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Trumps Anwältin kündigt Aussage des Ex-Präsidenten vor Ausschuss an

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trump habe „nichts zu verbergen“, sagt Alina Habba, Anwältin des Präsidenten, der vom Ausschuss zum Kapitolsturm vorgeladen wurde.

Washington, D. C. - Es wäre das politische TV-Ereignis des Jahres. Der Untersuchungsausschuss des Kongresses zu den Ereignissen am 6. Januar in Washington D. C. hatte Donald Trump vorgeladen. Doch kaum jemand glaubte, dass der Ex-Präsident eine öffentliche Aussage wirklich in Erwägung ziehen würde. Nun aber kündigt seine Anwältin genau das an.

In einem Interview mit dem ultrarechten TV-Sender Newsmax sagte Alina Habba, Rechtsbeistand von Donald Trump, der 45. Präsident der USA sei bereit, die Fragen des Untersuchungsausschusses zum Sturm aufs Kapitol zu beantworten. „Ich werde ihm empfehlen zu kooperieren, denn wenn man nichts zu verbergen hat, empfehle ich das immer“, so Habba. Trump habe „kein Problem damit, vorgeladen zu werden und Fragen zu beantworten“, auch wenn „die linken Medien gerne so tun“ als sei das so.

Alina Habba, Anwältin Donald Trumps, kündigt eine Aussage ihres Mandanten an.
Alina Habba, Anwältin Donald Trumps, kündigt eine Aussage ihres Mandanten an. (Archivbild) © IMAGO/Molly Crane Newman

Donald Trump soll vor Ausschuss in Washington D. C. aussagen

Der Untersuchungsausschuss des Kongresses zum Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 hatte Donald Trump eine Frist bis zum 4. November gesetzt, um angeforderte Dokumente einzureichen. Darüber hinaus wurde Trump aufgefordert, bis spätestens zum 14. November vor dem Ausschuss persönlich zu erscheinen, und die Fragen der Abgeordneten zu beantworten. Die Verhöre des Ausschusses finden öffentlich statt und werden im Live-TV übertragen.

Etliche ehemalige Anwältinnen und Anwälte Donald Trumps haben bereits vor dem Ausschuss zum Kapitolsturm ausgesagt.
Etliche ehemalige Anwältinnen und Anwälte Donald Trumps haben bereits vor dem Ausschuss zum Kapitolsturm ausgesagt. © IMAGO/Andrew Harnik - Pool via CNP

Der Ausschuss wirft Donald Trump und seinem Team vor, die Gewalt am 6. Januar mit provoziert zu haben. Darüber hinaus habe der damalige Präsident keinerlei Anstalten gemacht, seine Anhängerschaft davon abzuhalten, die Sicherheitskräfte im Kapitol zu attackieren und die Hallen des Kongresses zu verwüsten. Bevor die Sache in der Hauptstadt eskalierte, hatte Donald Trump auf einer Rede seinen Fans zugerufen „wie der Teufel zu kämpfen, sonst habt ihr bald kein Land mehr“. Laut offiziellen Angaben verloren im weiteren Verlauf fünf Menschen ihr Leben.

Donald Trumps Anwältin Alina Habba macht Nancy Pelosi verantwortlich

Doch laut der Anwältin Donald Trumps ist für die Tragödie an diesem Tag jemand ganz anderes verantwortlich: Nancy Pelosi. Während Trump die Nationalgarde zur Unterstützung der Polizeikräfte am Kapitol habe rufen wollen, sei es die Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus gewesen, die genau das verhindert habe - eine Behauptung ohne jegliche Grundlage. Weder gibt es bislang einen Beweis dafür, dass Trump die Nationalgarde gerufen habe, noch hätte Pelosi in ihrem Amt die Möglichkeit, einen Einsatz der Garde zu verhindern.

Sollte Donald Trump der Vorladung trotz allem nicht folgen, ist es unwahrscheinlich, dass das Justizministerium Anklage gegen ihn erheben wird. Zwar wurde Trumps ehemaliger Berater Steve Bannon genau dafür verurteilt. Trumps ehemaliger Stabschef im Weißen Haus, Mark Meadows, entging aber genauso einer Klage wie dessen Stellvertreter Dan Scavino. Beide hatten sich geweigert, den Vorladungen nachzukommen. Trump selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er vor dem Ausschuss erscheinen wird. (Daniel Dillmann)

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