Höhere Wahlbeteiligung

Vor der Wahl in Niedersachsen: Das sagen die letzten Umfragen

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Ein Wahlraum in Buchholz in der Nordheide (Niedersachsen).

Vor der Landtagswahl 2017 in Niedersachsen können Sie hier nachlesen, was die letzten Umfragen sagen. Außerdem finden Sie eine Prognose auf der Basis der aktuellen Erhebungen. Am Nachmittag zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung ab.

Hannover - Mit Spannung blickt die Republik heute auf das enge Rennen bei der Landtagswahl in Niedersachsen. Die regierende SPD und die oppositionelle CDU lagen in den letzten Umfragen Kopf an Kopf. Noch am Samstag setzten sie ihr Ringen um die Gunst der Wähler auf den Straßen vieler niedersächsischer Städte fort. Hier begleiten wir die Landtagswahl in Niedersachsen im Live-Ticker.

Es zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung als bei der Wahl 2013 ab. Bis zum frühen Nachmittag gaben rund 26,9 Prozent der 6,1 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleiterin in Hannover mitteilte. Bei der letzten Landtagswahl in Niedersachsen hatte die Wahlbeteiligung zu dem Zeitpunkt bei rund 23 Prozent gelegen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) absolvierte in Hildesheim wenige Tage vor der Wahl seinen letzten Wahlkampfauftritt. Unterstützung bekam er vom SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, der zuvor schon in Lehrte aufgetreten war. „Die Sozialdemokratie duckt sich nicht, man kriegt uns nicht klein“, sagte Schulz mit Blick auf die Wahlniederlage der SPD bei der Bundestagswahl. Weil sei ein „grandioser“ Ministerpräsident.

Eigentlich hätte die Wahl Anfang Januar 2018 stattfinden sollen. Doch der vorgezogene Urnengang wird nötig, weil sich der Landtag nach dem Verlust der rot-grünen Mehrheit am 21. August selbst aufgelöst hatte. Welche Partei laut den letzten Umfragen und Prognosen in der Wählergunst die Nase vorn hat, erfahren Sie hier.

Übrigens: Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie die Landtagswahl 2017 in Niedersachsen live im TV und Live-Stream sehen können.

Landtagswahl in Niedersachsen 2017: Das sagen die letzten Umfragen

Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen liegt die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil laut einer neuen Umfrage knapp vor der CDU. Eine Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses ist laut der am Donnerstag im ZDF-„heute journal“ veröffentlichten Projektion der Forschungsgruppe Wahlen rechnerisch aber nicht möglich. Die SPD liegt derzeit bei 34,5 Prozent, die CDU bleibt bei 33 Prozent - und damit deutlich hinter den August-Umfragewerten von 40 Prozent. Grüne und FDP kommen auf je 9 Prozent, die AfD auf 7, die Linke auf 5 Prozent. 49 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Weil Regierungschef bleibt, 31 Prozent sprechen sich für Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) aus.

In Umfragen lagen die beiden großen Parteien seit Wochen nahezu gleichauf, es wird mit einem knappen Ausgang des Urnengangs gerechnet. Demnach würde es rechnerisch für eine große Koalition aus SPD und CDU oder Dreierbündnisse wie eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP oder ein Ampelbündnis aus SPD, FDP und Grünen reichen. 

Landtagswahl in Niedersachsen 2017: Aktuelle Umfragen und Prognosen im Überblick

Wenn nächsten Sonntag Landtagswahl in Niedersachsen wäre ...

Institut

Datum

CDU

SPD

Grüne

FDP

Linke

AfD

Sonstige

Forschungsgruppe Wahlen

12.10.2017

33 Prozent

34,5 Prozent

9 Prozent

9 Prozent

5 Prozent

7 Prozent

2,5 Prozent

INSA

09.10.2017

32 Prozent

33 Prozent

10 Prozent

10 Prozent

5 Prozent

7 Prozent

3 Prozent

Forschungsgruppe Wahlen

06.10.2017

33 Prozent

33 Prozent

9 Prozent

10 Prozent

5 Prozent

7 Prozent

3 Prozent

Infratest dimap

28.09.2017

35 Prozent

34 Prozent

9 Prozent

8 Prozent

5 Prozent

6 Prozent

3 Prozent

Infratest dimap

07.09.2017

37 Prozent

32 Prozent

10 Prozent

6 Prozent

5 Prozent

7 Prozent

3 Prozent

dimap

30.08.2017

39 Prozent

31 Prozent

8 Prozent

8 Prozent

4 Prozent

8 Prozent

2 Prozent

Infratest dimap

10.08.2017

40 Prozent

32 Prozent

9 Prozent

7 Prozent

3 Prozent

6 Prozent

3 Prozent

INSA

09.08.2017

40 Prozent

28 Prozent

9 Prozent

9 Prozent

5 Prozent

7 Prozent

2 Prozent

INSA

27.05.2017

41 Prozent

27 Prozent

8 Prozent

9 Prozent

5 Prozent

6 Prozent

4 Prozent

Forsa

06.05.2017

35 Prozent

36 Prozent

8 Prozent

6 Prozent

4 Prozent

6 Prozent

5 Prozent

Stand: 14. Oktober 2017

Landtagswahl in Niedersachsen 2017: Der Trend läuft gegen die CDU

Kurz vor der Landtagswahl verliert die CDU, die im Mai noch 41 Prozent erreichte, immer mehr potentielle Wähler. Aktuell liegen die Christdemokraten bei 32 Prozent, bei der Landtagswahl 2013 erreichte die CDU noch 36,0 Prozent.

Die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil hingegen, die im Mai nur bei 26 Prozent lag, hat sich in den vergangenen Monaten verbessert. Mit aktuell 33 Prozent wäre die SPD sogar stärker als bei der bislang letzten Landtagswahl 2013 (32,6 Prozent).

Die Grünen, die 2013 noch 13,7 Prozent erreichten würden nach aktuellem Stand fast vier Prozent verlieren, die FDP könnte ihr damaliges Ergebnis (9,9 Prozent) leicht verbessern.

Die Linken, die 2013 nicht den Einzug in den Hannoveraner Landtag schafften (3,1 Prozent) wären knapp drin, die AfD kämme aus dem Stand auf 7 Prozent.

Landtagswahl in Niedersachsen 2017: Welche Koalitionen sind möglich? Prognose

Nimmt man die Werte aus den aktuellen Umfragen, sind zurzeit drei Koalitionen in Niedersachsen möglich: Eine große Koalition von CDU und SPD, ein sogenanntes Jamaika-Bündnis von CDU, Grünen und FDP sowie ein Ampel-Bündnis von SPD, FDP und Grünen. Nur mit letzterem könnte sich der amtierende Ministerpräsident Niedersachsens, Stephan Weil, an der Macht halten.

Der 58-Jährige hatte zwar zuletzt erklärt, er strebe eine Fortsetzung der rot-grünen Landesregierung an, werde aber bei einem anderen Wahlausgang auch mit anderen Parteien reden. Einer Ampel-Koalition erteilte er keine Absage. Vielmehr lobte Weil die FDP-Opposition im Landtag. „Die FDP war in der vergangenen Legislaturperiode die intelligentere Opposition. Sie hat uns herausgefordert, das Verhältnis der Parteien aber nicht dauerhaft belastet“, so Weil. Sollte die Linke in den Landtag einziehen (derzeit fünf Prozent), wäre auch ein rot-rot-grünes Bündnis durchaus im Bereich des Möglichen.

Für CDU-Mann Bernd Althusmann kommt hingegen eine Koalition mit der Linkspartei oder der AfD nicht in Frage. „Die Linke als Nachfolgepartei der SED ist für mich genauso wenig akzeptabel wie die Rechtspopulisten. Beide fischen am Rand“, sagte Althusmann der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen werden übrigens insgesamt 22 Parteien antreten. Beworben hatten sich 24. Doch wegen fehlender Nachweise erkannte die Wahlleitung die Vereinigung Christliche Abendländische Wertepartei (CAW) sowie die Vereinigung Familien-Partei Deutschlands nicht als Partei an.

Landtagswahl 2017 in Niedersachsen: Darum gibt es Neuwahlen

Ausgelöst worden war die Regierungskrise von der Abgeordneten Elke Twesten, die im August überraschend ihren Wechsel von den Grünen zur CDU erklärt hatte. Dadurch verlor die rot-grüne Regierungskoalition von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ihre Einstimmen-Mehrheit. Weniger als zwei Wochen, bevor Millionen Wahlberechtigte an die Urnen gebeten werden, zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU ab.

Für das Amt des Ministerpräsidenten von Niedersachsen kandidieren Stephan Weil von der SPD und Bernd Althusmann von der CDU. Weil war bereits in den vergangenen vier Jahren in dieser Position tätig. Der gebürtige Hamburger hatte im Februar 2013 mit seiner rot-grünen Koalition die Arbeit aufgenommen, nachdem die SPD zuvor äußerst knapp die Landtagswahl gewonnen und von der regierenden CDU/FDP-Koalition die Macht übernommen hatte. Seitdem regierte der frühere Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover trotz knapper Verhältnisse problemlos mit seiner Einstimmen-Mehrheit im Parlament, größere Koalitionskrisen zwischen SPD und Grünen gab es nicht.

CDU-Herausforderer Bernd Althusmann erhielt in den letzten Tagen und Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen prominente Unterstützung. Keine geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel sprang dem 50-Jährigen im Wahlkampf zur Seite. „Ich möchte, dass dieses Land besser regiert wird“, sagte Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung in Hildesheim. Man habe etwa gesehen, dass in Schleswig-Holstein mit dem CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günther neuer Schwung in die Politik gekommen sei. „Warum soll nicht auch Niedersachsen was Schönes haben?“

Am Wahlabend finden Sie unter diesem Link alle Ergebnisse für Niedersachsen sowie die Prognose, Sitzverteilung, Gewinne, Verluste und den Koalitionsrechner.

Landtagswahl in Niedersachsen 2017: So sieht die bisherige Sitzverteilung aus

Insgesamt 137 Abgeordnete sitzen im niedersächsischen Landtag in Hannover. Nach dem Wechsel von Elke Twesten von den Grünen zur CDU sieht die Sitzverteilung derzeit wie folgt aus:

Partei

Sitzverteilung

CDU

55 Sitze

SPD

49 Sitze

Grüne

19 Sitze

FDP

14 Sitze

Landtagswahl in Niedersachsen: Das Ergebnis der letzten Landtagswahl 2013

Partei

Prozent

Sitze

CDU

36,0

54

SPD

32,6

49

Grüne

13,7

20

FDP

9,9

14

Linke

3,1

-

Piraten

2,1

-

DRP/NPD

0,8

-

Sonstige

2,5

-

Landtagswahl in Niedersachsen: Frühere Umfrageergebnisse im August und September 2017

9. Oktober 2017: Die aktuelle Umfrage zur Landtagswahl 2017 in Niedersachsen stammt vom Montag, 9. Oktober. Laut der Umfrage des Institutes INSA (im Auftrag der Bild-Zeitung), ist die CDU zum ersten Mal seit April hinter die SPD gefallen. Da es bei einer solchen Umfrage immer eine Abweichung von bis zu 2 Prozent (plus/minus) geben kann, läuft es am Sonntag wohl auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD hinaus. 

Knapp eine Woche vor der Landtagswahl würden jeweils 32 Prozent der Befragten der CDU ihre Stimme geben, die SPD kommt laut INSA auf 33 Prozent. 

Die Grünen kämen laut der Umfrage auf 10 Prozent, die FDP ebenfalls auf 10 Prozent. DieLinke erreicht 5 Prozent, dieAfD erreicht 7 Prozent

Einer am 5. Oktober veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zufolge zeichnet sich ein Gleichstand zwischen CDU und SPD ab. Die CDU erreicht darin 33 Prozent, die SPD kommt ebenfalls auf 33 Prozent.

Die Grünen kommen auf 9 Prozent, die FDP erreicht 10 Prozent. Die Linken bekämen 5 Prozent und die AfD 7 Prozent.

2. Oktober 2017: Einer Umfrage zufolge zeichnet sich weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD bei der Landtagswahl in Niedersachsen an. Im veröffentlichten Wahltrend der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung kam bei der Sonntagsfrage die CDU auf 33,1 Prozent und die SPD auf 32,8 Prozent der Stimmen. Dem HAZ-Wahltrend zufolge würden insgesamt sechs Parteien in den niedersächsischen Landtag einziehen: neben CDU und SPD die Grünen mit 9,9 Prozent, die AfD mit 8,1 Prozent, die FDP mit 8,0 Prozent und die Linke mit 5,4 Prozent.

28. September 2017: Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU in Niedersachsen in den Umfragen wird immer spannender. Rund zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl haben die Sozialdemokraten ihren Rückstand auf die CDU fast aufgeholt. Laut einer am Donnerstag, 28. September, veröffentlichten Umfrage von infratest dimap liegt die CDU mit 35 Prozent nur noch einen Prozentpunkt vor der SPD (34 Prozent). Die Grünen (9 Prozent) und die FDP (8 Prozent) können demnach fest mit einem Einzug in den Landtag in Hannover rechnen. Für die Linke (5 Prozent) und die AfD (6 Prozent) wird es am 15. Oktober eng.

7. September 2017: Einer Umfrage zufolge hat die CDU an Zustimmung eingebüßt. Nach einer am 7. September veröffentlichten Umfrage von infratest dimap lag die Partei in der Wählergunst mit 37 Prozent zwar weiter vorn, aber nur noch 5 Prozentpunkte vor der SPD. Die CDU verlor im Vergleich zur August-Erhebung von infratest dimap 3 Punkte, die SPD blieb stabil. Nach der im Auftrag des NDR erhobenen Umfrage könnte es auf ein Sechs-Parteien-Parlament hinauslaufen. Die Grünen liegen mit 10 Prozent (plus 1) deutlich über der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP kam auf 6 Prozent (minus 1), die Linke auf 5 Prozent (plus 2) und die AfD auf 7 Prozent (plus 1). Im direkten Vergleich der beiden Spitzenkandidaten liegt Regierungschef Stephan Weil (SPD) derzeit klar vor Bernd Althusmann (CDU).

9. August 2017: Nach dem turbulenten Mehrheitswechsel im niedersächsischen Landtag können SPD und Grüne laut einer Umfrage nicht darauf hoffen, nach der Neuwahl Mitte Oktober erneut die Regierung zu stellen. Wäre am Sonntag Wahl, käme laut einer Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung die CDU auf 40 Prozent (2013: 36). Für die SPD würden 28 Prozent (32), für die Grünen (13,7) und die FDP (9,9) je 9 Prozent der Wähler stimmen. In den neuen Landtag kämen demnach auch die AfD mit 7 (2013 nicht dabei) und die Linke mit 5 Prozent (3,1).

Wann gibt es am Wahlabend ein Ergebnis? Das können Sie unter diesem Link nachlesen.

sk/dpa/AFP

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