Dritter um CDU-Rennen

CDU-Vorsitz: Röttgen positioniert sich in einer Frage klar - und hat jetzt Plan für die Zukunft

Norbert Röttgen musste schon im ersten Wahlgang seinen Traum vom CDU-Vorsitz aufgeben. Er war als Außenseiter gestartet, holte dann in Umfragen auf, verlor aber doch deutlich.

  • Robert Röttgen* wurde im Rennen um den CDU-Vorsitz nur Dritter.
  • Im ersten Wahlgang schied er mit nur 224 Stimmen aus - Friedrich Merz erhielt 385, der spätere Gewinner Armin Laschet 380.
  • In seiner Rede betonte Röttgen, dass er mit seiner Kandidatur für eine „Überraschung“ gesorgt habe (siehe Update vom 16. Januar, 10.29 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualsiert.

Update vom 16. Januar, 12.52 Uhr: Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender, Norbert Röttgen wurde am Ende nur Dritter. Nach seiner Niederlage kündigte er jedoch direkt an, Laschet weiter in der Partei unterstützen zu wollen. „Für mich ist es selbstverständlich, dass ich weiter in der CDU arbeite“, sagte Röttgen. Man müsse eine Mannschaft bilden, um gemeinsam die bevorstehenden Wahlen zu gewinnen. 

Update 16. Januar, 11.13 Uhr: Nur 242 der abgegebenen Delegierten-Stimmen auf dem CDU-Parteitag entfallen auf Norbert Röttgen - er ist aus dem Rennen um den CDU-Vorsitz raus. Nun geht es in die Stichwahl zwischen Armin Laschet und Friedrich Merz.

Der fühere Bundesumweltminister Röttgen sich als Modernisierer der Union und gute Alternative zu seinen Konkurrenten präsentiert (siehe die heutigen Updates seit 10.20 Uhr). Der Status quo reiche nicht, sagte er bei seiner Bewerbungsrede. Die CDU müsse ein Angebot für neue Milieus machen. Er traue sich zu, „neue Wählerinnen und Wähler zu gewinnen“.

Nach Rede auf CDU-Parteitag: „Röttgen tat mir leid und er war sehr nervös“

Update vom 16. Januar, 10.53 Uhr: Die n-tv-Analyse der drei Bewerbungsreden fällt klar pro Laschet aus: „So eine gute Rede habe ich von ihm noch nicht gehört“, so der Befund. Auch auf Twitter erhalte der CDU-Politiker nun Lob, auch „aus anderen Lagern“. 
Das Urteil zu Merz: „Er hat weniger eine Rede, als eine Kanzlerrede gehalten - aber es funktioniert.“ 2018 habe das nicht geklappt.
Röttgen tat mir leid und er war sehr nervös“, lautet es aus der Reporter-Runde. Der Politiker habe viele Themen in seine 15 Minuten gepackt - „aber ehrlich gesagt kann ich mich an fast nichts erinnern.“

Rennen um CDU-Vorsitz: Röttgen präsentiert sich als Modernisierer und Alternative zu Konkurrenten

Update vom 16. Januar, 10.33 Uhr: „Innere, äußere und soziale Sicherheit“ - dafür stehe die CDU, beharrt Röttgen - und lässt anscheinend einen kleinen Seitenhieb auf die Grünen folgen: „Klimaschutz geht nur mit der Wirtschaft“. Eine Partei, die nichts von Wirtschaft verstehe, werde mit dem Klimaschutz nichts erreichen. „Und darum brauchen wir diese Unternehmen und die wollen wir auch.“ Man müsse jetzt die Zeit nach der Corona-Pandemie planen. „Ich setze dabei auf unsere mittelständischen Unternehmen“, so Röttgen.

Update vom 16. Januar, 10.31 Uhr: Die CDU sei die Partei der Wiedervereinigung, erklärt Röttgen. „Wir werden die historische Leistung von Helmut Kohl niemals vergessen.“ Der Zusammenhalt zwischen Ost und West müsse gestärkt werden.

Update vom 16. Januar, 10.29 Uhr: „Ich bin kein Lager. Ich möchte integrieren, ich kann integrieren, ich möchte die ganze Partei repräsentieren“, so Röttgen in seiner CDU-Vorsitz-Bewerbungsrede. Er erwähnt, dass er mit seiner Kandidatur für eine „Überraschung“ gesorgt habe. Es gebe jetzt erstmal nur noch Wettbewerb mit den anderen - „erst danach reden wir über Koalition“.

Update vom 16. Januar, 10.26 Uhr: Was ist Zukunftskompetenz? Röttgen wird konkreter: „Wir müssen Volkspartei bleiben - und bleiben es nur, wenn wir uns verändern.“ Weiblicher, jünger und digitaler zu werden sei nun die Aufgabe für die CDU.

Röttgen-Rede auf dem CDU-Parteitag: Lob für Merkel in der Corona-Krise

Update vom 16. Januar, 10.23 Uhr: „Es geht eigentlich nur um eins: Zukunftskompetenz“ -  die solle die CDU bieten, so Röttgen, bis hinein in die Kreisverbände. Gerade in Zeiten „in denen nichts mehr sicher und normal zu sein scheint“. Die „Ausgangsposition“ seit mit mehr als 15 Jahren Regieren in Deutschland „gut“. Kanzlerin Angela Merkel habe das Land „gut und sicher“ durch Pandemie gebracht, daran müsse seine Partei anknüpfen.

Update vom 16. Januar, 10.20 Uhr: „Ich lade Sie ein, uns heute gemeinsam auf den Weg zu machen“: Der 55-jährige Röttgen beginnt seine Rede mit dem Hinweis auf das „Superwahljahr“, die Corona-Krise und den Klimawandel.

„Klimaschutz geht nur mit Wirtschaft“, glaubt Norbert Röttgen in seiner CDU-Vorsitz-Bewerbungsrede.

Update vom 16. Januar, 10.17 Uhr: Norbert Röttgen hat als Dritter an der Reihe die Chance, auf seine Vorredner Armin Laschet und Friedrich Merz zu reagieren. Wie seine CDU-Kollegen hat er 15 Minuten, sich für den Parteivorsitz zu empfehlen.

Update vom 16. Januar, 10.01 Uhr: Sein Herausforderer für den CDU-Vorsitz, Armin Laschet, spricht bereits auf dem Parteitag. Anschließend wird Friedrich Merz seine Rede halten, und dann Norbert Röttgen. Wir berichten an dieser Stelle dann live.

Röttgen-Rede auf dem CDU-Parteitag: In Kürze hier im Live-Ticker

Update vom 16. Januar, 9.08 Uhr: Kurz bevor der zweite Teil des CDU-Parteitags um 9.30 Uhr startet, meldet sich ein Kandidat für den CDU-Vorsitz noch einmal am Morgen bei Twitter zu Wort - Norbert Röttgen. „Einige von Euch waren von Anfang an dabei, andere sind im Laufe der Zeit hinzugekommen. Entstanden ist die #Röttgang - eine fröhliche, dynamische Gruppe von ganz unterschiedlichen Menschen. Euch allen: Vielen, vielen Dank für die unglaublich tolle Unterstützung!“

Spannend wird, ob sich Norbert Röttgen gegen einen anderen Kandidaten durchsetzen kann, um in eine womöglich nötig werdenden Stichwahl zu kommen. Der früher als Außenseiter gehandelte Bewerber hatte zuletzt in Umfragen deutlich aufgeholt.

Norbert Röttgen auf dem CDU-Parteitag: Abstimmung wird mit Spannung erwartet

Update vom 15. Januar, 22.22 Uhr: Der erste Tag des CDU-Parteitags ist vorbei, die Technik hat mitgespielt. Vor der Wahl um den neuen CDU-Vorsitz sind nach den Reden und Grußworten aber keine Tendenzen klar geworden, ob die Wahl auf Norbert Röttgen fallen könnte - oder einen seiner Konkurrenten. Die Abstimmung wird mit Spannung erwartet, auch, weil die Delegierten alleine zuhause eventuell anders abstimmen könnten als bei einer Großveranstaltung. Wir tickern an dieser Stelle morgen weiter - dann mit allen News zur Wahl des Vorsitzenden.

Norbert Röttgens Kandidatur für den CDU-Vorsitz: Er galt lange als Außenseiter, holte aber auf

Erstmeldung vom 15. Januar, 16.43 Uhr: Berlin - Er galt lange als Außenseiter im Rennen um den CDU-Vorsitz, doch er legte Umfragen zufolge mindestens einen ebenbürtigen Schlusssport hin: Laut ARD-„Deutschlandtrend“ lag Norbert Röttgen* zuletzt gleichauf mit seinem Konkurrenten Armin Laschet und etwas hinter Friedrich Merz. Doch die Befragungen finden nicht unter den 1001 Delegierten statt, die am Samstag darüber abstimmen werden, wer der neue Vorsitzender der CDU Deutschlands wird. Nobert Röttgen selbst rechnet sich weiter gute Chancen aus.

Auf die Frage im Deutschlandfunk, ob er ein Außenseiter sei, antwortete Röttgen am Montag: „Das war ich mal, aber es besteht, glaube ich, kein Zweifel mehr, dass das nicht der Fall ist.“ Röttgen weiter: „Ich habe enorm aufgeholt.“ Sein Zuspruch in der CDU sei groß.

Norbert Röttgen auf dem CDU-Parteitag - Der Außenpolitiker soll als Dritter sprechen

Er wird am Samstag beim CDU-Parteitag als Dritter seine Rede halten. Danach werden die Delegierten in „digitalen Wahlkabinen“ abstimmen, anschließend folgt für die rechtliche Absicherung des Ergebnisses eine Briefwahl. Das offizielle Ergebnis soll am 22. Januar vorliegen. Doch schon am Samstag soll das digitale Ergebnis bekanntgegeben werden.

Der Außenpolitiker hatte im Februar seine Kandidatur um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer als Erster verkündet. Röttgen ist 1965 im rheinischen Meckenheim geboren. Er studierte Jura und trat 1982 in die CDU ein. Eine Zeit lang war er Vorsitzender der Jungen Union Nordrhein-Westfalen. Seit 1994 sitzt er im Deutschen Bundestag. Dort war er beispielsweise als rechtpolitischer Sprecher der Unionsfraktion tätig, 2009 wurde er zum Umweltminister berufen. Seit 2014 ist Röttgen Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.

Norbert Röttgen: Häufig äußert er sich zu den Bereichen Außenpolitik und Umwelt

Röttgen ist sehr rege bei Twitter unterwegs. Auf seinem Account gibt er häufig Statements und Einschätzungen zur außenpolitischen Situation wie dem Angriff auf das Kapitol ab. Im Corona-Jahr 2020 konnte er sich über seine Expertise als Außenpolitiker immer wieder in den Medien profilieren.

Am Mittwoch brachte Röttgen eine Partei dann innenpolitisch gegen sich auf: Er sprach sich gegen eine FDP-Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl im Herbst aus. „Die FDP hat ein historisches Versagen zu verantworten, indem sie sich nach zwei großen Koalitionen einem neuen Anfang und der Regierungsverantwortung verweigert hat“, sagte Röttgen der Augsburger Allgemeinen. „Auf eine Partei, die mal Lust hat zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen.“ Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Marco Buschmann, konterte auf Twitter: „Eine Debatte um Verantwortung verliert Röttgen immer.“ Dabei geht Buschmann auch auf Röttgens verlorene Landtagswahl 2012 in NRW ein und seinen anschließenden Rauswurf als Minister unter Angela Merkel.

Zu diesen Punkten äußerte sich Röttgen zuletzt im n-tv-„Frühstart“: „Ich habe aus diesem Fehler gelernt, ich habe eine Niederlage erlitten und bin wieder aufgestanden.“ Außerdem erteilte Röttgen dem „Lager-Gedanken“ eine Abfuhr: „Ich spreche jeden Delegierten an.“ Er sagte weiter: „Ich bin kein Lager und wir dürfen auch nicht in Lagern in der CDU denken. Das ist der Anfang vom Ende.“

CDU-Parteitag: Annegret Kramp-Karrenbauer will sich nicht einmischen

Die scheidende CDU-Vorsitzende*, Annegret Kramp-Karrenbauer, wollte sich nicht in das Kandidaten-Rennen einmischen und eine klare Wahlempfehlung abgeben. „Wenn es um die Wahl des neuen Parteivorsitzenden geht, war und bleibe ich neutral“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Man habe einen fairen Wettbewerb mit drei sehr guten Kandidaten erlebt. Neben Röttgen kandidieren Friedrich Merz und Armin Laschet. (cibo) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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