„Heute Journal“-Interview nach Gipfel

„Mehr haben Sie nicht zu bieten!“ Claus Kleber grillt Minister - Zuschauer-Reaktionen überschlagen sich

In einem Interview im ZDF heute-journal sprechen Claus Kleber und NRW-Familienminister Joachim Stamp über mögliche Schulschließungen. Die Meinungen der beiden könnten unterschiedlicher kaum sein.

  • Claus Kleber spricht im ZDF heute-journal mit NRW-Familienminister Joachim Stamp.
  • Mehrere Male unterbricht Kleber den FDP-Politiker.
  • Im Netz wird das Interview gefeiert.

Mainz - Bleiben die Schulen offen? Gibt es wieder digitalen Unterricht? Werden die Klassen geteilt? Oder werden sie gleich ganz dicht gemacht, wie beispielsweise in Österreich. Der Betrieb der Schulen in der Corona-Krise* ist in Deutschland ein hitzig diskutiertes Thema. Das soll auch am Mittwoch beim Corona-Gipfel besprochen werden. Im ZDF heute-journal sprach Moderator Claus Kleber mit dem Familienminister Nordrhein-Westfalens, Joachim Stamp, darüber.

Oder vielmehr: stritt. Immer wieder unterbrachen sich beide in dem sechsminütigen Interview. Es herrschte Uneinigkeit beim Thema Impfstoff*, aber vor allem die verschlafene Vorbereitung in den Sommermonaten auf den Winter scheint Kleber zu ärgern. Warum erlauben die Länder nicht geteilten Unterricht, eine Hälfte im Home-Schooling, die andere im Klassenzimmer, fragt Kleber zum Beispiel. Oder warum es keine digitalen Lösungen gebe.

Streit im heute-journal: Stamp kontert Kleber - Schulen kein „Virenschleuder-Apparat“

Stamp kontert: Schulen seien kein „Virenschleuder-Apparat“. Das würden sämtliche Studien zeigen. Heute-journal-Moderator Kleber unterbricht ihn: Das stimme so nicht, eine neue Studie aus München würde belegen, dass natürlich auch Kinder erkranken. die Dunkelziffer sei sogar fünfmal höher als bei Erwachsenen. Es herrsche bei Experten Einigkeit, dass etwas verändert werden müsse. Denn, so Kleber, es klingt fast wie ein Vorwurf: „Es wird verdammt wenig getan in den Schulen.“

Kleber unterfüttert das Gesagte auch gleich mit einem Beispiel: Die Ministerpräsidenten-Konferenz am 16. November sei per Video abgehalten worden. „Kein Ministerpräsident würde mehr in einen engen Raum mit 30 anderen Menschen gehen. Die Schüler sollen das tun. Was anderes haben sie nach acht Monaten Vorbereitung in den Schulen nicht zu bieten.“

Kleber beendet Interview im heute-journal: „Ich glaube, wir kommen heute Abend nicht zusammen“

Stamp versucht noch einmal, Kleber zu widersprechen, führt auf, warum Veränderungen nicht so einfach durchzuführen seien. Der ZDF-Journalist beendet daraufhin das Interview mit den Worten: „Ich glaube, wir kommen heute Abend da nicht mehr zusammen.“

In den sozialen Medien wurde das Interview und vor allem das harte und direkte Auftreten Klebers gefeiert. Von „Bravo, Herr Kleber!“ bis „Ich feiere den Kleber gerade“, fast alle schlugen sich auf die Seite des ZDF-Moderators. Einige verglichen das Gespräch sogar mit einem Boxkampf und werteten die Fragen nach Punkten - deutlich für Kleber.

Einige beschwerten sich allerdings auch darüber, dass Kleber den FDP-Politiker kaum mal aussprechen ließ und mehrere Male unterbrach. Kleber wurde vorgeworfen, „unvorbereitet“ zu wirken, er berichte hier „tendenziös“, schreibt zum Beispiel Handelsblatt-Journalist Thomas Sigmund.

Eine klare Meinung vertrat Kleber unterdessen schon wenige Tage später außerhalb des „heute journals“ - bei der Kollegin Maybrit Illner äußerte er sich zur Präsidentschaft Donald Trumps, wie Merkur.de* berichtet (fmü) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

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