Neuer Höchstwert

Ein logischer Anstieg: 46 Prozent der Arbeitslosen haben Migrationshintergrund

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Die Bundesagentur für Arbeit betreut und vermittelt immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund.

Fast die Hälfte der Arbeitslosen in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Der Anteil hat damit einen Höchstwert erreicht - aus einem bestimmten Grund. 

Nürnberg - Rund 166.000 Asylanträge hatte das deutsche Bundesinnenministerium Ende letzten Jahres zu verzeichnen und blieb damit laut Informationen des ZDF nicht nur unter den 198.000 aus dem Jahr zuvor, sondern auch deutlich unter der festgelegten Obergrenze von 180.000 bis 220.000.  

Mit der verstärkten Asylwanderung steigt auch der Anteil arbeitsloser Migranten 

Dennoch kann die Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Zusammenhang des Anteils arbeitsloser Migranten mit der Zahl der Asylbewerber feststellen: Eine aktuelle Auswertung der Bundesagentur zeigt laut „Welt Online“, dass der Anteil von Arbeitslosen mit Migrationshintergrund an den rund 2,3 Millionen Arbeitslosen in Deutschland einen Höchstwert erreicht hat. Die Quote liegt inzwischen bei 46 Prozent. Zum Vergleich: Vor Beginn der Migrationskrise, Ende 2013, lag der Wert noch bei 36 Prozent. 

Bei den 4,1 Millionen erwerbsfähigen Leistungsbeziehern ist die Zahl sogar auf 57 Prozent gestiegen. Jene sogenannten Leistungsbezieher erhalten vom Jobcenter ergänzende Leistungen, weil ihr Erwerbseinkommen für den Lebensunterhalt nicht ausreicht. 

Hunderttausende Geflüchtete haben sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gefunden

Im Jahr 2018 meldete die Arbeitsagentur, dass rund 307.000 Geflüchtete aus den Hauptherkunftsländern Irak, Afghanistan und Syrien Arbeit gefunden hätten, davon 240.000 sozialversicherungspflichtige Stellen. Weitere 69.000 Personen waren geringfügig beschäftigt, zitierte „DIE ZEIT“ die Bundesagentur für Arbeit. Es wurden also Hunderttausende Menschen mit Asyl-Hintergrund vermittelt. 

Der Bundesagentur zufolge ist der Anstieg der Quote grundsätzlich „vor dem Hintergrund der sich verändernden Zusammensetzung der sehr heterogenen Gruppen von Personen mit Migrationshintergrund“ zu sehen. Mit zahlreichen erhobenen „Personen im Kontext von Fluchtmigration“, zu denen Asylbewerber, Geduldete und anerkannte Flüchtlinge zählten, zeugte die Statistik von dieser veränderten Zusammensetzung. 

Die Daten der Bundesagentur sind möglicherweise nicht exakt 

Es es ist gut möglich, dass die Auswertung der Bundesagentur ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit zeichnet, denn die Angabe zum Migrationshintergrund ist freiwillig. Die BA wies darauf hin, dass lediglich 79 Prozent der Leistungsbezieher eine Angabe machten. Die Auswertung muss daher als reine Schätzung gelten.

sl

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