Partei glaubt weiterhin an Sabotage

Eklat um „Verschissmuss“- Schleife: Blumenhändler mit fadenscheiniger Erklärung - SPD weiter sauer

Die SPD sorgt mit einem peinlichen Fehler auf einer Trauerschleife für Aufregung. Wer steckt dahinter? Die Partei wittert Vorsatz. Nun meldete sich der Blumenhändler.

  • Die SPD steht nach einer üblen Posse auf einer Trauerschleife in der Kritik.
  • Die Politiker übersahen einen mehr als deutlichen Rechtschreibfehler.
  • Wer steckt dahinter? Nun schaltet die Partei einen Anwalt ein.

Update vom 20. November: Nach dem peinlichen Fauxpas der SPD in Mülheim (NRW), bei dem auf einer Blumenschleife zum Volkstrauertag das Wort „Verschissmus“ anstatt „Faschismus“ zu lesen war, hat sich nun der Geschäftsführer des verantwortlichen Blumenladens zu Wort gemeldet.

In der Bild-Zeitung erklärte er, dass die Panne keine Absicht, sondern vielmehr der Fehler einer Angestellten gewesen sei. Diese habe am Telefon mitgeschrieben, welche Worte die SPD auf ihrer Trauerschleife haben wolle - und dabei wohl den peinlichen Fehler gemacht.

Verschissmuss-Schleife der SPD: Blumenverkäuferin untröstlich

Der Antrag sei anschließend per Fax an die Druckerei gegangen, wo man den Auftrag nicht noch einmal kontrolliert oder hinterfragt habe. Auch beim Dekorieren des Kranzes und der Abnahme desselbigen durch die SPD habe niemand die Schleife kontrolliert.

Die Blumenverkäuferin, die den Fehler beim Mitschreiben machte, soll, den Angaben ihres Chefs zufolge ihren Job gekündigt haben. Dieser Umstand stelle ihn selbst in der stressigen Adventszeit nun vor ein enormes Problem. Er überlege nun, den Laden zu schließen.

Verschissmuss-Schleife: SPD glaubt der Erklärung nicht

Mit politischem Kalkül soll der Fauxpas jedenfalls nichts zu tun haben, bekräftigen sowohl Blumenhändler als auch Drucker und sehen die SPD in der Verantwortung. Diese hätte den Auftrag schriftlich statt mündlich einreichen sollen, um Fehler zu vermeiden. 

Die SPD in Mülheim an der Ruhr hat sich mittlerweile auf Facebook zu der Erklärung geäußert. Sie hält die Angaben für fadenscheinige Ausreden und bekräftigt, weiterhin rechtliche Schritte gegen die „Sabotage“ einleiten zu wollen.

Originalmeldung vom 17. November

Mülheim an der Ruhr - Die SPD-Ratsfraktion in Mülheim (Nordrhein-Westfalen) fühlt sich durch einen peinlichen Rechtschreibfehler auf einer von ihr in Auftrag gegebenen Trauerschleife brüskiert. Am Samstag war bei einer Kranzniederlegung zum Volkstrauertag im Stadtteil Dümpten aufgefallen, dass die Beschriftung auf der Trauerschleife der Fraktion lautete: „Den Opfern von Krieg und Verschissmuss“ anstatt „Den Opfern von Krieg und Faschismus“, wie ein Sprecher am Sonntag bestätigte.

SPD nach übler Panne auf Trauerschleife in der Kritik - Partei schaltet Anwalt ein

Die SPD, die derzeit ein Duell um die Führungsspitze beschäftigt*, gehe nun mit einem Rechtsbeistand dem Verdacht nach, ob es sich um einen gezielten Sabotageakt handele, sagte Rodion Bakum, Mitglied im SPD-Fraktionsvorstand, der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatten „Rheinische Post“ und „WAZ“ online berichtet. Das Thema war am Sonntag auch in den sozialen Medien hochgekocht. Die SPD-Fraktion hatte sich auf ihrer Facebook-Seite für den Vorfall „ungeachtet der möglichen Ursachen“ entschuldigt.

SPD: Kranz-Posse willentlich verursacht, um Partei zu schaden?

Bakum ging davon aus, dass es sich nicht um ein einfaches Versehen handeln könne. Er vermute eher, dass dem Ansehen der SPD geschadet werden sollte. Der Text auf der Trauerschleife der SPD-Ratsfraktion sei jedes Jahr derselbe und vom Fraktionsbüro an die zuständige Gärtnerei in korrekter Schreibweise übermittelt worden. Diese habe in diesem Jahr allerdings erstmals eine neue Schleifendruckerei in Essen beauftragt.

Nun werde geprüft, ob der Fehler dort entstanden und womöglich bewusst herbeigeführt worden sei. In der Druckerei habe man zwar eine Verwechslung der Anfangsbuchstaben F und V eingeräumt, weil das Bestellungsfax unleserlich gewesen sei. „Das erklärt aber noch nicht, wie das gesamte Wort so stark abgeändert werden konnte“, sagte Bakum weiter.

SPD: „Verschissmuss“ - Erklärungen der Partei sorgen für Unverständnis

Unter der Erklärung der Partei mehrten sich kritische Stimmen von Usern, denen die Entschuldigungen nicht weit genug gehen. Ein Nutzer schreibt beispielsweise: „Das ist doch das erste, das man macht, wenn man den Kranz sieht. Man liest den Text! Für mich unverständlich, dass der Kranz so abgelegt wurde. Und spätestens dann, wenn man die Schleife zurechtlegt, wirft man doch einen Blick auf den Text. Ich verstehe es einfach nicht, dass es anscheinend nicht normal ist, einen kurzen Text zu lesen.“ Ein anderer schrieb: „Oha, wie teilnahmslos muss man sein, um sich nicht einmal anzuschauen, was man so ablegt.“

Für Aufregung hatte zuletzt in der Partei auch ein Vorstoß von Scholz-Herausforderer Norbert Walter-Borjans gesorgt. In einem Interview mit dem Münchner Merkur* äußerte sich „NoWaBo“ zu dem Thema.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

as und kah mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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