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Söder stellt neuen CSU-General vor – und lässt dabei politisch tief blicken

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Von: Florian Naumann, Christian Deutschländer

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Zuletzt kursierten viele Namen, jetzt soll es Gewissheit geben: CSU-Chef Markus Söder will noch an diesem Freitag einen neuen Generalsekretär vorstellen.

Update vom 6. Mai, 11.25 Uhr: Die Pressekonferenz in der Münchner CSU-Zentrale ist beendet. Der neue Generalsekretär der Partei heißt Martin Huber. Der Oberbayer sollte sich bislang um das Grundsatzprogramm der CSU kümmern, nun wird er unerwartet schnell befördert. Das ist durchaus eine kleine Überraschung. Auch nach Informationen des BR war die Entscheidung alles anderes als unumstritten.

Söder begründete die Entscheidung in seinem Statement ausführlich – und gab dabei indirekt auch einen Überblick über die recht große Zahl der aktuellen Probleme der CSU. Der neue Generalsekretär müsse unter anderem Wahlkämpfe planen, die Partei nach Corona wiederbeleben und die Landtagsfraktion einbinden. Dabei gebe es durchaus Zeitdruck, ließ Söder durchblicken; der Neue habe sofort einsatzbereit sein müssen. Die CSU fürchtet aktuell ein kleines Debakel bei der Landtagswahl 2023, auch an der Basis und in der Fraktion knirschte es immer wieder. Als weiteren Grund für die Wahl Hubers nannte Söder den Wunsch, das erst kürzlich umgebildete bayerische Kabinett nicht erneut durcheinanderzuwirbeln.

Vergleichsweise wenig Lobpreis gab es für Huber – den Söder ansonsten als klug, seriös und kommunikativ vorstellte – in Sachen rhetorischer Attackefähigkeit. „Ein Generalsekretär entwickelt sich auch in der Aufgabe“, sagte Ex-CSU-General Söder. Ein Beispiel für „Wadlbeißer“-Fähigkeiten Hubers wollte er zuerst nicht nennen.

Update vom 6. Mai, 11.14 Uhr: Söder kontert kolportierte Zweifel aus der CSU, Huber sei kein „Wadlbeißer“. „Ein Generalsekretär entwickelt sich auch in der Aufgabe. Ich war damals auch schon sehr zurückhaltend“, scherzt Söder, der von 2003 bis 2007 selbst als CSU-General amtierte. „Nicht hinreißen lassen“, hatte Söder zuvor mit einem kurzen Seitenblick Huber bedeutet.

„Sie verzeihen mir das, wenn ich das als unangemessene Frage beurteile“, sagt der CSU-Chef kurz darauf auf eine leicht spöttische Frage aus der Journalisten-Riege, ob er denn das Privatleben Hubers auf Herz und Nieren geprüft habe. Hintergrund ist der Eklat um Vorgänger Mayer, der offenbar angesichts einer Berichterstattung der Bunte aus der Fassung geraten war. Offizieller Rücktrittsgrund sind gesundheitliche Probleme Mayers.

Update vom 6. Mai, 11.10 Uhr: Martin Huber selbst betont, es sei auch seine Aufgabe, die Partei nach Corona „wiederzubeleben“ und zu mobilisieren. Ein weiteres Herzensthema sei für ihn die Verbindung von „Ökologie und Ökonomie“. Bereits jetzt laufe die Vorbereitung der Kampagne für die bayerische Landtagswahl 2023.

Update vom 6. Mai, 11.05 Uhr: Huber sei „kein Unbekannter“, betont Söder weiter. Der neue Generalsekretär habe bereits Erfahrungen in der CSU-Landesleitung und könne sofort beginnen, es handle sich bei dem Neuen um einen „Teamplayer“ und einen „seriösen“ Politiker, der als Landtagsabgeordneter auch für die Fraktion erreichbar sei. „Ich vertraue dir zu 100 Prozent“, wendet sich der Parteichef an seinen neuen Generalsekretär.

Söder erklärt seine Wahl für den neuen CSU-Generalsekretär – und tröstet Nicht-Berücksichtigte

Update vom 6. Mai, 11.01 Uhr: Markus Söder spricht nun vor der Presse. „Das war keine leichte Woche“, sagt der CSU-Chef mit Blick auf den Generalsekretär-Rücktritt. Der Vorstand habe Martin Huber nun einstimmig als Nachfolger bestätigt.

„Ein Generalsekretär braucht Organisationstalent, er muss Wahlkämpfe planen“, das gelte bis hinein in die strategische Ausrichtung, betont Söder. Zugleich müsse er nach der Corona-Zeit die Basis mobilisieren. Weitere Anforderungen seien sofortige Verfügbarkeit und Kommunikationsfähigkeiten gewesen; „er muss beißen können“.

Auch an die Nicht-Berücksichtigten - etwa Geheimfavoritin Michaela Kaniber - wendet sich Söder. Es habe weitere Kandidaten mit den nötigen Fähigkeiten gegeben, erklärt er. Er habe aber nach der jüngsten Kabinettsumbildung keine „Lücke im Kabinett reißen“ wollen.

Update vom 6. Mai, 10.42 Uhr: Letzte etwaige Zweifel scheinen ausgeräumt: Markus Söder hat nach Merkur-Informationen nun auch in der CSU-Vorstandsschalte die Kür Martin Hubers zum neuen Generalsekretär der Christsozialen bestätigt.

Söder-Überraschung durchgesickert - Neuer CSU-Generalsekretär offenbar fix

Update vom 6. Mai, 10.21 Uhr: In wenigen Minuten spricht der CSU-Vorstand per Videoschalte über eine wichtige Personalie: Die Nachfolgeregelung für den zurückgetretenen Generalsekretär Stephan Mayer. Nach Informationen des Münchner Merkur, aber auch der Bild, könnte die Wahl auf Martin Huber gefallen sein. Aus Parteikreisen gab es eine Bestätigung dafür. Huber stammt wie Mayer aus Oberbayern, der CSU-Regionalproporz wäre als gewahrt.

Pikant: Huber war 2008 bis 2013 in der CSU-Landesleitung persönlicher Referent von Söders Rivalen Horst Seehofer. Dafür kennt er die Parteizentrale gut. Er gilt als ruhiger Typ, unaufgeregt, skandalfrei. Vielleicht ein bisschen sehr ruhig, heißt es in ersten Reaktionen anderer Abgeordneter. Den großen Auftritt auf bundesweiter Bühne, ARD-Talkshow, dergleichen müsse Huber noch lernen. Dafür wird sein Fleiß gelobt, sich schnell und tief in Themen einzuarbeiten. Inhaltlich steht er für einen umweltorientierten Kurs der CSU.

Sein Stimmkreis umfasst übrigens Altötting - wo Stephan Mayer herkommt. Beide kennen sich gut und sind persönlich befreundet. Mit der Entscheidung für Huber ist eine andere, von einigen Beobachtern bevorzugte, Variante vom Tisch: Die Beförderung Michaela Kanibers zur Generalsekretärin.

Söder will neue(n) Generalsekretär(in) vorstellen – Pressekonferenz hier ab 11 Uhr live

Erstmeldung: München – Das ging dann doch recht schnell mit der Suche nach einem neuen Generalsekretär. CSU-Chef Markus Söder will am Freitag seinen neuen Generalsekretär vorstellen. Für 10.30 Uhr hat Söder den Parteivorstand kurzfristig zu einer Sitzung zusammengerufen - einziger Tagesordnungspunkt sei die Vorstellung des neuen Generalsekretärs, hieß es. Das erfuhr die dpa aus Parteikreisen. Um 11.00 Uhr soll dann die Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz informiert werden.

CSU-Beben: Generalsekretär Mayer räumt seinen Posten - nach wenigen Wochen

Nach dem überraschenden Rücktritt von CSU-Generalsekretär Stephan Mayer am Dienstagabend war der Posten frei. Parteichef Markus Söder vor einer unerwarteten Neubesetzung. Als „Tragödie“ beschrieb CSU-Chef Markus Söder den Abgang seines Generalsekretärs Stephan Mayer. Der 48-Jährige sollte eigentlich die wichtige Landtagswahl retten. Nach kaum mehr als zwei Monaten Amtszeit stürzt Mayer über eine Affäre. Für Mayer dürfte es das Ende der politischen Karriere in Berlin und München sein. Gegenstand des Streits mit dem Journalisten war ein Bericht des Magazins Bunte über Mayers Privatleben. Der Journalist hatte Mayer zuvor vorgeworfen, ihn telefonisch bedroht zu haben. Stephan Mayer erklärte seinen Rücktritt. Der 48-Jährige nannte dafür in einer schriftlichen Erklärung gesundheitliche Gründe. Zugleich räumte er allerdings eine „möglicherweise“ im Rückblick nicht angemessene Wortwahl einem „Bunte“-Journalisten gegenüber ein.

Wer wird neuer CSU-Generalsekretär?

In der CSU kursierten am Donnerstag wieder zahlreiche Namen von potenziellen Kandidaten für den wichtigen Posten - genannt wurden neben diversen Bundestagsabgeordneten wie Daniela Ludwig und Thomas Silberhorn oder auch der von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Sollte Söder sich für Kaniber entscheiden, würde dies aber wiederum eine Nachbesetzung im Kabinett mit sich bringen. Sollte er am bisherigen Regionalproporz festhalten, müsste der Ministerposten durch einen Oberbayern nachbesetzt werden. (dpa/ml)

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