Entwickler-Prognosen

Die Zukunft des Gaming: Wie sich Spielen verändern wird

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Mit VR-Brillen kann bereits in die Spielewelten "direkt" eingetaucht werden.

Videospiele entwickeln sich stetig weiter. Sechs Spieleentwickler äußern sich zur Zukunft des Gaming und sind sich einig: Es wird sich einiges ändern.

Da sich Videospiele erst durch ausreichende Technik in privaten Haushalten richtig entwickeln konnten, ist das Unterhaltungsmedium noch vergleichsweise jung. Mittlerweile ist "zocken" aber in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Stattdessen hat sich eine große Industrie entwickelt, die eine spannende Zukunft vor sich hat.

Die Zukunft des Gaming: Ein bunter Mix an Möglichkeiten

Gaming heißt längst nicht mehr nur auf der Tastatur bzw. den Controller rumdrücken. Die neuste Technik erweitert die Möglichkeiten immer mehr und auch durch die Politik verändert sich der Stand der Videospiele und ihrer Branche. Das Resultat daraus sind Trends und Ansätze, die sich auf dem Markt beweisen müssen. Aber wie könnte die Zukunft des Gaming aussehen? Was wird sich davon durchsetzen und was nicht? DerStandard hat dazu sechs Spieleentwickler befragt, die einen Blick in die Glaskugel gewagt haben.

Fokus in Gaming: Narration vs. Technik

In den letzten Jahren konnte vor allem eines beobachtet werden: Höher, schneller und weiter in Sachen Hardware und damit einhergehend Grafik und Spielumfang. Riesige Spielwelten und immer realistischere Grafik beeindruckten. Gregor Eigner von Mi'pu'mi Games ist aber der Meinung, dass sich der Fokus, wie in der Filmbranche der 1980er Jahre, von der Technik wegbewegen wird und es mehr Richtung Erzählung verschiebt. Auch Denis Mikan (Kunabi Brother) findet, dass die Inhalte entscheidender werden. Nichtsdestotrotz findet Michael Putz (Bongfish), dass die Hardware weiter neue Messlatten setzen wird, wodurch letztendlich jedes Spiel immer und auf jedem Endgerät zu spielen sein wird.

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Spielen wird in Zukunft sozialer

Wie bereits durch die vielen Multiplayer-Spiele zu erkennen ist, ist der soziale Aspekt beim Spielen wichtiger denn je. Durch Sprachchats und soziale Einbindungen wird das Spielerlebnis heute zum gemeinsamen Zeitvertreib, auch über Distanzen und Plattformen hinweg. So ermöglicht Sony nun Crossplay für Fortnite auf der PS4. Der Spieleentwickler Peter Ehardt von Iron Mountain Interactive sieht darin noch eine Steigerung. Es soll laut ihm noch einfacher und direkter interagiert werden können, während außerdem die Menschen noch mehr Zeit mit Spielen verbringen werden. Jedoch laut Michael Putz nicht bei mobilen Casual-Games. Hier sieht er eine Marktsättigung.

Immer mehr Game-as-a-Service?

Immer mehr Spieleentwickler springen auf den Zug des "Game-as-a-Service" auf. Damit wollen sie durch immer neue Inhalte die Spieler langfristig an ihr Spiel binden und so mehr Gewinn erzielen. Wenn es nach Rainer Angermann von Rarebyte geht, wird sich dieses Geschäftsmodell noch weiter durchsetzen. Als Folge daraus sieht er auch mehr entwicklereigene Vertriebsplattformen, was jedoch durch die schlechtere Sichtbarkeit ein Nachteil für Indieprojekte von unabhängigen Entwicklern sein wird.

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Spiele streamen dank Cloud-Gaming - DIE Gaming-Zukunft?

Auch wenn sich die Hardware weiter verbessert, die Zukunft liegt im Streaming. Statt mit teurer Hardware die hohen Anforderungen einiger Spiele stemmen zu müssen, wird durch das Streaming eines Games, das auf externen Serven läuft, die Hardwareleistung zur Nebensache. Da ist sich Peter Ehardt sicher. Das Ganze wird laut Reinhard Schmid (Orcari Games) ähnlich eines Netflix-Modells ablaufen. In diesem Bereich gibt es bereits erste Angebote. Es ist also davon auszugehen, dass sich hier noch viel tun wird, wodurch das physische Spiel, also auf Disc in einer Hülle, nach Meinung von Gregor Eigner immer mehr aus dem Handel verschwinden wird.

Virtual Reality oder Augmented Reality? Welche "Realität" setzt sich durch?

Virtual Reality (VR) war in den letzten Jahren ein großes Thema in der Spielebranche. Viele erhofften sich DIE Spielerevolution. Dank VR-Brillen wie vom Hersteller HTC direkt in die Spielwelt eintauchen, als sei es Realität - Ein Traum, der sich in den privaten Wohnzimmern bisher nicht so durchgesetzt hat, wie erhofft. Und es aber auch weiterhin nicht das "normale" Spielen ablösen. Darüber sind sich mehrere Spieleentwickler einig. Augmented Reality (AR), also erweiterte Realität, wird sich hingegen mehr durchsetzen, wenn es nach Michael Putz und Peter Ehardt geht.

Eine tolerantere spielende Gesellschaft?

Die Gesellschaft ist bereits "verspielter" geworden. Und das wird sich laut Gregor Eigner auch nicht ändern. Stattdessen wird die Demografie der Gamer immer breiter und stärker. Die heutigen jüngeren Spieler werden auch im hohen Alter weiter spielen, während eine neue Generation heranwächst.

E-Sport-Teams spielen bei Turnieren wie den "ESL One Hamburg 2018" um hohe Preisgelder und werden wie Superstars gefeiert.

Außerdem wird E-Sport mehr in der Gesellschaft anerkannt und weiter wachsen, was unter anderem auch Reinhard Schmid so sieht. Die Gesellschaft entwickelt sich demnach mehr zum "Pro Gaming".

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