Messenger in den Schlagzeilen

WhatsApp meldet unfassbar viele Sicherheitslücken - doch das soll ein gutes Zeichen sein

Schock bei WhatsApp. Es gab unfassbar viele Sicherheitslücken beim beliebten Messenger. Doch ist das vielleicht ein Gutes-Zeichen? 

  • WhatsApp hat im Jahr 2019 drastische Sicherheitslücken gemeldet. 
  • IT- und Sicherheitsexperten kritisieren den Messenger des Facebook-Konzerns. 
  • Der Vorwurf: "Der Messenger geht verantwortungslos mit den Usern um". 

Dortmund - Es gab laut Financial Times drastische Software-Bedrohungen bei WhatsApp. Im vergangenen Jahr habe der Messenger insgesamt zwölf Software-Probleme gemeldet und in sieben Fällen sogar als "kritisch" beschrieben. Kritisch bedeutet, dass eine drastische Sicherheitslücke vorhanden war. 

WhatsApp: Drastische Sicherheitslücken trüben das Jahr 2019 für den Messenger 

Die Financial Times beruft sich auf Informationen der National Vulnerabilities Database (NVD), eine US-Datenbank für Sicherheitslücken. In den vergangenen Jahren habe es stets ein bis zwei Meldungen gegeben. Nun sei dieAnzahl drastisch gestiegen

WhatsApp ist also unsicherer geworden? Diese These muss nicht unbedingt stimmen. Marc Rogers, Sicherheitsschef der Hacker-Konferenz Def-Con, hat eine andere Meinung. WhatsApp sei nicht unbedingt unsicherer geworden. Der Messenger sei vorher nicht sicher und einfach nur schlampiger in der Suche nach Problemen gewesen. 

Ist WhatsApp unsicherer geworden oder war der Messenger nur schlampiger? 

Dementsprechend seien auch weniger Fehler und Lücken gefunden worden. "Sicherheitslücken wurden jetzt gefunden. Das heißt aber nicht, dass sie jetzt erst aufgetaucht sind", so Rogers laut Financial Times. Die Sicherheitslücken habe es schon vorher bei WhatsApp gegeben. Jetzt würde man halt etwas genauer hinschauen. 

Vorwürfe gibt es auch von Ron Gula, einem ehemaligen Mitarbeiter der National Security Agency (NSA). Der Messenger gehe verantwortungslos mit seinen Nutzern um. Seine Forderung: Es solle mehr Zeit investiert werden, um Sicherheitslücken selbst zu finden und zu schließen.

Mehr Sicherheitslücken bei WhatsApp gefunden - das ist ein positives Zeichen

WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Ihre These: Es sei ein gutes Zeichen, dass so viele Sicherheitslücken gefunden worden sind. Man würde Transparenz zeigen, zudem seien die Probleme nach der Meldung bereits behoben worden. 

Zuletzt gab es Wirbel um Amazon-Chef Jeff Bezos, dessen Mobiltelefon von einem WhatsApp-Konto des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin-Salman mit einer manipulierten Videobotschft gehackt und dann erpresst worden war. 

Von Bezos eingesetzte Ermittler konnten allerdings nicht genau feststellen, ob der Messenger oder die Mobiltelefon-Software Schuld an der erfolgreichen Attacke gewesen war, wie das Fachportal t3n berichtet.

WhatsApp: Experten haben unter anderem Sicherheitslücken bei der Anruf-Funktion gefunden 

Eine der Sicherheitslücken, die im Jahr 2019 bekannt wurde, hatte mit der Anruf-Funktion zu tun. Über einen präparierten Anruf bei WhatsApp hätten Angreifer das Leck ausgenutzt, durch das sich eine Überwachungssoftware (Spyware) auf das Mobiltelefon habe installieren lassen, wie RUHR24.de* berichtet. 

WhatsApp hatte die Sicherheitslücke zwar relativ schnell behoben. Trotzdem wurden User des Messengers angewiesen, dringend ein Update durchzuführen. 

Noch imOktober 2019 hat die Stiftung Warentest vor dem Gebrauch des Messengers gewarnt. User sollen die Standard-Einstellung bei WhatsApp ändern, da es zu Problemen mit der Privatsphäre kommen könnte. Zu leicht würden personenbezogene Daten weitergegeben.

Aktuelle Sicherheitslücke bei WhatsApp: User werden Opfer von Betrugsmasche

Am Dienstag (28. Januar) wurde eine Betrugsmasche, die aktuell beim Messenger WhatsApp kursiert, bekannt. Im Detail geht es um einen Text der Usern geschickt wird. Darin fragen die Betrüger nach einem Code, der via SMS kommen soll. Das Resultat: Der User verliert eventuell sein komplettes Konto. 

Trotz zahlreicher Sicherheitslücken und Betrugsversuche ist WhatsApp in Deutschland noch immer der beliebteste Messenger. Laut messengerpeople.com würde es in Deutschland täglich 58 Millionen User geben (Stand November 2019). 

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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Rubriklistenbild: © Martin Gerten/dpa / Fotomontage: RUHR24

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