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Ukraine-Krieg: Diese Energiekonzerne fahren in der Krise Milliardengewinne ein

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Von: Constantin Hoppe

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Die BP-Erdölraffinerie im niedersächsischen Lingen. Der Konzern konnte seinen Gewinn im 2. Quartal 2022 verdreifachen. © Andi Streber/Imago

Durch den russischen Angriff auf die Ukraine sind die Ölpreise stark gestiegen. Was zu hohen Energiepreisen führt, sorgt bei den Konzernen für Rekordgewinne.

London - Die europäischen Energieriesen BP, Shell, TotalEnergies und Repsol haben im zweiten Quartal dank gestiegener Ölpreise Rekordergebnisse erzielt - ihre Vorjahreswerte konnten sie um ein Vielfaches steigern. Damit wurden Schätzungen von Analysten übertroffen.

Wie BP am Dienstag (2. August) mitteilte, hätten die stark gestiegenen Preise für Öl den Gewinn im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich verdreifacht: Der Gewinn des Konzerns stieg auf 9,03 Milliarden Euro. Auch für das dritte Quartal erwartet BP „anhaltend“ hohe Preise wegen der „Störung“ der Lieferungen aus Russland und gesunkener Lagerbestände.

Dank hoher Ölpreise verfünffacht Shell seinen Gewinn im 2. Quartal

Im ersten Quartal von Januar bis März hatte BP wegen des Rückzugs aus Russland noch einen hohen Verlust von 20,4 Milliarden Dollar ausgewiesen. BP verkaufte wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine seinen Anteil am russischen Rosneft-Konzern. In Deutschland betreibt BP Tankstellen der Marke Aral und stellt Schmierstoffe etwa der Marke Castrol her.

Europas größter Ölkonzern Shell fuhr das höchste Ergebnis ein: der Konzern verfünffachte den Gewinn im zweiten Quartal auf 17,7 Milliarden Euro. Direkt dahinter folgt der größte Ölkonzern der USA, ExxonMobil, der seinen Gewinn auf 17,6 Milliarden Euro vervierfachen konnte.

Hohe Ölpreise sorgen in der gesamten Energiebranche zu Rekordgewinnen

Der französischen Konzern TotalEnergies verdoppelte seinen Profit auf 5,69 Milliarden Euro. Ähnlich präsentierten sich auch die Zahlen bei dem spanischen Ölkonzern Repsol. Dieser steigerte den Gewinn im Vorjahresvergleich um mehr als Doppelte auf 2,54 Milliarden Euro. In Deutschland korrigierte RWE seine Gewinnprognose stark nach oben und rechnet nun mit einem Jahresend-Ergebnis von 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro - etwa das Anderthalbfache des bislang erwarteten Wertes.

Shell
Shell und weitere Energiekonzerne haben im zweiten Quartal große Gewinne eingefahren. © Udo Weitz/EPA FILE/dpa

Der zuletzt deutlich gestiegene Ölpreis, aber auch hohe Margen im Raffinerie-Geschäft sorgten in der Branche für Rekordgewinne. Ein Barrel Rohöl (159 Liter) kostet derzeit rund 100 Dollar. Zusammengerechnet kommen die führenden westlichen Öl- und Gaskonzerne zur Jahresmitte auf einen Gewinn von 59 Milliarden Euro.

Milliardengewinne der Energiekonzerne sorgen für Kritik bei Verbrauchern

Doch die hohen Konzern-Gewinne führen auch zu Kritik bei Verbrauchern und Politik. Erste Länder wie Italien und Ungarn haben bereits eine „Übergewinnsteuer“ eingeführt, Spanien, Belgien und Großbritannien planen einen solche. Durch diese sollen höhere Einnahmen durch externe Faktoren, wie beispielsweise den Ukraine-Krieg, stärker besteuert werden.

In Deutschland wird eine Übergewinnsteuer derzeit kontrovers diskutiert. Während sich die SPD für eine zusätzliche Steuer für Unternehmen ausspricht, lehnt der Koalitionspartner FDP diese ab. (con mit afp und dpa)

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