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Ist Putins Kriegskasse leer? 

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Von: Marvin Ziegele

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Graffiti von Wladimir Putin.
Die Aufnahme zeigt ein Graffiti mit Putin in Belgrad. © Andrej Isakovic/AFP

Russland führt Krieg gegen die Ukraine – ein kostspieliges Unterfangen. Wird die Regierung in Moskau einer wichtigen Einnahmequelle beraubt? 

Washington D.C. – Wie steht es um Russlands wirtschaftliche Stärke im Krieg gegen die Ukraine*? Berater von US-Präsident Joe Biden* gehen davon aus, dass Russland unter einem dramatischen Rückgang der Öl-Exporte leidet, berichtet die Washington Post. Das würde Russland eine wichtige Geldquelle kosten.

Die Einschätzung stammt von zwei hochrangigen Beamten der US-Regierung, berichtet die Zeitung weiter. Demnach prüfe die Regierung von US-Präsident Joe Biden Daten aus der Privatwirtschaft. Daraus sollen Kenntnisse über den tatsächlichen Verkauf von russischem Öl gezogen werden. Die Daten zeigen, dass der Verkauf von Rohöl aus Russland zwischen dem 15. und 20 März von zwei Millionen Fässern pro Tag auf null zurückgegangen sei.

Ukraine-Konflikt: Russisches Öl wird nicht mehr gekauft

Zeigt die Einschätzung der Experten also, dass die gegen Russland unter Präsident Wladimir Putin verhängten harten Sanktionen den Energieexporten des Landes einen empfindlichen Schlag versetzt haben? Nicht direkt. Der Ölexport ist unumstritten die größte Einnahmequelle Russlands. Allerdings wird der Einfluss der Sanktionen unter Energieexperten heftig diskutiert. Zwar kündigte US-Präsident Joe Biden ein Verbot russischer Öl- und Gasimporte in die USA* an, doch die USA verbrauchen nur einen kleinen Teil russischer Energie. Deshalb dürften die Auswirkungen des US-Verbots minimal bleiben.

Vielmehr schadet die so von Experten bezeichnete „Selbstsanktionierung“ die russische Ölindustrie. Private Händler würden sich weigern, das Produkt zu kaufen und  zu verkaufen. Die Washington Post stützt sich dabei auf Aussagen von Ölhändlern, die russisches Öl freiwillig ablehnen. Zum Teil läge das an der Ungewissheit vor weiteren westlichen Sanktionen, zum Teil auch daran, dass sie nicht als Unterstützer von Russlands Einmarsch in die Ukraine angesehen werden wollen.

Krieg in der Ukraine: USA beobachten wirtschaftliche Situation

Beamte des Weißen Hauses beobachten die Situation genau und stellen fest, dass sie sich ändern könnte, wie einer der Regierungsbeamten meint.  „Was wirklich wichtig ist, ist, dass viele Ölraffinerien und Händler sich weigern, russisches Öl zu kaufen – es zu berühren – und wenn das so weitergeht und sich ausweitet, dann wird das russische Angebot stark zurückgehen“, sagte Bob McNally, ein Energieanalyst bei der Rapidian Energy Group.

Wirtschaftsexperten äußerten gegenüber dem Spiegel, dass auch ein Handelsembargo gegen russisches Öl und Gas eine effektive Methode sei, um Wladimir Putins Krieg in der Ukraine zu stoppen. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat ein Embargo für russische Energie-Lieferungen bisher abgelehnt und vor schweren Schäden für die deutsche Wirtschaft gewarnt. (Marvin Ziegele) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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