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„Querdenken“-Gründer weiter in Haft: Hunderte Menschen demonstrieren für Michael Ballweg

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Von: Constantin Hoppe

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Für viele ist Querdenken-Gründer Michael Ballweg ein Idol. Seit Juni sitzt er in Untersuchungs-Haft. Seine Unterstützer wollen seine Freilassung erwirken.

Update vom Montag, 15. August, 21.38 Uhr: Der Initiator der „Querdenken“-Proteste gegen die Corona-Politik, Michael Ballweg, bleibt weiter in Untersuchungshaft. Ballwegs Anwalt Alexander Christ teilte nach einem mehrstündigen Haftprüfungstermin am Montagabend mit, der zuständige Ermittlungsrichter habe noch keine Entscheidung in dem Fall getroffen.

Das Amtsgericht Stuttgart soll nun innerhalb einer Woche über die weitere Untersuchungshaft des 47-Jährigen entscheiden. Gegen Ballweg wird wegen Betrugs und dem Verdacht der Geldwäsche ermittelt. Da die Staatsanwaltschaft von einer Fluchtgefahr bei dem 47-Jährigen ausgeht, befindet er sich in Untersuchungshaft.

Erstmeldung vom Montag, 15. August, 18.17 Uhr: Stuttgart – Mehrere Hundert Menschen haben sich am Montagnachmittag (15. August) in Stuttgart versammelt, um für die Freilassung des prominenten Kritikers der Corona-Maßnahmen Michael Ballweg zu demonstrieren. Vor der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim haben sich rund 200 Demonstranten versammelt und ihre Unterstützung für den Gründer der sogenannten Querdenken-Bewegung kund getan.

Seit Ende Juni befindet sich Michael Ballweg in Untersuchungshaft: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wird ihm Betrug und Geldwäsche vor. Bei einer Durchsuchung hatten sich den Ermittlern zufolge konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sich Ballweg mit seinem Vermögen ins Ausland habe absetzen wollen.

"Querdenken"-Demonstration vor JVA Stammheim
300307832.jpg © Christoph Schmidt/dpa

Betrug und Geldwäsche: Unterstützer fordern Freilassung für Querdenken-Gründer Michael Ballweg

Nach Angaben aus Justizkreisen besteht der Verdacht des Betruges in Höhe von rund 640.000 Euro sowie der Geldwäsche in Höhe von rund 430.000 Euro gegen den 47-Jährigen. Ballweg soll eingeworbene Zuwendungen zweckwidrig für sich selbst verwendet haben.

Am Montagnachmittag sollte nun ein Ermittlungsrichter über die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft entscheiden. Ballwegs Anwaltsteam hatte zuvor ein Antrag auf Freilassung ihres Mandanten gestellt: Die gegen Ballweg vorgebrachten Verdachtsmomente seien durch keinen aus der Ermittlungsakte ersichtlichen Umstand gedeckt, erklärten die Anwälte. Sie zeigten sich zuversichtlich, dass Ballweg wieder auf freien Fuß kommen würde.

Eine Entscheidung steht derzeit noch aus. Die Kundgebung vor der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim verlief friedlich, sagte eine Sprecherin der Polizei am Nachmittag. (con mit dpa)

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