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Corona-Maskenpflicht: Regierung gibt nur „dringende“ Empfehlung - eine Stadt verhängt trotzdem Pflicht

In Deutschland gibt es keine offizielle Maskenpflicht. Viele Bürger greifen trotzdem zum Mund-Nasen-Schutz. 
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In Deutschland gibt es keine offizielle Maskenpflicht. Viele Bürger greifen trotzdem zum Mund-Nasen-Schutz. 

Bund und Länder haben sich wohl gegen die Einführung einer Maskenpflicht in der Öffentlichkeit entschieden. Dennoch wird der Bevölkerung dringend empfohlen eine Maske zu tragen.

Update um 15.40 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hält eine Maskenempfehlung im öffentlichen Personennahverkehr derzeit für das richtige Mittel und stellt sich damit hinter die Richtlinie, die Angela Merkel am Vortag kommunizierte. „Wir haben 30 Millionen Fahrgäste im ÖPNV, wenn Normalbetrieb ist“, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. „Deswegen müssen wir erst die Beschaffung sicherstellen.“

Eine mögliche Maskenpflicht sei dann Thema, „wenn wir wieder höher fahren“, sagte Scheuer. Zunächst gehe es jetzt darum, den Betrieb schrittweise wieder aufzunehmen. „Die sogenannten Volksmasken sind jetzt mal das Gebot der Stunde.“ An die Fahrgäste appellierte er, sich selbst und andere zu schützen. 

Ein dringliches Thema könnten die Versorgung mit Masken an den Arbeitsplätzen der Deutschen werden - die Bundesregierung hat am Donnerstag neue Regeln vorgestellt.

Update vom 16. April, 11.19 Uhr: Zwar hat die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel keine deutschlandweite Maskenpflicht angeordnet, stattdessen wird das Tragen einer Maske „dringend“ empfohlen. In einzelnen Städten wird die Maskenpflicht in bestimmten Situationen allerdings verhängt. So ordnete Jena bereits vor einigen Wochen diese Maßnahme an und nun zieht Hanau nach. 

Hanau ordnet Corona-Maskenpflicht in Geschäften und im ÖPNV an

Infolge der angekündigten schrittweisen Öffnungen im Einzelhandel ab kommender Woche hat die Stadt wegen der Corona-Infektionsgefahr* für das Betreten der Geschäfte eine Maskenpflicht angeordnet. „Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss“, teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) mit. Auch im öffentlichen Personennahverkehr soll die Maskenpflicht demnach gelten. 

Nach einer Ankündigung der Landesregierung in Hessen dürfen bisher geschlossene Läden mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmeter wieder aufmachen. Dies gilt unabhängig von der Ladengröße auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen. Der hessische Regierungschef Volker Bouffier geht davon aus, dass dies im Laufe der kommenden Woche so weit sein wird. 

Merkel schließt Corona-Maskenpflicht in Deutschland nicht völlig aus 

Update vom 15. April, 19.55 Uhr: Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz am Mittwochabend bekannt gab, wird es vorerst in Deutschland keine Pflicht zum Tragen einer Atemschutzmaske geben. Die Bundesregierung empfiehlt den Bürgern jedoch gerade im ÖPNV und in Geschäften das Tragen einer sogenannten „Alltagsmaske“.

Kategorisch ausgeschlossen wurde eine Maskenpflicht für die Zukunft jedoch nicht. „Wir müssen ja das, was wir fordern von den Bürgerinnen und Bürgern, auch wirklich umsetzen können“, sagte die Bundeskanzlerin auf eine Nachfrage, warum es nur eine Empfehlung und keine Pflicht gäbe. Je mehr Alltagsmasken im Umlauf sind, desto eher könne man darüber reden „weitere Schritte der Dringlichkeit“ einzuleiten, so die Kanzlerin über eine Pflicht zum Mundschutz. 

Gesundheitsministerium über Mundschutz: Masken dienen zum Schutz anderer vor Infektionen

Erstmeldung vom Nachmittag: Berlin - Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 haben sich Bund und Länder wohl gegen eineTragepflicht von Atemschutzmasken im öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel entschieden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochnachmittag.

Allerdings sei im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel eine Maske „dringend“ zu empfehlen.

Alltagsmasken, die nun oft als Mundschutz verwendet werden, dienen laut Gesundheitsministerium dazu, andere vor einer Infektion zu schützen. Spezialmasken, die auch den Träger selbst schützen, sollten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

Die Bundesregierung hatte bereits einen Bedarf an Milliarden von Schutzmasken festgestellt - Nachschub vor allem an hochwertigen Masken ist allerdings wegen einer weltweit hohen Nachfrage schwer zu besorgen. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kürzlich gesagt.

Video: Bürger greifen zur Maske als Mundschutz

Coronavirus: Regierung plant neue Maßnahmen

Merkel und die Regierungschefs der Länder beraten seit dem frühen Nachmittag darüber, nach welchem Fahrplan harte Anti-Corona-Maßnahmen wie Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen schrittweise wieder gelockert werden können. Eine Beschlussvorlage des Bundes sieht etwa vor, dass die Öffnung von Geschäften bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder ermöglicht werden soll. Zu den Ergebnissen der Runde soll es danach eine Pressekonferenz geben.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

fd mit dpa

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