Wer wird neues Stadtoberhaupt?

Kommunalwahl 2020 in Dortmund: Die zwölf Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters

Ab dem 13. September hat Dortmund einen neuen Oberbürgermeister - wer wird es?
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Ab dem 13. September hat Dortmund einen neuen Oberbürgermeister - wer wird es?

Heute (13. September) ist in NRW Kommunalwahl. In Dortmund tritt Oberbürgermeister Ullrich Sierau ab. Es gibt zwölf Kandidaten für seine Nachfolge.

  • Die potenziellen Nachfolger für Ullrich Sierau (SPD) als Oberbürgermeister in Dortmund wird in diesem Jahr entschieden.
  • Zwölf Kandidaten stehen aktuell zur Debatte.
  • Zur NRW-Kommunalwahl am heutigen Sonntag (13. September) wird einer von ihnen neuer Oberbürgermeister.

Dortmund - Die Kommunalwahl in NRW findet heute (13. September) statt, doch schon seit Januar 2020 stehen die ersten Kandidaten für eine Nachfolge des langjährigen Oberbürgermeisters Ullrich Sierau (SPD) fest. Nach elf Jahren im Amt tritt der SPD-Mann in Dortmund ab und macht Platz für zwölf neue Bewerber:

  • Thomas Westphal (SPD)
  • Dr. Andreas Hollstein (CDU)
  • Daniela Schneckenburger (Grüne)
  • Utz Kowalewski (Die Linke)
  • Michael Kauch (FDP)
  • Christian Gebel (Piraten)
  • Bernd Schreyner (Die Rechte)
  • Detlef Münch (FBI)
  • Judith Storb (Die Partei)
  • Dave Varghese (DKP)
  • Carl Draub (Einzelbewerber)
  • Günter Ziethoff (Basisdemokratie jetzt)

Von diesen zwölf Bewerbern stellt RUHR24.de* alle im Kurzporträt vor. Allerdings kam es im Vorfeld der Kommunalwahl in Dortmund zu einer Panne im Zusammenhang mit den Stimmzetteln*.

Thomas Westphal (52), SPD:

Thomas Westphal ist in Dortmund kein Unbekannter. Seit 2013 ist der Mann mit SPD-Parteibuch Chef der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. In der Westfalenmetrople kennt sich der 52-Jährige also bestens aus. Sein Leitbild für die nächsten Jahre in Dortmund: Zusammen daran arbeiten, besser zu werden - aber im Herzen und in der Seele, Dortmund bleiben. Das sagte Westphal im September vergangenen Jahres, als er seine Kandidatur öffentlich machte.

Kommunalwahl 2020 in Dortmund: Thomas Westphal (SPD) will Ullrich Sierau beerben

In seiner Zeit als Chef der Wirtschaftsförderung schrieb sich Westphal das Motto "Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung als Einheit" auf die Fahnen. Er legte in den vergangenen Jahren laut eigenen Angaben einen Fokus auf die Entwicklung von Innovation und Technologie, ohne den Blick auf Menschen mit geringer Qualifikation zu verlieren. Sein wohl größtes Projekt: Die Entwicklung und der Umbau der Speicherstraße am Hafen von Dortmund.

In Zukunft will Westphal das Thema Wohnen groß auf seine Agenda schreiben: Wohnungen bauen und Mieten niedrig halten sind seine Devise.

Thomas Westphal (SPD) will Oberbürgermeister von Dortmund werden.

Andreas Hollstein (56), CDU:

Die wohl größte Konkurrenz für den SPD-Kandidaten und Dortmund-Kenner Thomas Westphal kommt gar nicht aus Dortmund, sondern aus dem rund 30 Kilometer entfernten Altena. Andreas Hollstein heißt der Mann, der für die CDU als Oberbürgermeister-Kandidat antritt.

Eine erste Umfrage zur Kommunalwahl 2020 in Dortmund hatten ein überraschendes Ergebnis geliefert. Offenbar gibt es beim Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Andreas Hollstein: Als Bürgermeister von Altena zum Oberbürgermeister in Dortmund

Der 56-Jährige ist derzeit noch Bürgermeister der Stadt Altena im Sauerland. Deutschlandweit bekannt wurde Hollstein im November 2017, nachdem ein 56-jähriger Mann ihn mit einem Messer attackiert und verletzt hatte. Zuvor habe sich der Angreifer abfällig über die liberale Flüchtlingspolitik des CDU-Politikers geäußert.

In Dortmund wolle Andreas Hollstein Brücken schlagen und seine Erfahrung als langjähriger Bürgermeister (seit 1999) von Altena einbringen.

Dortmunder OB-Kandidat Hollstein "erfahren und dynamisch"

Dazu der Dortmunder CDU-Kreisvorsitzender Steffen Kanitz: "Mit Andreas Hollstein haben wir einen erfahrenen und dynamischen Kandidaten gewinnen können, der anpacken wird und Dortmund gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich auf die Zukunft vorbereiten wird."

In seiner Bewerbungsrede hatte Hollstein im November 2019 deutlich gemacht, dass es ihm bei seiner Kandidatur sowohl um die Lösung der vielen Alltagsprobleme der Bürger gehen werde als auch darum, Dortmunds Image weiter zu verbessern. Dabei werde ihm sein unverstellter Blick von außen helfen.

Andreas Hollstein: Als Bürgermeister von Altena zum Oberbürgermeister in Dortmund?

Daniela Schneckenburger (59), Grüne:

Auch die Grünen in Dortmund haben einen eigenen Kandidaten für die Nachfolge von Ullrich Sierau. Statt zusammen mit der CDU einen Kandidaten aufzustellen, wie es zunächst geheißen hatte, setzen die Grünen auf die aktuelle Dortmunder Bildungsdezernentin Daniela Schneckenburger

Grüne in Dortmund schicken Daniela Schneckenburger ins Rennen

Und die bringt jede Menge Erfahrung mit: Schon von 1994 bis 2006 war die Dortmunderin Ratsmitglied. Ab 2000 Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dortmunder Rat, von 2006 bis 2010 Landesvorsitzende der Grünen in NRW. Fünf Jahre, von 2010 bis 2015, war sie Dortmunder Landtagsabgeordnete. Seit 2015 ist Schneckenburger als Dezernentin für Schule, Jugend und Familie bei der Stadt Dortmund bekannt.

Als Ziele für ihre Politik wirbt die 59-Jährige damit, dass sie "Klimaschutz mit wirtschaftlichem Erfolg und der zukunftsfesten Sicherung von Arbeitsplätzen in Dortmund" zusammenbringen will. Doch nicht nur der Klimawandel, auch das Problem des erstarkenden Rechtspopulismus in Europa ist für die Dortmunderin ein zentrales Thema. Die lokale Demokratie schützen und Dortmund als Stadt des friedlichen Zusammenlebens erhalten, seien außerdem Ziele, heißt es in ihrer Bewerbung weiter.

NRW-Grüne stellen Wahlkprogramm vor

Michael Kauch (52), FDP:

Während die Kandidaten von SPD und CDU schon Ende 2019 feststanden, legten dann Anfang des Jahres 2020 die Grünen nach. In der Liste der großen Parteien fehlte nur noch die FDP. Doch auch ihr Kandidat steht seit dem 17. Januar fest: Michael Kauch tritt bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 in Dortmund an.

Kommunalwahl 2020: FDP-Mann Kauch will OB von Dortmund werden

Der 52-Jährige hat bereits einige politische Erfahrung. Nachdem er bereits 1989 in die Partei eingetreten war, ging es mit seiner FDP-Karriere stets bergauf. Seit 1998 ist er Kreisvorsitzender der FDP und von 2003 bis 2013 war er Mitglied im deutschen Bundestag. Aktuell ist er außerdem noch im Bundesvorstand der FDP. Mit der Kandidatur zum Oberbürgermeister hofft er nun, auf lokaler Ebene etwas bewirken und seine Heimstadt - ähnlich wie seine Parteikarriere - voranbringen zu können.

"Ich kenne Politik in Regierungsverantwortung ebenso wie die Herausforderung von Selbstständigkeit, neuen Technologien und globalen Märkten. Das ist eine gute Grundlage für Kommunalpolitik, die über den Tellerrand schaut", so der 52-jährige OB-Kandidat.

FDP-Mann will in Dortmund Nahverkehr verbessern

Stellschrauben, an denen er deshalb drehen will, sind der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der kommunale Klimaschutz und die Infrastruktur für eine neue Mobilität. Aber auch der Arbeitsmarkt sowie die Bildungs- und die Sozialpolitik sollen dabei nicht hinten abfallen: So plädiert Michael Kauch unter anderem für eine Privatisierung von Kitas.

Michael Kauch: Energiewende auch auf dem Land

Utz Kowalewski (49), Die Linke:

Für die Wahl zu Dortmunds neuem Oberbürgermeister schickt die Partei "Die Linke" Utz Kowalewski ins Rennen. Der gebürtige Dortmunder ist in Scharnhorst aufgewachsen und hat während seines Studiums an der Ruhr-Universität in Bochum im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld gelebt.

Kommunalwahl 2020: Kandidat der Linken geht die Themen Klima und Umwelt an

Als Themen hat sich der Fraktionsvorsitzende unter anderem das Klima und die Umwelt auf die Fahne geschrieben. "Dortmund hat seine Klimaziele bislang verfehlt. Da muss dringend und vor allem schnell nachgesteuert werden", so der 49-Jährige. Außerdem will der Politiker bezahlbaren Wohnraum in Dortmund schaffen und die Zahl der Langzeitarbeitslosen senken.

Erfahrung mit der Stadtverwaltung und mit politischen Abläufen bringt Kowalewski mit ein. "Ich bringe in diesem Bereich mehr als zehn Jahre Erfahrung mit. Und ein ganz wichtiges Pfund: Ich kenne Dortmund und die Menschen in Dortmund aus dem ff", gibt der linke Politiker sich selbstsicher.

Detlef Münch (56), FBI:

Der Diplom-Chemiker Detlef Münch ist in der Dortmunder Politik ein Altbekannter. Er ist seit 40 Jahren ehrenamtlich in Bürgerinitiativen und seit 21 Jahren auch als Mitglied des Rates der Stadt Dortmund engagiert.

Detlef Münch: Erfahrener FBI-Politiker will OB von Dortmund werden

Seine Kandidatur für den Posten des OB ist eher strategischer Natur. Münchs Ziel: Den "Politimport der CDU, einen sauerländischen Kleinstadtpolitiker aus Altena", wie Münch selbst sagt, als OB-Kandidaten zu verhindern. Damit gemeint ist Andreas Holstein (siehe oben). Münch: "Wir Dortmunder trinken kein sauerländisches Bier und brauchen auch keinen Bürgermeister aus dem Sauerland."

Ansonsten lautet das Motto des FBI-Kanditen: "Damit Sie gut und sicher in Dortmund leben können." Es könne nicht sein, dass Frauen am hellichten Tage in Dortmund zusammengeschlagen würden. Außerdem fokussiert sich der OB-Kandidat mit den fränkisch-schlesischen Wurzeln auf einen "effektiven klimaangepassten Umbau der Stadt."

Ein Pirat bewirbt sich um den Posten als Dortmunds OB

Christian Gebel, (44) Piraten:

Christian Gebel ist IT-Dozent und Mitglied im Rat der Stadt Dortmund. Seine politischen Schwerpunkte sind unter anderem die Offenlegung informeller Verbindungen zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Außerdem blickt Gebel laut eigenen Angaben kritisch auf quersubventionierter Leuchtturmprojekte. Eine Herzensangelenheit ist dem Piraten die Förderung des außerschulischen lebenslangen Lernens. Der Fokus als OB von Dortmund soll bei Gebel künftig in nachhaltiger Mobilität und einer menschenfreundliche Digitalisierung liegen.

OB-Kandidat für Dortmund: DKP-Mann Varghese will "soziale Stadt"

Dave Varghese (42), DKP:

Der Dortmunder OB-Kandidat Dave Varghese ist Gewerkschafter und Betriebsrat. Sein Motto lautet: Für ein gläsernes Rathaus. Verghese will sich insbesondere für mehr Personal in der Stadtverwaltung, im Krankenhaus und den städtischen Tochtergesellschaften einsetzen.

Die Beschäftigten der Tochtergesellschaft ServiceDO des Klinikums Dortmund sollen zudem laut Verghese in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst übernommen werden. Der ÖPNV müsse bei der Verkehrsplanung Vorrang erhalten. Und um Dortmund zu einer "wahrhaft sozialen Stadt" zu machen, wolle Dave Varghese denjenigen den Rücken stärken, die "am meisten unter der neoliberalen Politik zu leiden haben": den Kindern und Jugendlichen, Erwerbslosen, Alten, Frauen und Zugewanderten.

Kommunalwahl 2020: "Die Partei" schickt Judith Storb ins Rennen ums Rathaus 

Judith Storb, Die Partei: 

Judith Storb geht als Kandidatin für das Amt der Oberbürgermeisterin von Dortmund für die Partei "Die Partei" ins Rennen. Sie soll als "zukünftige CEO von Dortmund" eine "echte Alternative zu den alten weißen Männern" sein, die sich sonst um das Amt bewerben. Über das Programm will "Die Partei" noch nichts verraten. Nur soviel: "Unter ihrer Führung wird alles wieder viel schöner. Versprochen!"

Rund drei Monate vor der Wahl ist bereits klar, dass das Coronavirus für Probleme bei der Kommunalwahl 2020 in Dortmund sorgen könnte. Die Briefwahlunterlagen können erst dreieinhalb Wochen vor dem Wahltermin am 13. September zugestellt werden. Für Urlauber wird das knapp.

Kommunalwahl 2020: Carl Hendrik Draub will OB "für Dortmund" werden

Carl Hendrik Draub, parteilos: 

Ohne Partei, dafür mit reichlich Selbstbewusstsein wirbt Carl Hendrik Draub seit einigen Wochen dafür, dass die Bürger ihn bei der Kommunalwahl 2020. Eine Ablehnung kommt deshalb nur infrage, wenn triftige Gründe dafür vorliegen. zum Oberbürgermeister von Dortmund wählen. Sein Motto ist schlicht: "Für Dortmund!"

Für die Kommunalwahl 2020 will Carl Hendrik Draub will Oberbürgermeister von Dortmund werden.

Er will "vernünftige Lösungen für den Klimawandel" finden. Das bedeutet für den Kandidaten aus der Gartenstadt auch, dass Bus- und Bahnfahren in Dortmund kostenlos werden müssen. Der 29 Jahre alte Jurist aus Dortmund will zudem die Digitalisierung vorantreiben und dazu die Gewerbesteuer senken.

Günther Ziethoff (67), Basisdemokratie jetzt:

Der gebürtige Dortmunder Günther Ziethoff zählt zu den Grundvätern der Partei "Basisdemokratie jetzt". Mit seinen 67 Jahren befindet sich der gelernte Einzelhandelskaufmann im Ruhestand, will es aber noch mal wissen. Das Mitglied der Freimaurerloge "Zur alten Linde" träumt von einer Zukunft mit "Dortmunder Bürgerräten", einem Zusammenschluss zufällig ausgewählter Menschen, die Politikern zu Seite stünden. Wichtige Entscheidungen würde Ziethoff als OB von Dortmund den Bürgern überlassen. 

Bernd Schreyner, Die Rechte:

Für die rechtsextreme Splitterpartei "Die Rechte" geht der ehemalige Dortmunder AfD-Kreissprecher Bernd Schreyner an den Start. Politik für "deutsche Interessen" hat sich der Rechte auf die Fahnen geschrieben.

Hinweis: Der Kandidat Utz Kowalewski von der Partei "Die Linke" wurde rund einen Monat nach Beginn der im Text eingebetteten Umfrage in selbige nachgetragen, da seine Kandidatur erst deutlich später feststand, als die der anderen OB-Kandidaten. Wir bitten das, bei der Interpretation der nicht repräsentativen Umfrage, zu beachten.*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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