TV-Talk

Dunja Hayali rast über Autobahn - und macht überraschendes Geständnis in ihrer ZDF-Sendung

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Dunja Hayali diskutiert mit Anton Hofreiter und Markus Blume über das Tempolimit.

Beim Thema Tempolimit kochen die Emotionen hoch. Auch Moderatorin Dunja Hayali (ZDF) hat sich in ihrer Talkshow zu ihrer Position bekannt. 

Sie fetzt mit 170 Sachen über die Autobahn, der Polizist auf dem Beifahrersitz misst ihr den Puls. Doch Dunja Hayali bleibt cool: Ruhepuls von 66. Alles okay. Filmschnitt, wir befinden uns in Dunja Hayalis Talkshow am Mittwochabend. Dort bekennt sie freimütig: „Ich geb’ zu: Ich fahre gern schnell Auto!“ 

Wer würde anderes erwarten von der Moderatorin, die im ICE-Tempo durch ihre Sendung rast. Drei Gesprächsthemen in einer Dreiviertelstunde? Für Hayali kein Problem. Tempolimit, Klimaschutz, Mobbing – die Moderatorin beschäftigte sich einmal mehr mit ebenso komplexen wie brisanten Themen, auch am Mittwoch allerdings mit bekannten Appellen und wenig Neuem - dennoch mit ungewöhnlichen Einblicken. 

Talk bei Dunja Hayali: Tempolimit wäre „der Weltuntergang“ 

Dazu gehört Sidney Hoffmann. Für Hayalis Talkshow-Gast wäre ein Tempolimit der "Weltuntergang". Sidney ist Autotuner. Er pimpt Sportwagen bis an ihre PS-Grenzen heran. Wie schlimm wäre ein Tempolimit auf Autobahnen für ihn auf einer Skala von 0 bis 10, will Hayali von ihm wissen? "1000", so der passionierte Autobastler. Seine berufliche Existenz ist auf die Lust am schnellen Fahren gebaut. Das Thema "schnelles Fahren" ist eben immer auch ein emotionales. 

Bundesverkehrsminister Scheuer hat dem  Tempolimit auf Autobahnen längst eine Absage erteilt. Anton Hofreiter und Markus Blume streiten weiter. Der Bundestagsfraktionschef der Grünen gegen den CSU-Generalsekretär, das riecht nach Zoff: Fakten gegen Freiheit. Ganz viele Tote gäbe es nicht, sagt Hofreiter, wenn das Tempolimit gelten würde. Hayali liefert Fakten aus dem Jahr 2017. Demnach sind auf Autobahnen 409 Menschen durch Unfälle gestorben. 

Talk bei Dunja Hayali im ZDF: „Unschuldige nicht massiv gefährden“

Blume sieht allerdings keinen Zusammenhang zwischen Tempo und den Toten aus der Statistik. Immer wieder fällt der Begriff "Freiheit": „Der Einzelne soll selbst entscheiden können, sich auf der Autobahn so zu verhalten, wie er es richtig findet“, fordert der CSU-Generalsekretär. Hofreiters Replik ist vorhersehbar. Auf dem Nürburgring schnell fahren, viel Zucker oder Alkohol konsumieren, soll jeder dürfen, sagt der Grünen-Politiker. „Aber Sie dürfen andere Unschuldige nicht massiv gefährden.“ Und nicht zu vergessen, ein Tempolimit diene ja auch dem Klimaschutz. 

Alles zum Diesel und den drohenden Fahrverboten lesen Sie hier in unserem Ticker

Talk bei Dunja Hayali: „In zehn Jahren ist es zu spät!“

Steilvorlage für Thema 2: Seit Wochen demonstrieren Aktivisten der Aktion „Friday for Future“ für den Klimaschutz. Die Schülerin Therese Kah und Studentin Luisa Neubauer schwänzen dafür Schule und Vorlesung. Demos sind für die beiden jungen Frauen wichtiger als theoretisches Wissen. Deutschland soll nach dem Willen der von der Regierung eingesetzten Kohlekommission bis spätestens Ende 2038 die Stromgewinnung aus Kohle beenden. „Doch in zehn Jahren ist es zu spät!“ so Schülerin Kah. „Dass darüber gesprochen wird, zeigt, dass unser Konzept aufgeht“, sagt das Grünen-Mitglied Neubauer. 

Lesen Sie auch: Brexit: May will mit der EU nachverhandeln - doch Juncker bleibt hart

Dunja Hajali gesteht: "Natürlich macht es mir Spaß, richtig schnell zu fahren“

Gesprochen wurde einmal mehr bei "Dunja Hayali" - ohne Fazit. Selbst Hayali kann in 45 Minuten Talkshow nicht die Welt retten. Das gilt auch für Mobbing, dem die letzten Minuten des TV-Formats gehören. Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl hypersensibilisiert als Studiogast mit drastischen Worten: Mobbing sei „das Geschwür unserer Gesellschaft“. Dem mag keiner Widersprechen. Für Mobbing gibt es keine Argumente, bei Klimaschutz und Tempolimit scheiden sich bekanntlich die Geister. Auch Hayali mag sich in ihrem Abschlussplädoyer nicht festlegen: "Natürlich macht es mir Spaß, richtig schnell zu fahren. Auf der anderen Seite gibt es gute Argumente dagegen. Schwere Unfälle, mehr Tote und Verletzte als bei niedrigen Geschwindigkeiten und ein höherer CO2-Ausstoß."

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir aufgrund eines Tippfehlers im Teaser Dunja Hayali mit dem (falschen) Namen „Dunja Halali“ bedacht - diesen Fehler haben wir auf Hinweis der Moderatorin auf Instagram natürlich gerne korrigiert.

vg

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