Merkel punktet sogar bei der Opposition - Schlechte Werte für Nahles

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Eine neue Umfrage zeigt: Das kommt an - sogar bei der Konkurrenz. Vom Aufbruch der SPD ist unterdessen immer noch nichts zu spüren.
Berlin/Köln - Angela Merkel ist seit fast 13 Jahren deutsche Bundeskanzlerin. Dennoch hat sie kaum an Beliebtheit verloren. Die CDU-Politikerin scheint weiterhin fest im Sattel zu sitzen - und mit ihr ihre Regierungspartei CDU/CSU. Daran ändern auch medienwirksame Demonstrationen, wie die der AfD am Wochenende in Berlin, offenbar nichts. Das bestätigen neuste Umfrageergebnisse des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL, die am Montag in einer Pressemitteilung veröffentlicht wurden.
Merkel im direkten Duell ohne echte Konkurrenz - und auch bei Opposition beliebt
Laut den neusten Ergebnissen des sogenannten RTL/n-tv-Wahltrends käme Merkel weiterhin auf 50 Prozent Zustimmung im Falle einer direkten Wahl der Bundeskanzlerin. Ernstzunehmende Konkurrenz vom Koalitionspartner SPD braucht sie nicht fürchten. Denn während Merkel im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt zulegte, sackte die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles um einen weiteren Punkt ab - auf jetzt nur noch zwölf Prozent. Da liegt sogar ihr Partei-Vize Olaf Scholz mit 20 Prozent vergleichsweise komfortabel im Rennen. Aber auch gegen ihn käme die Kanzlerin im direkten Duell um das Kanzleramt noch auf starke 44 Prozent.

Besonders auffällig auch: Neben den Anhängern ihrer eigenen Partei (82 Prozent) sind auch die Anhänger der Grünen mehrheitlich mit der Arbeit der Kanzlerin bislang zufrieden (59 Prozent). Das ist sogar ein höherer Wert als beim Koalitionspartner. Denn in der innerlich zerrissenen SPD sind „nur“ 51 Prozent mit dem zufrieden, was die Kanzlerin bis jetzt getan hat. Kontrastprogramm gibt es nur bei der AfD, denn dort sind satte 91 Prozent mit der 64-Jährigen unzufrieden.
Nur wenige Minister von Merkel ebenfalls positiv bewertet
Ebenfalls positiv - allerdings nicht mit so guten Werten wie Merkel - werden gleich drei Minister aus ihrem Kabinett bewertet: Bundesaußenminister Heiko Maaß (44 Prozent), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (43 Prozent) und Finanzminister Olaf Scholz (42 Prozent). Der Rest des Kabinetts „Merkel IV“ schneidet derweil entweder mit gemischten Gefühlen oder sogar negativ ab - so wie etwa Verkehrsminister Andreas Schauer oder Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Am Ergebnis der „Sonntagsfrage“ änderten die neuen Zahlen rund um Merkel und ihre Regierungsmannschaft übrigens wenig. Grüne und Linke legten gegenüber der Vorwoche um jeweils einen Prozentpunkt zu, die FDP verlor einen Prozentpunkt. Sonst gab es keine Veränderungen: Union, SPD und AfD verharrten auf den Werten der Vorwoche. .
Die Ergebnisse im Einzelnen
- CDU/CSU 33 Prozent
- SPD 18 Prozent
- FDP 8 Prozent
- Grüne 13 Prozent
- Linke 10 Prozent
- AfD 13 Prozent.
Während sich fünf Prozent der befragten Wähler für einen der sonstigen Parteien entscheiden würden, gaben 24 Prozent an, unentschlossen zu sein oder nicht wählen zu gehen.
Zur Information: Die Daten über Parteien- und Kanzlerpräferenz wurden zwischen 22. und 25. Mai vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis waren 2002 Befragte. Die Statistische Fehlertoleranz lag bei +/- 2,5 Prozentpunkten. 1002 Befragte wurden am 24. und 25. Mai zur Zufriedenheit mit der Bundesregierung befragt. Die statistische Fehlertoleranz lag hier bei +/- drei Prozent.
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Philipp Keßler