Merkel-Vertrauter muss gehen

„Überfall aus den eigenen Reihen“: Internationale Pressestimmen zum Kauder-Abgang

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Volker Kauder ist nicht länger Fraktionsvorsitzender der CDU.

Volker Kauder ist nicht länger Fraktionsvorsitzender der CDU. Internationale Pressestimmen zur Ablösung des Merkel-Vertrauten.

Berlin - In unserem News-Ticker halten wir Sie über die Nachwehen der umstrittenen Entscheidung auf dem Laufenden.

Internationale Pressestimmen zur Abwahl von Volker Kauder:

NRC Handelsblad (Niederlande): „Mit dem Sturz von Kauder hat die Fraktion nicht nur gezeigt, dass sie sich unabhängiger von Merkel aufstellen will. Zugleich ließen die Abgeordneten erkennen, dass sie bereits in die Zukunft schauen wollen, in die Ära nach Merkel. Deren vierte Regierung ist ein halbes Jahr im Amt und versteht es immer noch nicht, den Eindruck von Selbstbewusstsein zu vermitteln. Gefährlicher als all diese Probleme ist für Merkel, dass eine Mehrheit der Fraktion offenbar nicht mehr davor zurückschreckt, selbst zu einem für sie besonders für unangenehmen Zeitpunkt eine kleine Palastrevolution zu entfesseln. Unter Brinkhaus dürfte sich die Bundestagsfraktion nicht mehr automatisch hinter die Regierung stellen.“ 

Tagesanzeiger (Schweiz): „Merkel hatte zuletzt selbst gespürt, wie heikel die Abstimmung werden könnte. Noch am Vortag hatte sie in einem für sie außergewöhnlichen Schritt Fehler beim Umgang mit Hans-Georg Maaßen zugegeben, dem umstrittenen Chef des Verfassungsschutzes, und eine künftig wieder bessere Arbeit der Koalition versprochen. Die Demutsgeste sollte auch bei den eigenen Abgeordneten den Ärger über das desaströse Bild besänftigen, das die von ihr geführte Regierung in den letzten Monaten abgegeben hatte. Am Ende nutzte es nichts. Der Autoritätsverlust von Merkel (und Seehofer) schreitet in immer schnellerem Tempo voran.“

Video: Ralph Brinkhaus wird neuer Unionsfraktionschef

„Das Ende ist in Sicht“

Times (Großbritannien): „Angela Merkels Autorität ist durch einen Überfall aus den Reihen ihrer eigenen Partei schwer beschädigt worden. Mehr als die Hälfte ihrer Abgeordneten im Parlament haben sich gestern entschlossen, ihre „rechte Hand“ zu entthronen. Die Bundeskanzlerin hat damit praktisch eine Vertrauensabstimmung hinsichtlich ihrer Führung verloren, nachdem die öffentliche Unterstützung für ihre CDU auf den tiefsten Stand seit ihrer Gründung 1945 gesunken war.“

Neue Zürcher Zeitung (Schweiz): „Später einmal, wenn Angela Merkel nicht mehr Kanzlerin ist, wird man sich an diesen 25. September 2018 erinnern: als Tag, an dem die Abgeordneten von CDU und CSU der Frau ihre Gefolgschaft aufgekündigt haben und einen von Merkels engsten Vertrauten fallen ließen. Wie viel Zeit zwischen diesem Datum und dem tatsächlichen Ende der Ära Merkel liegen wird, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Aber das Ende ist in Sicht.“

dpa

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