Rechtsextremismus-Fälle

Kramp-Karrenbauer will über Zukunft des KSK entscheiden

KSK-Soldaten bei einer Übung in Schleswig-Holstein. Foto: picture alliance / Carsten Rehder/dpa
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KSK-Soldaten bei einer Übung in Schleswig-Holstein. Foto: picture alliance / Carsten Rehder/dpa

Die Spezialkräfte der KSK sind immer wieder mit rechtsextremistischen Vorfällen in die Schlagzeilen geraten. Nun will Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer über die Zukunft der Elitetruppe entscheiden.

Berlin (dpa) - Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will am Nachmittag über die Zukunft der wegen einer Serie von Rechtsextremismus-Fällen in die Kritik geratenen Elitetruppe KSK entscheiden.

Der Forderung nach einer Auflösung der Spezialkräfte erteilte die CDU-Vorsitzende in einem Interview des Radiosenders SR 3 eine Absage. Sie erinnerte daran, dass die Truppe 1996 zur Befreiung deutscher Geiseln in Kriegsgebieten gegründet wurde, was bis zu diesem Zeitpunkt ohne ausländische Hilfe nicht möglich war. "Wir brauchen auf jeden Fall Spezialkräfte", sagte sie. Aber man müsse in besonderer Art und Weise Vertrauen in eine solche geheim operierende Truppe haben. Und deswegen sei es an dieser Stelle noch wichtiger als anderswo, gegen Extremismus vorzugehen.

Das KSK hat seit 2017 immer wieder mit rechtsextremistischen Vorfällen Schlagzeilen gemacht. Alles begann im April 2017 mit einer Abschiedsparty für einen KSK-Kommandeur, bei der mit Schweineköpfen geworfen, Rechtsrock gespielt und der Hitlergruß gezeigt worden sein soll. Bei einem der Partygäste fand die sächsische Polizei später ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff.

Im Januar gab der Militärischen Abschirmdienstes (MAD) bekannt, dass bei der Elitetruppe 20 Soldaten unter Rechtsextremismus-Verdacht stehen. Im Verhältnis zur Truppenstärke war der Anteil zu diesem Zeitpunkt fünf Mal so hoch wie bei der Bundeswehr insgesamt.

Im Mai setzte Kramp-Karrenbauer eine Arbeitsgruppe ein, um ein Konzept zur Unterbindung rechtsextremistischer Tendenzen im KSK zu erarbeiten. Nun will sie darüber eine Entscheidung treffen. 

Nach wiederholten Skandalen und Rechtsextremismus-Vorwürfen wird die KSK teils aufgelöst.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-616656/4

Interview

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