vom 14. November 2016 hinter der Skyline von Frankfurt.

Wer den Supermond beobachten möchte, sollte sich also nach 19 Uhr eine Beobachtungsposition in Richtung Osten suchen. Je tiefer der Mond am Himmel steht, desto größer wirkt er - dahinter steckt eine optische Täuschung (die „Mondtäuschung“), deren Ursache nicht vollständig geklärt ist.

Supermond im April und Mai 2020 hat Auswirkungen auf die Erde

Ein Supermond ist nicht nur schön anzuschauen, sondern hat auch tatsächlich Auswirkungen auf die Erde: Er löst Springfluten aus. Das geschieht eigentlich etwa alle zwei Wochen - immer dann, wenn Erde, Mond und Sonne auf einer Geraden stehen. Bei Vollmond (Erde zwischen Sonne und Mond) und Neumond (Mond zwischen Sonne und Erde) entsteht die Springtide. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn der Mond sich gleichzeitig im Perigäum, also besonders nah an der Erde, befindet.

Der Mond erreicht seine Erdferne im April 2020 am 20. April. Dann ist er 406.460 Kilometer von unserem Planeten entfernt. Durchschnittlich hat der Mond* einen Abstand von 382.900 Kilometern von der Erde.

Nächster Supermond bereits im Mai 2020

Der nächste Supermond lässt im Übrigen nicht lange auf sich warten: Auch der Vollmond im Mai 2020 zählt mit einem Abstand von 366.824 Kilometern zu den Supermonden. Aber egal, wie nah der Mond an der Erde steht: Es lohnt sich immer, einen kurzen Blick auf ihn zu werfen, wenn er am Himmel steht. Schließlich wäre die Erde ohne den Mond nicht dieselbe – der Mond beeinflusst mehr als nur die Gezeiten auf der Erde*.

Auch jenseits des Supermonds kann man im April einiges am Sternenhimmel beobachten. Der Planet „Venus“ ist dabei als „Abendstern“ besonders auffällig. Aber auch der Sternschnuppen-Strom der Lyriden fällt in den April. Wer ein Teleskop sein eigen nennt, kann versuchen, den Kometen „Atlas“ in der Nähe der Sternbilder „Großer Wagen“ und „Giraffe“ aufzuspüren. Derzeit gibt es die Hoffnung, dass Komet „Atlas“ bald mit bloßem Auge gesehen werden kann.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Dietmar Stiplovsek/APA/APA/dpa

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