Innenminister zieht über CSU-Chef her

Söder als nächster Kanzler? CDU-Politiker: „Unerklärlich“, wie Leute auf die Idee kommen könnten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gilt als einer der Favoriten für Kanzlerin Angela Merkels Nachfolge - er selbst bestreitet aber, diesbezüglich Ambitionen zu hegen.
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gilt als einer der Favoriten für Kanzlerin Angela Merkels Nachfolge - er selbst bestreitet aber, diesbezüglich Ambitionen zu hegen.

Die K-Frage ist derzeit viel diskutiert und CSU-Chef Markus Söder einer der Favoriten für Angela Merkels Nachfolge. Ein CDU-Politiker sieht das völlig anders - und macht seinen Standpunkt nun unmissverständlich deutlich.

München/Düsseldorf - Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder gilt für viele als Favorit für Angela Merkels Nachfolge im Kanzleramt. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht das aber offenbar völlig anders. Er hat sich vehement gegen Söder als Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Ihm sei „unerklärlich“, wie Leute auf die Idee kommen könnten, dass Söder ein guter Kanzlerkandidat wäre, sagte Reul gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Söder als Kanzler? NRW-Minister Reul: Er hat „keinen klaren politischen Kompass“

Mit seiner Strategie, „die AfD rechts überholen zu wollen“ habe der CSU-Vorsitzende der Union seit 2015 „schweren Schaden“ zugefügt, kritisierte der NRW-Innenminister. Das habe die Union „fast 20 Prozent an Zustimmung gekostet“. Dass der bayerische Ministerpräsident dies inzwischen eingesehen habe und sich nun „einen grünen Anstrich“ gebe, würde nur zeigen, dass Söder über „keinen klaren politischen Kompass“ verfüge. „Heiße Luft und eine Politik, die auf Inszenierungen setzt“, brächten die Union nicht weiter, kritisierte Reul indirekt den CSU-Chef.

Neben Söder gehört auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet* zu den Kandidaten für den Parteivorsitz der CDU und damit zum Kreis der potenziellen Anwärter auf die Kanzlerkandidatur. Weitere Kandidaten für den CDU-Vorsitz sind der frühere Fraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz*, sowie der ehemalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen*. Über die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer will die CDU bei einem Parteitag im Dezember entscheiden.

K-Frage: Umfragen sehen Söder im Rennen um Merkels Nachfolge weit vorne

Zuletzt hatten Umfragen jedoch gezeigt, dass viele Bürger sich Söder als Kanzler vorstellen können. Söder selber betonte bisher allerdings stets, sein Platz sei in Bayern. Jüngst machte er dies bei einem Besuch von Kanzlerin Merkel im bayerischen Kabinett auf Schloss Herrenchiemsee deutlich. Bestätigt wird er in zweierlei Sinne von einer erstaunlichen Umfrage aus Bayern. Die überwältigende Mehrheit sieht ihn als idealen Kanzler-Kandidaten, doch ziehen lassen wollen ihn die meisten Bürger des Freistaats eben doch nicht so recht.

Auch interessant: Wie derzeitige Umfragen zur K-Frage ausfallen, erfahren Sie im nachfolgenden Video.

Vor einigen Tagen hatten CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Union in der Diskussion um den Kanzlerkandidaten zur Zurückhaltung aufgerufen. Ziemiak verwies auf den CDU-Parteitag. Erst danach werde mit der CSU besprochen, „wer unser gemeinsamer Kanzlerkandidat werden wird“, sagte der CDU-Generalsekretär in einem Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Samstag.

Übrigens: Ein anderes Kanzler-Szenarion sorgt derzeit für Entsetzen bei der SPD. Söder überraschte unterdessen beim ZDF-Sommerinterview mit einem pikanten Hinweis zur K-Frage. (AFP/cia) *Mekrur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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