Schule und Corona

Schulgipfel im Kanzleramt: Merkel berät heute mit den Bildungsministern über die Lage

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Gerade in Coronazeiten muss die Digitalisierung an Schulen umso schneller vorangetrieben werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel berät heute mit den Bildungsministern aus Bund und Ländern über die Lage an Schulen zu Corona-Zeiten.

  • Am Montag findet im Kanzleramt ein Schulgipfel statt.
  • Dabei soll die Lage der Schulen in der Coronakrise* besprochen werden.
  • Verschiedene Maßnahmen für die Digitalisierung der Schulen im Gespräch

Berlin – Am heutigen Montag (21.09.2020) um 18:00 Uhr findet im Kanzleramt ein Schulgipfel statt. Teilnehmer sind neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch SPD-Vorsitzende Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder. Sie beraten über die Lage in den Schulen zu Corona-Zeiten und über die weiteren Schritte der Schuldigitalisierung.

Schulgipfel zu Corona und Digitalisierung: Bildungsminister debattieren über weitere Schritte

In einem Videopodcast vom Wochenende sagte die Kanzlerin, man müsse gemeinsam alles dafür tun, dass „Kinder und Jugendliche nicht die Verlierer der Pandemie“ werden. Das sei ihr „persönlich ein ganz wichtiges Anliegen“. Außerdem nannte sie die Themen, die heute im Kanzleramt besprochen werden sollen. Es soll darum gehen, wie die Schulen so schnell wie möglich ans Internet angeschlossen werden, digitale Lernsysteme und Cloudangebote vorangebracht werden können und Lehrer mit geeignetem Equipment ausgestattet werden können. Außerdem werden die Fort- und Ausbildung von Lehrern und der Aufbau von Bundesweiten Online-Bildungsinhalte besprochen. Auch kostenlose Nachhilfe von benachteiligten Kindern könnte ein Thema sein.

Verschiedene Maßnahmen für die Digitalisierung der Schulen im Gespräch

Im Vorfeld der Gespräche betonten Vertreter von Bund und Ländern, dass flächendeckende Schulschließungen vermieden werden sollen. Schon im August trafen sich Merkel, Esken, Karliczek und mehrere Ländervertreter, um über das weitere Vorgehen an Schulen zu debattieren. Auch damals wurden Möglichkeiten besprochen, die Digitalisierung an Schulen voranzutreiben. Unter anderem ging es um eine günstige mobile Flatrate für Schüler und die Ausstattung der Lehrkräfte mit Dienstlaptops. Die dafür benötigten 500 Millionen Euro sollten durch ein Aufbauprogramm der EU finanziert werden - das gab es damals aber noch nicht. Laut dpa-Informationen könnte bei diesem Treffen die Option besprochen werden, ob Bund und Länder das Geld dafür vorstrecken können, damit dieser Teil der Schuldigitalisierung schneller gehen kann.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz sagte der dpa im Vorfeld der Gespräche heute Abend, dass es momentan gar nicht am Geld fehle: Das Problem sei die Umsetzung*. Zwar seien die Bemühungen in der Digitalisierungsfrage verstärkt worden, es würde aber noch einige Zeit dauern, bis alle Maßnahmen durchgesetzt werden können.

Echter Corona Bildungsgipfel gefodert: „Digitale Ausstattung an Schulen nur der erste Schritt“

Die Coronakrise betreffe Kitas, Schulen, berufliche Bildung, Weiterbildung und Hochschulen gleichermaßen, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Elke Hannack. Deswegen können die Gespräche über die digitale Ausstattung von Schulen nur der erste Schritt sein. Weiter fordert Hannack noch für diesen Herbst einen „echten Corona-Bildungsgipfel“.

Mit Blick auf den Herbst und Winter müssen auch noch weitere Aspekte ins Auge gefasst werden. Der Deutsche Philologenverband fordert wegen der wahrscheinlich steigenden Ansteckungszahlen zum Ende des Jahres Lüftungskonzepte für alle Schulen. „Das geht von der einfachen Instandsetzung nicht zu öffnender Fenster über mobile Raumlüfter bis hin zu kurzfristigen baulichen Belüftungsmaßnahmen“, sagte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing der dpa. Die dafür nötigen finanziellen Hilfen müsse der Bund bereitstellen. (Von Sebastian Richter mit Material der dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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