Merkel schickt beste Wünsche

Frankreichs Präsident Macron nach „ersten Symptomen“ positiv auf Corona getestet - erhebliche Folgen

Den Angaben von französischen Behörden zufolge hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron mit Corona infiziert. Das positive Ergebnis liegt seit Donnerstag vor.

  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Der 42-Jährige habe demnach Symptome, könne aber aus dem Homeoffice weiterarbeiten.
  • Einige Regierungschefs, die er zuletzt getroffen hatte, begeben sich nun in Selbstisolation.

Update vom 18. Dezember, 19.04 Uhr: Einen Tag nach Feststellung seiner Corona-Erkrankung hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu Wort gemeldet. „Es geht mir gut. Ich habe die gleichen Symptome wie gestern: Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockener Husten. Wie Hunderttausende andere von euch“, sagte Macron in einem Twitter-Video.

Trotz der Beschwerden wolle er seine politischen Aufgaben nicht vernachlässigen, bekräftigte der Präsident. Macron mahnte seine Landsleute, „weiterhin vorsichtig“ zu sein, um sich nicht mit dem Coronavirus anzustecken. Er selbst habe sich zwar an Abstandsregeln und Maskenpflicht gehalten, auch seine Hände regelmäßig desinfiziert. „Und trotz allem habe ich mir dieses Virus eingefangen, vielleicht in einem Augenblick der Nachlässigkeit.“

Macron hat Corona: Kanzlerin Merkel schickt Frankreichs Präsident Genesungswünsche

Update vom 18. Dezember, 8.16 Uhr: Am Donnerstag wurde bekannt, dass der französische Präsident Emmanuel Macron positiv auf das Coronavirus getestet wurde (siehe Erstmeldung). Der 42-Jährige habe Husten und leide unter starker Erschöpfung, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Donnerstagabend dem Sender BFMTV. Nach Angaben des Elysée-Palasts hat der Präsident auch Fieber und wird sich eine Woche lang isolieren.

„Werde bald wieder ganz gesund“, wünschte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihrem Duzfreund Macron nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter.

Macron hat Corona: Nach Treffen wollen sich mehrere Politiker isolieren

Update vom 17. Dezember, 14.12 Uhr: Der Élyséepalast teilte am Donnerstag mit, dass der Test auf das Coronavirus* beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron* nach Auftreten erster Symptome durchgeführt wurde. Der 42-Jährige werde sich nun entsprechend der geltenden Vorschriften für sieben Tage isolieren und aus dem Homeoffice arbeiten.

Macron hatte sich in den vergangenen Tagen mit zahlreichen hochrangigen französischen und internationalen Politikern getroffen. Premierminister Jean Castex werde sich isolieren, auch EU-Ratschef Charles Michel kündigte eine Selbstisolation an. Er hatte am Montag mit Macron an einer Jubiläumsveranstaltung der Industriestaaten-Organisation OECD in Paris teilgenommen. Michel sei zuletzt am Dienstag negativ getestet worden, teilte sein Sprecher mit. Auch der spanische Regierungschef Pedro Sánchez* hatte an der Veranstaltung teilgenommen und will sich isolieren.

Macron hat Corona: Reise in den Libanon abgesagt - Ehefrau Brigitte Macron in Quarantäne

Der Élyséepalast machte keine näheren Angaben zu den Symptomen von Macron. Das Büro seiner Gattin Brigitte Macron bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass diese als Kontaktfall gelte, aber keine Symptome zeige. Macron wollte eigentlich in der kommenden Woche in den krisengeschüttelten Libanon reisen. Er hatte zuletzt gemeinsam mit den Vereinten Nationen eine weitere Konferenz für Hilfsmaßnahmen für das Land organisiert. Diese Reise dürfte nun ausfallen.

Aus Kreisen des Präsidentenpalastes hieß es, dass bei der Regierungssitzung unter Vorsitz von Macron am Mittwoch Abstandsregeln eingehalten worden seien und alle Teilnehmer Masken* getragen hätten. Daher gebe es in diesem Zusammenhang keinen Kontaktfall. Am Montagabend traf Macron mit dem Bürgerkonvent für das Klima zusammen. Ende vergangener Woche war der französische Staatschef beim EU-Gipfel in Brüssel und beriet sich dort mit den anderen europäischen Staats- und Regierungschefs.

Macron mit dem Coronavirus infiziert: Auch Staatschefs Trump und Johnson in der Vergangenheit positiv getestet

Macron hatte am Mittwoch außerdem den portugiesischen Regierungschef Antonio Costa* in Paris empfangen. Dieser hat nun Reisen nach São Tomé, Príncipe und Guinea-Bissau abgesagt. Zurzeit setze er seine Arbeit mit Hilfe von Videokonferenzen fort, meldete die Nachrichtenagentur Lusa. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen* werde hingegen nicht in Quarantäne gehen, sagte ein Sprecher.

Macron ist nicht der erste Staatschef, der positiv auf das Coronavirus* getestet wurde. Auch den US-Präsidenten Donald Trump* und den britischen Premierminister Boris Johnson hatte es beispielsweise erwischt. Johnson war im Frühjahr schwer an Covid-19 erkrankt und wurde zeitweise auf der Intensivstation behandelt. Er wünschte Macron auf Twitter gute Besserung. „Tut mir leid zu hören, dass mein Freund Emmanuel Macron positiv auf das Coronavirus* getestet wurde“, schrieb er. Auch Trump wurde wegen seiner Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt.

Frankreich ist hart von der Corona-Pandemie* getroffen worden. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern galten von Ende Oktober bis Anfang der Woche strenge Ausgangsbeschränkungen. Seit Dienstag gilt nur noch eine Art abendliche Ausgangssperre. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Allerdings steigen sie seit einiger Zeit wieder leicht. Mehr als 59.000 Infizierte sind in Frankreich bisher gestorben.

Coronavirus: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron infiziert

Erstmeldung vom 17. Dezember: Paris - Diesen Donnerstag teilte das französische Präsidialbüro mit, dass sich der französische Präsident Emmanuel Macron mit dem Coronavirus infiziert hat. In der veröffentlichten Erklärung heißt es, dass Macron nach dem „Auftreten erster Symptome“ auf das Virus getestet worden ist. Weiter heißt es, dass der Präsident sich eine Woche isolieren wird und „weiter arbeiten und seine Tätigkeit aus der Distanz sicherstellen“.

In Frankreich gilt seit mehreren Wochen einer der härtesten Lockdowns in Europa. Für das Verlassen des Hauses muss ein triftiger Grund angegeben werden. Der Einzelhandel ist zu größten Teilen geschlossen und Restaurants, Bars und Sportstudios sollen noch bis mindestens 20. Januar geschlossen bleiben.

Noch ist nicht klar, wie sich der 42-Jährige angesteckt hat. In den vergangenen Tag hat Macron unter anderem am EU-Gipfel in Brüssel teilgenommen und die Pariser Kabinettssitzung geleitet. Um einer möglichen Infektion vorzubeugen, kündigte Frankreichs Premierminister Jeans Castex an, sich vorbeugend zu isolieren. (phf/dpa) *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © THOMAS COEX / afp

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