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Maskenpflicht ab Herbst: Lauterbach verteidigt Corona-Regeln

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Von: Constantin Hoppe

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Der Bundestag hat eine Verlängerung der Corona-Maskenpflicht beschlossen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach glaubt, dass andere EU-Länder nachziehen werden.

Berlin – Deutschland hat derzeit nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die „strengsten Regeln“ während der Corona-Pandemie. Während andere Länder ihre Regeln zum Schutz vor dem Corona-Virus lockern, oder gar ganz aufheben, hat der Bundestag Neuregelungen und eine Verlängerung einiger Maßnahmen beschlossen. Lauterbach reagiert auf Kritik und verteidigt dieses Vorgehen.

„Im Moment werden die Regeln angegriffen, weil sie zu streng sind. Das sind aber genau die Regeln, die wir benötigen, um das rechtzeitig in den Griff zu bekommen“, sagte der SPD-Politiker dem RTL Nachtjournal. Doch genau diese Regeln würden angesichts der bevorstehenden kalten Monate gebraucht. Lauterbach glaubt, dass in den kommenden Monaten die Corona-Fallzahlen wieder ansteigen werden und folgt damit der Auffassung von Virologe Christian Drosten.

Gesundheitsminister Lauterbach in Israel
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt die beschlossenen Corona-Regeln ab Oktober. © Christophe Gateau/dpa

Neue Corona-Regeln – laut Lauterbach „Möglichkeiten“ und kein „Automatismus“

Zudem geht der SPD-Politiker davon aus, dass andere europäische Länder bei steigenden Corona-Inzidenzen auch strengere Regeln beschließen würden. Es gehe lediglich um „Möglichkeiten“, die Maßnahmen zu verschärfen, betonte Lauterbach. Einen „Automatismus“ bei den Regeln gebe es jedoch nicht.

Dies erklärte Lauterbach am Beispiel der Maskenpflicht in Innenräumen: Aktuell ist ab dem 1. Oktober eine bundesweite Maskenpflicht in Fernzügen, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern vorgesehen. Die Länder sollen Vorgaben etwa zu Maskenpflichten in Innenräumen verhängen und bei kritischer Lage auch ausweiten können.

Einen neuen Lockdown oder die Schließung von Schulen und Gaststätten sieht Lauterbach jedoch als nicht sehr wahrscheinlich an – es sei denn, es käme wieder zu einer pandemischen Lage.

Lauterbach verteidigt Corona-Regeln: Virologe Drosten erwartet „Welle mit leichten Symptomen“

Die Bundesregierung hatte sich am Donnerstag (8. September) auf ein neues Infektionsschutzgesetz geeinigt. Das Gesetzespaket sieht die Weiterführung von Regeln zu Masken und Tests vom 1. Oktober bis 7. April 2023 vor. Ohne den Beschluss des Bundestages wären die Rechtsgrundlagen für die noch verbliebenen Corona-Maßnahmen sonst ausgelaufen.

Virologe Christian Drosten befürchtet angesichts des bevorstehenden Herbsts eine Erhöhung der Corona-Fallzahlen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sprach er davon, dass es vermutlich zu einer „Welle mit leichten Symptomen“ kommen werde: „Infizierte kommen vielleicht nicht ins Krankenhaus, aber sehr viele sind eine Woche krank. Wenn es zu viele auf einmal sind, wird es zum Problem“, sagte Drosten. (con mit dpa)

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